Messung der Protonstrukturfunktionen F 2 (x;Q 2 ) und F L (x;Q 2 ) bei HERA in radiativer ep{Streuung Dem Fachbereich Physik der Universit  at Dortmund zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktors der Naturwissenschaften vorgelegte Dissertation von Diplom-Physikerin C igdem _ Issever aus Mersin Dezember 2000 f ur alexander iDanksagung Zu allererst m  ochte ich meinem Doktorvater Herrn Prof.D.Wegener f  ur die in- teressante Aufgabenstellung, seine Anregungen und sein stetes Interesse an der Analyse danken. Herrn Prof. P.Buchholz danke ich herzlichst, da er die Aufgabe des Koreferenten  ubernommen hat. Herrn Dr.H.C. Schultz{Coulon m  ochte ich ganz besonders f  ur seine intensive und sorgf  altige Auseinandersetzung mit dem Manuskript und einigen meiner sprach- lichen Stilbl  uten danken, wof  ur er sehr viel seiner Zeit investiert hat. Herrn Dr. S. Levonian habe ich sehr viel zu verdanken. Seine Geduld, sich meinen bohrenden Fragen zu stellen und mir mit Rat und Tat beim Verst  andnis des Luminosit  atssystem zu helfen, haben einen groen Beitrag zum Gelingen dieser Arbeit geliefert. Herrn Dr. J.Gayler danke ich f  ur seine sehr wertvollen Anregungen und die Dis- kussionen, die ich mit ihm ohne groes TraRa f  uhren konnte. Herrn Dr.D. Lueke danke ich f  ur seine Bem  uhungen um die Computerplatt- form und die schnelle und e ektive Produktion der MC f  ur diese Arbeit, die mir sehr geholfen und zum Zustandekommen dieser Arbeit beigetragen haben. Herrn Ch.Wissing, K.Wacker, D. Lueke, T. Finnern und R.Bornheim danke ich f  ur die gute Zusammenarbeit bei der Betreuung der AIX{Computerplattform in Ham- burg. An dieser Stelle m  ochte ich mich bei allen meinen Kollegen am Lehrstuhl, die mir Rechenkapazit  aten freigehalten haben, bedanken. |die h1do3 geh  ort Euch wieder !!!! Danke!!!! Ein ganz groes DANKE geb  uhrt auch meinen Kollegen Christoph Wissing, Ro- man Poeschl, J  urgen Naumann, Rainer Stamen, Manfred Fleischer, Kerstin Bor- ras, J  urgen Spiekermann, Guillermo Contreras, Hans{Christian Schultz{Coulon, Gerald Best, Victor Lenderman und Marion Hensel. Die freundschaftliche Atmo- sph  are, die gute Stimmung und der Zusammenhalt in der Gruppe zeichnen diese wertvollen Kollegen und den Lehrstuhl EV aus. Meiner ehemaligen Arbeitsgruppe RACO danke ich f  ur die Einf  uhrung in die Physik der radiativen Ereignisse, insbesondere Herrn Dr.M.Fleischer und Herrn Dr. L. Favart. Den Herren R. Stamen und V. Lenderman danke ich f  ur die gute Zusammenarbeit. Meiner jetzigen Arbeitsgruppe ELAN danke ich f  ur die freundliche Aufnahme in ihrer Mitte; Rainer Wallny und Doris Eckstein danke ich f  ur ihre Hilfe und ihr o enes Ohr f  ur meine Fragen zum ELAN{Analysecode und zur Kalibrierung des hadronischen Endzustandes. Herrn Dr.H.Anlauf danke ich f  ur sein Interesse an der Analyse, seine schnelle und unkomplizierte Art meine Fragen zur komplizierten Materie der Strahlungskor- rekturen zu beantworten und ihre Berechnungen an die speziellen Bedingungen dieser Analyse anzupassen. DemGraduiertenkolleg "Erzeugung und Zerf  alle von Elementarteilchen" des Fach- bereiches Physik der Universit  at Dortmund danke ich f  ur die mir gew  ahrte Un- terst  utzung. Die Teilnahme an Schulen, Konferenzen und Arbeitstre en w  are ohne das Graduiertenkolleg in dem Mae nicht m  oglich gewesen. Der Studienstiftung des deutschen Volkes danke ich f  ur die mir gew  ahrte nanzi- elle Unterst  utzung, die Sommerakademien und die intensive Betreuung durch die Vertrauensdozenten. Ganz herzlichst danke ich Hilde H  artel, Hella Kleinebenne, Antje Daum und Maren H  ogemeier, die immer ein o enes Ohr f  ur meine Sorgen innerhalb und auerhalb der Physik hatten. Ohne sie w  are meine Doktorarbeitszeit um ein ganzes St  uck trister und grauer gewesen. Stefan Hurlig danke ich f  ur seine Hilfe in letzter Minute, um meine Skripts zum Laufen zu bringen und Christoph Wissing danke ich f  ur die Errettung meiner Ntuple. Das werde ich ihnen nie vergessen. Den Aachener Kollegen im B  uro gegen  uber, Carlo Duprel und Markus Wobisch, danke ich f  ur ihre Hilfe bei PAW{Kumac{Katastrophen und die n  achtlichen Dis- kussion  uber meine Analyse, die Raumzeit,  uber Sinn und Sinnlosigkeit des Le- bens und was sonst noch so anstand. Den Freunden bei ZEUS danke ich f  ur die Grillparties am Elbestrand und die Bridge{Abende. Meiner Freundin Barbara danke ich f  ur die Auszeit in WashingtonD.C. und ihre k  ostlich chaotische Art franz  osisches Brot zu machen. Schlielich m  ochte ich mich bei Mama und bei Papa f  ur Ihr Verst  andnis und ihre F  ursorge bedanken. Meinem Bruder Selim danke ich f  ur seine Unterst  utzung und Hilfe (und die Schokolade und die Mangos und die Salzgurken), und meiner kleinen Schwester Ahi danke f  ur ihre Aufmunterungen, die Blumen, die Emails, die mir die Zeit w  ahrend des Zusammenschreibens nicht so lang werden lieen. Diese Arbeit wurde vomBundesministerium f  ur Forschung und Technologie unter den Projektnummern 056DO57I und 056DO55P gef  ordert. iii Inhaltsverzeichnis Danksagung i 1 Die tiefinelastische Positron-Proton{Streuung 1 1.1 Der Wirkungsquerschnitt der tiefinelastischen Streuung . . . . . . 3 1.2 Die Protonstrukturfunktionen im Quarkpartonmodell . . . . . . . 4 1.3 Die Protonstrukturfunktionen in der QCD . . . . . . . . . . . . . 5 1.4 Radiative Prozesse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 1.4.1 Der ISR{Proze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13 1.4.2 Strahlungskorrekturen f  ur ISR{Ereignisse . . . . . . . . . . 14 1.4.3 Der Bethe{Heitler{Proze . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 1.5 Die Rekonstruktion der Ereigniskinematik . . . . . . . . . . . . . 17 1.6 Die Zielsetzung der Arbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 2 Das Experiment 21 2.1 Der Beschleuniger HERA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21 2.2 Das H1{Experiment . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 2.2.1 Der H1{Detektor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 2.2.1.1 Das Flugzeitsystem (ToF) . . . . . . . . . . . . . 22 2.2.1.2 Die Zentral{ und Vorw  artsspurkammern . . . . . 24 2.2.1.3 Die r  uckw  artige Driftkammer (BDC) . . . . . . . 25 2.2.1.4 Das Fl  ussig{Argon{Kalorimeter . . . . . . . . . . 25 2.2.1.5 Das r  uckw  artige Kalorimeter (SpaCal) . . . . . . 27 2.2.1.6 Das Luminosit  atssystem . . . . . . . . . . . . . . 28 2.2.2 Das Triggersystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32 2.2.3 Monte{Carlo{Generatoren und Simulationsprogramme . . 33 3 Vorarbeiten und Datenselektion 35 3.1 Signal{ und Untergrundsignaturen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35 3.2 Die Kalibration der Energien im Hauptdetektor . . . . . . . . . . 39 3.3 Die Energiemessung im Luminosit  atssystem . . . . . . . . . . . . 39 3.4 Die Simulation des Luminosit  atssystems . . . . . . . . . . . . . . 46 3.5 Trigger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49 iv Inhaltsverzeichnis 3.5.1 Trigger{Screening . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52 3.6 Der Untergrund . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57 3.6.1 Die Bestimmung der BH{  Uberlappwahrscheinlichkeit . . . 57 3.6.2 Die Simulation des DISBH{ und GPBH{Untergrundes . . 60 3.6.3 Die Simulation des ISRBH{Untergrundes . . . . . . . . . . 67 3.7 Die Runselektion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70 3.8 Die Ereignisselektion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73 3.8.1 Die Vertexrekonstruktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73 3.8.2 Die Positronidenti kation . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77 3.8.3 Die Photonidenti kation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78 3.8.4 Schnitte gegen den Untergrund . . . . . . . . . . . . . . . 79 3.9 Der Vergleich der Simulationsrechnungen mit den Daten . . . . . 81 4 Die Messung der Strukturfunktion F 2 mit radiativen Ereignissen 84 4.1 Das Meprinzip . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84 4.2 Die Festlegung der Analyseintervalle . . . . . . . . . . . . . . . . 87 4.3 Systematische Fehler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88 4.4 Resultate . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 95 4.5 Vergleiche der Resultate mit anderen Messungen . . . . . . . . . . 97 5 Die Messung der Strukturfunktion F L mit radiativen Ereignissen106 5.1 Das Meprinzip . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107 5.2 Die Festlegung der Analyseintervalle . . . . . . . . . . . . . . . . 109 5.3 Die Systematik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 114 5.4 Resultate . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115 5.5 Vergleich und Diskussion der Resultate . . . . . . . . . . . . . . . 118 Zusammenfassung 121 Literaturverzeichnis 123 1Kapitel 1 Die tiefinelastische Positron-Proton{Streuung In der tiefinelastischen Streuung von Positronen 1 an Protonen wird die Struktur des Protons im H1{Experiment am DESY (Deutschen Elektronen-Synchrotron) in Hamburg erforscht. Hierzu werden in der Hadron-Elektron-Ringanlage HERA Positronen mit einer Energie von etwa 27:5GeV mit 820GeV Protonen 2 zur Kol- lision gebracht. Die Positronen wechselwirken  uber den Austausch von virtuellen Photonen oder schweren Vektorbosonen (W  ; Z 0 ) mit dem Proton. Dabei bricht das Proton in der Regel auf und es entsteht ein aus vielen Teilchen bestehender hadronischer Endzustand. Abbildung 1.1 zeigt die schematische Darstellung des Positron{Proton{Streuprozesses mit den entsprechenden Viererimpulsen der ein{ und auslaufenden Teilchen: (k); (k 0 ) Viererimpuls des Positrons vor bzw. nach der Wechselwirkung, (P ) Viererimpuls des einlaufenden Protons, (P H ) Viererimpuls des hadronischen Endzustandes X, (q) Viererimpuls  ubertrag des Positrons auf das Proton. Handelt es sich bei den Austauschbosonen um elektrisch neutrale Photonen oder Z 0 {Bosonen, so werden diese Ereignisse \Prozesse des ungeladenen Stromes" (NC{Ereignisse) genannt. In diesen Ereignissen ist das im Endzustand nach- gewiesene Lepton geladen. Bei \Prozessen des geladenen Stromes" werden W  { Bosonen ausgetauscht und das Lepton im Endzustand ist ein Neutrino. Die in dieser Arbeit vorgestellten Resultate basieren auf Messungen von Prozessen des ungeladenen Stromes, so da sich die nachfolgenden Betrachtungen auf diese Pro- zesse von NC{Ereignissen beschr  anken.  Ublicherweise werden zur Beschreibung der Ereigniskinematik folgende lorentzin- variante Gr  oen (unter Vernachl  assigung der Teilchenmassen) verwendet [coo98]: 1 Es werden in HERA ebenfalls Elektronen an Protonen gestreut. Bei den in dieser Arbeit analysierten Daten handelt es sich allerdings ausschlielich um Streuprozesse von Positronen an Protonen. 2 Seit 1998 wird HERA mit 920GeV Protonen betrieben. 2 Kapitel 1. Die tief inelastische Positron-Proton{Streuung Positron (k)   X, W2, (PH) γ, (q) (xP) (P) Proton ➤ (k’) Abbildung 1.1: Schematische Darstellung des Positron{Proton{Streuprozesses mit Photonaustausch( ) und hadronischem Endzustand(X) mit invarianter Massse W. Die eingeklammerten Gr  oen bezeichnen die Viererimpulse der ein{ und auslaufenden Teilchen. q ist die Virtualit  at des ausgestauschten Photons.  das Quadrat des Impuls  ubertrages Q 2 = q 2 = (k k 0 ) 2 ; (1.1)  die Bjorken Skalenvariable x = Q 2 2P  q mit 0 < x < 1 ; (1.2)  die Inelastizit  at y = P  q P  k mit 0 < y < 1 ; (1.3)  das Quadrat der Schwerpunktsenergie s = (p + k) 2 = 4E 0 E p ; (1.4)  und die invariante Masse des hadronischen Endzustandes: W 2 = (q + P ) 2 = Q 2 ( 1 x 1) : (1.5) Dabei sind E 0 und E p die Energie des einlaufenden Positrons bzw. des einlaufen- den Protons im Laborsystem. Die Bjorken Skalenvariable x kann im Quarkpar- tonmodell (siehe Kapitel 1.2) als Impulsanteil des wechselwirkenden Quarks am Gesamtimpuls des Protons interpretiert werden. Die Inelastizit  at y ist im Ruhe- system des Protons der relative Energie  ubertrag des einlaufenden Positrons auf 1.1. Der Wirkungsquerschnitt der tief inelastischen Streuung 3 das Proton, und W die invariante Masse des hadronischen Endzustandes, bzw. die Schwerpunktsenergie des Systems aus Austauschboson und Proton. Die obi- gen kinematischen Gr  oen sind nicht unabh  angig voneinander und h  angen  uber die Beziehung Q 2 = s x y (1.6) zusammen. 1.1 Der Wirkungsquerschnitt der tiefinelasti- schen ep{Streuung Der di erentielle Wirkungsquerschnitt f  ur die tiefinelastische Positron{Proton{ Streuung (ep{Streuung) mit Photonaustausch 3 ist in Bornscher N  aherung gege- ben durch d 2  Born dxdQ 2 = 4 2 xQ 4 y 2 xF 1 (x;Q 2 ) + (1 y)F 2 (x;Q 2 )  : (1.7) Mit den Wirkungsquerschnitten  L (x;Q 2 ) und  T (x;Q 2 ) f  ur den Austausch von longitudinal und transversal polarisierten Photonen gilt f  ur die Protonstruktur- funktionen F 1 (x;Q 2 ) und F 2 (x;Q 2 ) F 1 (x;Q 2 ) = Q 2 8x 2  T (x;Q 2 ) (1.8) F 2 (x;Q 2 ) = Q 2 4 2 ( T (x;Q 2 ) +  L (x;Q 2 )) : (1.9) In diesemZusammenhang ist es  ublich die longitudinale Strukturfunktion F L (x;Q 2 ) einzuf  uhren: F L (x;Q 2 ) = Q 2 4 2  L (x;Q 2 ) = F 2 (x;Q 2 ) 2xF 1 (x;Q 2 ) : (1.10) Der Wirkungsquerschnitt in Gleichung (1.7) l  at sich dann schreiben als d 2  Born dxdQ 2 = 2 2 xQ 4  2(1 y) + y 2 1 +R(x;Q 2 )  F 2 (x;Q 2 ) ; (1.11) wobei R durch das Verh  altnis der Wirkungsquerschnitte  L und  T gegeben ist: R(x;Q 2 ) =  L (x;Q 2 )  T (x;Q 2 ) = F L (x;Q 2 ) F 2 (x;Q 2 ) F L (x;Q 2 ) : (1.12) Die Protonstrukturfunktionen dienen zur Beschreibung der inneren Struktur des Protons. Ihre anschauliche Interpretation liefert das Quarkpartonmodell, das im n  achsten Abschnitt n  aher erl  autert wird. 3 E ekte der schwachen Wechselwirkung sind in dieser Analyse vernachl  assigt, da im Impuls- bereich von 0:3 < Q 2 < 100GeV 2  M 2 W ;M 2 Z der Austausch von den schweren Eichbosonen W  und Z 0 stark unterdr  uckt ist [h1cc00]. 4 Kapitel 1. Die tief inelastische Positron-Proton{Streuung 1.2 Die Protonstrukturfunktionen im Quarkpar- tonmodell Eine erste Interpretation der Resultate der tiefinelastischen Streuung von Lep- tonen an ruhenden Nukleonen lieferte das Quarkpartonmodell (QPM), dessen grundlegenden Ideen von Feynman [feyn72] und Bjorken [bjo66, bjo69, bjo69] stammen. Im QPM besteht das Proton aus freien, punktf  ormigen Spin-1/2 Par- tonen, an denen das Lepton elastisch streut. Des weiteren besitzen die Partonen im Rahmen dieses Modells keine transversale Impulskomponente relativ zur Pro- ton ugrichtung. Die Partonen konnten sp  ater mit den von Gell{Mann [gel64] und Zweig [zwe64] postulierten Quarks identi ziert werden. Der Gesamtwirkungsquerschnitt der tiefinelastischen Positron{Proton{Streuung ist imQPM durch die Summe der Wirkungsquerschnitte elastischer Streuprozesse an den einzelnen Quarks gegeben. d 2  dxdQ 2 = X i Z dq i () d 2 (eq i ! eq i ) dxdQ 2 ; (1.13) wobei q i () die Wahrscheinlichkeit ein Quark q i der Sorte i mit Impulsbruchteil  im Proton zu nden angibt und  uber  integriert wird. F  ur groe Impuls  ubertr  ageQ 2 kann die Bjorkenskalenvariable x in Gleichung (1.2) unter Vernachl  assigung der Quarkmassen als relativer Impulsbruchteil interpre- tiert werden:  ' Q 2 2P  q = x : (1.14) Der di erentielle Wirkungsquerschnitt f  ur den Subproze lautet: d 2  i (eq i ! eq i ) dxdQ 2 = 2 2 xQ 4 e 2 i  y 2 + 2(1 y)  Æ(x ) ; (1.15) mit e 2 i dem Ladungsquadrat des Quarks i in Einheiten der Elementarladung. Die- ses eingesetzt in Gleichung (1.13) und der Vergleich mit Gleichung (1.7) ergeben f  ur die Protonstrukturfunktionen im Quarkpartonmodell F 2 (x) = N parton X i e 2 i xq i (x) (1.16) F 2 (x) = 2xF 1 (x) (1.17) mitN parton der Anzahl der aktiven Quarksorten im Proton und q i (x) dx der Wahr- scheinlichkeit f  ur das AuÆnden des Quark i mit einem Protonimpulsanteil aus dem Wertebereich [x; x+ dx]. 1.3. Die Protonstrukturfunktionen in der QCD 5 a) b) Abbildung 1.2: a) QPM: Kopplung eines Quarks an ein virtuelles Photon im Breitsystem b) QCD: Kopplung eines Quarks an ein virtuelles Photon und an- schlieender Gluonabstrahlung im Breitsystem. Die  Aquivalenz von F 2 und 2xF 1 resultiert hierbei aus dem Spin-1/2{Charakter der Partonen im QPM. Aufgrund der Helizit  atserhaltung k  onnen masselose Spin{ 1/2 Teilchen nur an transversal polarisierte Photonen koppeln. Zur Erl  auterung sei auf Abbildung 1.2a verwiesen, die die Streuung des virtuellen Photons am Quark imBreitsystem 4 darstellt. Umdie Helizit  at zu erhalten mu, auf das Quark ein Spinbeitrag von 1  ubertragen werden, was nur durch den Austausch trans- versal polarisierter Photonen geschehen kann. Die Beziehung in Gleichung (1.17) wird \Callan{Gross{Relation" genannt [cal69] und beinhaltet, da im QPM die longitudinale Strukturfunktion F L und die Gr  oe R gleich Null sind (siehe Glei- chungen (1.10),(1.12)). In Abschnitt 1.3 wird deutlich, da sie im Rahmen der QCD nicht gilt. Der experimentelle Nachweis, da die Quarks Spin{1/2 Teilchen sind, ist in [tay69] beschrieben. Zus  atzlich sagt das QPM die Skaleninvarianz der Strukturfunktionen voraus, das heit ihre Unabh  angigkeit von der Virtualit  at des ausgetauschten Photons Q 2 (vergleiche Gleichung (1.8) und (1.9)). Sie ist in der Annahme begr  undet, da die Quarks punktf  ormig sind. Experimentell best  atigt werden konnte dies 1968 am SLAC in Stanford f  ur mittlere x{Werte im Bereich 0.25 [pam68]. Auch diese Vorhersage des QPM ist, wie in Kapitel 1.3 diskutiert wird, sp  ater widerlegt worden. 1.3 Die Protonstrukturfunktionen in der QCD Wie bereits angedeutet ist das QPM mit seiner Annahme punktf  ormiger Spin{ 1/2{Teilchen als alleinige wechselwirkungsfreie Konstituenten des Protons nicht in der Lage E ekte weiterf  uhrender Messungen zu beschreiben. Experimentell zeigt sich unter anderem, da nur ca. 50% des Protonimpulses von den Quarks 4 Im Breitsystem erfolgt kein Energie  ubertrag auf das Quark und es wird entgegengesetzt zu seiner Einlaufrichtung am Photon zur  uckgestreut. 6 Kapitel 1. Die tief inelastische Positron-Proton{Streuung getragen wird. Der fehlende Impulsbetrag wurde sp  ater den Eichbosonen der starken Wechselwirkung, den Gluonen, zugesprochen. Des weiteren wurde experimentell gefunden, da die Skaleninvarianz der Struk- turfunktionen verletzt ist. Die Strukturfunktionen h  angen sowohl von x als auch von Q 2 ab. Abbildung 1.3 zeigt die gemessene Protonstrukturfunktion F 2 (x;Q 2 ) der H1{Kollaboration [h1f200] und der Experimente NMC [nmc95], BCDMS [bcd89, bcd87] und der SLAC Experimente [whi92] als Funktion von Q 2 f  ur feste x{Werte. In dem Bereich 0:13 < x < 0:3 ist die Skaleninvarianz der Strukturfunktion F 2 zu erkennen, wohingegen das Verhalten der Strukturfunkti- on f  ur x < 0:1 nicht nur von x sondern auch von Q 2 abh  angt. Ursache f  ur die Skalenverletzung sind wie im Falle Protonimpulsdiskrepanz die Gluonen. Die beobachteten E ekte k  onnen imRahmen der Quantenchromodynamik (QCD) interpretiert werden. Die QCD ist eine nicht-abelsche SU(3) Eichtheorie, die die starke Wechselwirkung zwischen Quarks und Gluonen beschreibt und von folgen- den Annahmen ausgeht:  Die Quarks tragen Farbladung, von denen drei verschiedene existieren: rot, gr  un und blau.  Die Quarks wechselwirken unter Austausch von einem der acht masselosen Gluonen miteinander.  Die Gluonen sind ebenfalls Tr  ager der Farbladung, so da im Gegensatz zur Theorie der Quantenelektrodynamik (QED) auch die Wechselwirkung zwischen den Austauschteilchen m  oglich ist. Die Selbstwechselwirkung der Gluonen in der QCD ist die Manifestation ihres nicht-abelschen Charakters.  Die St  arke der Wechselwirkung ist durch die Kopplungskonstante s gege- ben.  Nur farbneutrale Systeme k  onnen als freie Teilchen existieren; Einzelne Quarks und Glounen sind aufgrund ihrer Farbladung in den Hadronen ein- gesperrt (Con nement). Der Zusammenhang zwischen der Kopplungsst  arke s und der f  ur den betrachte- ten Proze typischen Skala { f  ur tiefinelastische Streuprozesse wird  ublicherweise die Virtualit  at des Photons Q 2 als Skala gew  ahlt { ist gegeben durch [nac86] s (Q 2 ) = 12 (33 2N f ) log (Q 2 =) : (1.18) Hierbei istN f die Anzahl der Quarksorten mitm quark < Q 2 und  der Skalenpara- meter der QCD (  200 300MeV). F  ur die Quarks bedeutet der Zusammen- hang in Gleichung (1.18), da mit anwachsender Skala Q 2 die Kopplungsst  arke 1.3. Die Protonstrukturfunktionen in der QCD 7 0 2 4 6 8 10 12 14 16 10 -1 1 10 10 2 10 3 10 4 10 5 x=0.65 x=0.40 x=0.25 x=0.18 x=0.13 x=0.08 x=0.05 x=0.032 x=0.02 x=0.013 x=0.008 x=0.005 x=0.0032 x=0.002 x=0.0013 x=0.0008 x=0.0005 x=0.00032 x=0.0002 x=0.00013 x=0.00008 x=0.00005 x=0.000032 (i=1) (i=10) (i=20) Q2 /GeV2 F 2 + c i (x) F 2 + c i (x) NMCBCDMSSLAC H1 9400 e+p prelH1 9697 prel H1--Fit ci(x)= 0.6  (i(x)-0.4) Abbildung 1.3: Gezeigt ist die gemessene Protonstrukturfunktion F 2 (x;Q 2 ) des H1{Experimentes und der Experimente NMC, BCDMS und der SLAC{ Kollaboration als Funktion von Q 2 f  ur verschiedene x. Eingezeichnet ist die QCD Anpassung der H1{Kollaboration an die Datenpunkte, H1{Fit [h1f200], die auf den DGLAP{Gleichungen der Ordnung 2 s (Next to Leading Order, NLO) basiert. kleiner wird. Aufgrund der Unsch  arferelation sind groe Q 2 mit kleinen r  aum- lichen bzw. zeitlichen Abst  anden korreliert, so da groe Skalen kleine Raum{ bzw. Zeitabst  ande zwischen den im Proton betrachteten Prozessen implizieren. 8 Kapitel 1. Die tief inelastische Positron-Proton{Streuung F  ur den Grenzfall Q 2 ! 1, das heit f  ur kleine Abst  ande, k  onnen Quarks in der QCD als wechselwirkungsfreie Teilchen betrachtet werden. Diese Eigenschaft der QCD wird asymptotische Freiheit genannt und erlaubt die Berechnung von Prozessen der starken Wechselwirkung mittels st  orungstheoretischer Methoden [rey69]. γ Q20 q x q a) Q21 > Q 2 0 q q g b) Q21 > Q 2 0 g q q _ c) Abbildung 1.4: Gezeigt ist die vom virtuellen Photon aufgel  oste Struktur im Pro- ton mit anwachsender Virtualit  at. Die Kreise in der Abbildung symbolisieren das Au  osungsverm  ogen des virtuellen Photons. Verf  ugt das ausgetauschte Pho- ton  uber a) einen kleinen Impuls  ubertrag Q 2 0 , kann seine Streuung e ektiv als eine Streuung an einem Quark q mit dem Impulsanteil x angesehen werden. F  ur h  ohe- re Impuls  ubertr  age Q 2 1 > Q 2 0 , d.h. h  oheres Ausl  osungsverm  ogen, ist das Photon dann in der Lage Prozesse, die vor der Streuung mit dem Quark stattgefunden haben, aufzul  osen. In Abbildung b) ist die Abstrahlung eines Gluons vor der Wechselwirkung und in c) die Quark{Antiquark{Produktion durch ein Gluon zu sehen. Aus den Annahmen der QCD ergibt sich f  ur das Bild des Protons folgendes Szenario: Quarks wechselwirken im Proton unter Abstrahlung von Gluonen mit- einander. Die abgestrahlten Gluonen erzeugen weitere Quark{Antiquark{Paare (Seequarks) oder zus  atzliche Gluonen. Diese Gluonabstrahlungsprozesse f  uhren dazu, da das im QPM vorhergesagte Skalenverhalten der Strukturfunktionen verletzt wird. Abbildung 1.4 dient als Erl  auterung dieses Sachverhaltes. F  ur eine gegebene Virtualit  at Q 2 0 besitzt das ausgetauschte Photon aufgrund der Unsch  arferelation eine vorgegebene Orts{ bzw. Zeitau  osung. Bei gegebener Au  osung Q 2 0 ist man in der Lage ein Quark mit Impulsbruchteil x im Proton aufzul  osen (siehe Abbildung 1.4a). Wird die Virtualit  at des Photons erh  oht, dann ist es in der Lage kleinere Strukturen aufzul  osen und \sieht", da das Quark vor der Wechselwirkung z.B. ein Gluon abgestrahlt hat und somit einen kleineren Impulsbruchteil besitzt (siehe Abbildung 1.4b). Man erwartet folglich, da mit anwachsender Virtualit  at Q 2 des Photons die Impulsverteilung der Partonen f  ur kleine x ansteigen und f  ur groe x abfallen wird und somit gem  a (1.16) auch F 2 . 1.3. Die Protonstrukturfunktionen in der QCD 9 Das dynamischeVerhalten der Impulsverteilung der Partonen als Funktion vonQ 2 in der Leading{Log{Approximation (LLA) 5 wird durch die Dokshitzer{Gribov{ Lipatov{Altarelli{Parisi{Gleichungen (DGLAP) beschrieben [alt77, gri72, dok77]: @q i (x;Q 2 ) @ lnQ 2 = s (Q 2 ) 2 Z 1 x d  (q i (;Q 2 )P qq ( x  ) + g(;Q 2 )P qg ( x  )) (1.19) @g(x;Q 2 ) @ lnQ 2 = s (Q 2 ) 2 Z 1 x d  ( N f X i=1 q i (;Q 2 )P gq ( x  ) + g(;Q 2 )P gg ( x  )) : (1.20) Die Splitting{Funktionen P ij (x=), sind ein Ma f  ur die Wahrscheinlichkeit, da ein Parton j mit dem Impulsanteil  in ein Parton i mit Impulsanteil x  ubergeht. Die Partonverteilungen q i und g geben die Impulsverteilungen der Quarks und der Gluonen 6 als Funktion von Q 2 und x an. Die Entwicklung der Partonverteilun- gen ergibt sich nach Gleichung (1.19) und Gleichung (1.20) aus einer Faltung der Splitting{Funktionen mit den Quark{ und Gluonverteilungen. Die Splittingfunk- tionen lassen sich Rahmen der QCD{St  orungstheorie berechnen, wohingegen die genaue Form der Quark{ und Gluonverteilungen im Proton nicht durch die pertu- bative QCD festgelegt ist. Die Form der Partonverteilungen mu mittels der Mes- sung der Strukturfunktionen des Protons experimentell bestimmt werden. Hierzu werden die Partonverteilungen an einer bestimmten Startskala Q 2 0 als analyti- sche Funktionen angesetzt und mit Hilfe der DGLAP{Entwicklungsgleichungen zu h  oheren Skalen Q 2 > Q 2 0 entwickelt und die Strukturfunktion an dieser Skala bestimmt. Die Anpassung der so berechneten Strukturfunktionen an die Daten erlaubt es die Form der Partonverteilung an der Startskala Q 2 0 festzulegen. Un- ter anderem kann auch aus der Skalenverletzung der Strukturfunktion F 2 , die in der sukzessiven Abstrahlung von Gluonen, die ihrerseits wiederum neue Quark{ Antiquark{Paare erzeugen, begr  undet ist, auch indirekt auf die Gluonverteilung im Proton geschlossen werden. Die Annahmen der QCD haben des weiteren die Konsequenz, da aufgrund der Wechselwirkung der Gluonen mit den Quarks F L ungleich Null ist ( 0 < F L < F 2 ). Die Gluon{Quark{Wechselwirkung bewirkt, da das Quark zwischen dem Pho- tonvertex und dem Gluonvertex in Abbildung 1.2b nicht mehr auf der Massen- schale liegt und da seine Masse gegen  uber der Virtualit  at des Photons nicht mehr vernachl  assigt werden kann. Somit ist es erlaubt, die Helizit  at am Pho- tonvertex zu verletzen und das Quark kann nun im Gegensatz zum QPM an ein longitudinal polarisiertes Photon koppeln. Die QCD-Vorhersage f  ur F L [coo91] ist F L (x;Q 2 ) = (Q 2 ) 4 x 2 Z 1 x d  3 " 16 3 F 2 (;Q 2 ) + 8 X i e 2 i !  1 x   g(;Q 2 ) # :(1.21) 5 In dieser N  aherung werden alle Terme proportional zu ( s lnQ 2 ) n in der St  orungsreihe aufsummiert. 6 Im nachfolgenden Quark{ bzw. Gluonverteilungen genannt. 10 Kapitel 1. Die tief inelastische Positron-Proton{Streuung F  ur kleine x{Werte wird das Verhalten der longitudinalen Strukturfunktion durch die Gluondichte dominiert, weshalb die Messung der longitudinalen Struktur- funktion F L bei kleinen x{Werten Aussagen letztendlich auch  uber die Gluon- verteilung im Proton erlaubt. Der Vergleich der aus dem Skalenverhalten der Strukturfunktion F 2 ermittelten Gluonverteilung mit der aus der Messung der longitudinalen Strukturfunktion extrahierten Gluonverteilung ist ein wichtiger Konsistenztest der perturbativen QCD. Des weiteren kann die Protonstruktur- funktion F 2 nicht ohne Kenntnis der longitudinalen Strukturfunktion F L gemessen werden, da nur der Wirkungsquerschnitt in Gleichung (1.11) eine experimentell direkt zug  angliche Gr  oe ist. An den HERA{Experimenten erfolgt die Extrakti- on der Strukturfunktion F 2 aus dem gemessenen Wirkungsquerschnitt mit Hilfe von st  orungstheoretischen Vorhersagen der QCD f  ur F L , deren theoretische Un- sicherheiten f  ur kleine x{Werte eine dominierende Fehlerquelle der F 2 {Messung sind. Der Wirkungsquerschnitt f  ur Q 2 ! 0 Im kinematischen Bereich Q 2 . 1GeV 2 ndet der  Ubergang von der tie nelasti- schen Streuung zur Photoproduktion mitQ 2 ' 0 statt. Die Anwendung st  orungs- theoretischer Methoden der QCD ist nur oberhalb Q 2 > 1GeV 2 m  oglich, da die starke Kopplungskonstante s in diesem Bereich klein ist und in der St  orungs- reihe h  ohere Ordnungen in s vernachl  assigt werden k  onnen. Unterhalb von Q 2 ' 1GeV 2 ist die starke Kopplungskonstante s gro und diese Region kann nur durch ph  anomenologische Modelle wie zum Beispiel der Regge{Theorie, einer Theorie f  ur Hadron{Hadron{Wechselwirkung, beschrieben werden [col77]. Der totale Photoproduktionswirkungsquerschnitt wird durch Prozesse dominiert, in denen das Photon hadronische Struktur aufweist. Die hadronische Struktur des Photons, deren Quelle die Fluktuation des Photons in ein Quark{Antiquark{ Paar ist, gewinnt dabei f  ur kleiner werdende Virtualit  aten immer mehr an Be- deutung, da das Photon f  ur kleine Q 2 l  anger im hadronischen Zustand existie- ren kann. Erreicht die Zeitspanne der Fluktuation die Gr  oenordnung der Dau- er der Wechselwirkung, dann kann die Photon{Proton{Wechselwirkung als eine Hadron{Hadron{Streuung betrachtet werden. Photoproduktionsprozesse zeigen somit  Ahnlichkeiten mit Hadron{Hadron{Streuungen und k  onnen somit im Rah- men der Regge{Theorie erkl  art werden. Die Strukturfunktionsmessungen sind im Bereich Q 2  1GeV 2 von besonderem Interesse, da sie das Studium des  Uberganges vom perturbative beschreibbaren Regime zur, imWesentlichen nur ph  anomenologisch verstandenen, Photoproduk- tion erlauben. Verschiedene theoretische Ans  atze sind zur Beschreibung dieses  Ubergangberei- ches gemacht worden, von denen der wichtigste die Regge{Theorie ist. Sie basiert auf der Annahme, da die Wechselwirkung zwischen dem (hadronisierten) Pho- ton und dem Proton durch den Austausch von farbneutralen Teilchen geschieht, die sich nur in ihrem Spin unterscheiden, ansonsten aber identische Quantenzah- 1.4. Radiative Prozesse 11 len besitzen. Der Spin h  angt f  ur Zust  ande mit gleichen Quantenzahlen linear vom Massenquadrat, t, der ausgetauschten Teilchen ab. Die Gerade, die die- sen Zusammenhang beschreibt, wird als Regge{Trajektorie und die Werte vom Massenquadrat, an denen ein ganz{ oder halbzahliger Spin auftritt, werden als Regge{Pole bezeichnet. Im Rahmen der Regge{Theorie kann nach Donnachie und Landsho die Struk- turfunktion F 2 wie folgt beschrieben werden: F 2 (x;Q 2 )  A(Q 2 )x  +B(Q 2 )x  ; (1.22) wobei die Gr  oen  = 0:0808 und  = 0:4524 [don92, don94] Parameter des Mo- dells sind. Der zweite Term in Gleichung (1.22) entspricht dem Austausch eines Reggeons, d.h. von Mesonen ; !; f etc. . Dieser Beitrag f  allt mit ansteigen- der Schwerpunktsenergie des virtuellen Photon{Proton{Systems, W  Q 2 =x, ab. Der erste Term in Gleichung (1.22) wird dem Austausch einer Trajektorie zuge- ordnet, deren hypothetische Teilchen die Quantenzahlen des Vakuums tragen { dem Pomeron. Dieser Beitrag steigt mit W an. Das Modell von Donnachie und Landsho beschreibt die Daten f  ur Q 2 ' 0. Es ist jedoch nicht in der Lage den  Ubergang von der Photoproduktion in den Bereich der tiefinelastischen Streuung richtig wiederzugeben. Um eine bessere Beschreibung der Daten im gesamten Q 2 {Bereich zu erhalten, ist der Ansatz von Donnachie und Landsho von verschiedenen Arbeitsgruppen erweitert wor- den. In dieser Arbeit wird das Modell der Arbeitsgruppe Abramowicz, Levin, Levy und Maor (ALLM) [all91] verwendet. Die Grundidee der Erweiterung im ALLM{Modell ist die Annahme, da der Parameter , der den Achsenabschnitt der Pomerontrajektorie bei t = 0 festlegt, von Q 2 abh  angt. Die aktuellste Para- metrisierung dieser Gruppe ist ALLM97 [all97] und durch Anpassung des Modells an alle bis 1997 zur Verf  ugung stehenden F 2 {Daten sowie des gemessenen totalen pp{ und Photoproduktionswirkungsquerschnittes festgelegt. 1.4 Radiative Prozesse Gegenstand der Analyse der vorliegenden Arbeit sind Ereignisse, die zur Klas- se der radiativen Prozesse { harte Bremsstrahlung { z  ahlen. Harte Bremsstrah- lungsereignisse besitzen im Endzustand ein abgestrahltes hochenergetisches 7 Pho- ton. Die Graphen der radiativen Prozesse von der Leptonlinie in niedrigster Ordnung in , die zum Wirkungsquerschnitt der harten Bremsstrahlung beitra- gen, sind in Abbildung 1.5 gezeigt. Die Inteferenz aus beiden Graphen tr  agt auch zum Wirkungsquerschnitt der harten Bremsstrahlung bei. F  ur den di erentielle Wirkungsquerschnitt der harten Bremsstrahlung gilt der Zusammenhang [kwi91]: 7 Photonenergien, die gr  oer als die Detektorau  osung sind. 12 Kapitel 1. Die tief inelastische Positron-Proton{Streuung a) b) q γ Q2 e γ Qe2 Qe2 q γ e γ Q2 Abbildung 1.5: Gezeigt sind die Graphen der radiativen Prozesse von der Lep- tonlinie in niedrigster Ordnung in , die zum Wirkungsquerschnitt der harten Bremsstrahlung in Positron{Proton{Streuungen beitragen. Q 2 ist die Virtualit  at des Photons und Q 2 e ist die Virtualit  at der intermedi  aren Leptonlinie. d 5  dxdyd 3 k = M 1 2k  k + M 2 2k  k 0 + M 3 Q 2 ; (1.23) wobei k ; k und k 0 die Viererimpulse des abgestrahlten Photons, des einlaufenden und des auslaufenden Positrons angeben. Die Gr  oen M i h  angen jeweils schwach von k ab. Die drei Summanden in Gleichung (1.23) repr  asentieren drei Pole im Phasenraum des abgestrahlten Photons, die man folgenden radiativen Prozessen zuordnen kann: 1. Der Beitrag M 1 =2k  k in Gleichung (1.23) dominiert den Wirkungsquer- schnitt f  ur Ereignisse mit einer Photonabstrahlung kollinear zum einlaufen- den Lepton (d.h. Q 2 e  0) und Q 2 6= 0. Das Produkt der Vierervektoren im Nenner des ersten Summanden k k wird f  ur kleine Abstrahlungswinkel zwischen dem Photon und dem einlaufenden Lepton sehr klein. Prozesse dieser Art werden im nachfolgenden als ISR{Prozesse (Initial State Radia- tion) bezeichnet (siehe Abbildung 1.5a). 2. Der Beitrag M 2 =2k  k 0 dominiert den Wirkungsquerschnitt f  ur Ereignisse mit Photonenabstrahlung parallel zum auslaufenden Lepton (d.h. Q 2 e  0) und Q 2 6= 0. Das Produkt der Vierervektoren im Nenner des zweiten Sum- manden von Gleichung (1.23) wird f  ur diese sogenannten FSR{Ereignisse (Final State Radiation) sehr klein (siehe Abbildung 1.5b). 3. Der dritte Beitrag M 3 =Q 2 dominiert den Wirkungsquerschnitt der harten Photonabstrahlung f  ur Ereignisse mit Virtualit  aten Q 2  0. Er wird f  ur groe Massenquadrate Q 2 e > 0 als Abstrahlung eines quasi-reellen Photons 1.4. Radiative Prozesse 13 von der Quarklinie mit einer anschlieender Compton{Streuung am einlau- fenden Lepton interpretiert (im folgenden als QED{Compton{Ereignisse bezeichnet). F  ur rein elektromagnetische Wechselwirkungen mit Q 2 e  0 rechnet man diese Art von Ereignissen dem Bethe{Heitler{Proze (BH) e p ! e p zu. Reaktionen mit Q 2 e  0 und der Beteiligung der starken Kraft an der Wechselwirkung werden als radiative Photoproduktionsereig- nisse bezeichnet (siehe Abbildung 1.5a,b). Von den oben erw  ahnten radiativen Prozessen ist der ISR{Proze von zentraler Bedeutung f  ur diese Analyse, da er zur Messung der Strukturfunktion F 2 und F L verwendet wird. Der BH{Proze hingegen bildet die wichtigste Untergrundquelle f  ur ISR{Ereignisse; des weiteren dient er zur systematischen Untersuchung des Detektorsystems zum Nachweis abgestrahlter Photonen (Kapitel 2.2.1.6). 1.4.1 Der ISR{Proze Die Abstrahlung eines Photons von der Leptonlinie in tiefinelastischer Positron{ Proton{Streuung erfolgt nach [mo69] haupts  achlich unter kleinen  O nungswin- keln in Bezug auf die Flugrichtung des Leptons. Es gilt: h i = r ( m e E 0 ) : (1.24) Aus Gleichung (1.24) folgt f  ur HERA{Bedingungen mit E 0  27:5GeV f  ur den Abstrahlungswinkel des Photons   0:5mrad. Es ist somit berechtigt, Ereignis- se, in denen das abgestrahlte Photon im Experiment kollinear zum einlaufenden Positron nachgewiesen wird, als eine Abstrahlung des Photons vom einlaufen- den Positron zu interpretieren, so da die nachfolgende tiefinelastische Positron{ Proton{Streuung bei einer verringerten Schwerpunktsenergie statt ndet: s e = z  s : (1.25) Der Parameter z = E 0 E E 0 mit 0 < z < 1 (1.26) gibt hierbei den relativen Energieverlust des einlaufenden Positrons an. Zu beto- nen ist, da diese Interpretation nur im Grenzfall kleiner Photonabstrahlungswin- kel Sinn macht. F  ur groe  O nungswinkel ist es falsch, das im Experiment nach- gewiesene Photon der ein{ bzw. auslaufenden Leptonlinie zuordnen zu wollen. Der Wirkungsquerschnitt f  ur ISR{Ereignisse, d.h. der ep{Wirkungsquerschnitt in NLO , ergibt sich aus dem Integral d 2  ISR Born dxdQ 2 = Z z max 0 d 3  ISR Born dxdQ 2 dz dz (1.27) 14 Kapitel 1. Die tief inelastische Positron-Proton{Streuung mit dem dreifach di erentiellen Wirkungsquerschnitt nach [kra92] d 3  ISR Born dxdQ 2 dz = 3 P (z) 1 + (1 y) 2 xQ 4  1 + R 1 +R  F 2 (x;Q 2 ) : (1.28) Die Funktion P (z) ergibt sich dabei zu P (z) = 1 + z 2 1 z ln  E 2 0  2 a m 2 e  z 1 z (1.29) und der Parameter  l  at sich gem  a  = 2(1 y) 1 + (1 y) 2 (1.30) berechnen. Die Gr  oen m e und  a in Gleichung (1.29) sind jeweils die Positron- masse und die obere Grenze der Integration  uber den Photonabstrahlungswinkel. 1.4.2 Strahlungskorrekturen f  ur ISR{Ereignisse Die zur Zeit verf  ugbaren MC{Generatoren enthalten keine Strahlungskorrektu- ren f  ur die tiefinelastische Lepton-Proton{Streuung mit harter Bremsstrahlung. Es existieren jedoch analytische Berechnungen der Strahlungskorrekturen der Ordnung O( ) f  ur Prozesse mit Photonabstrahlung kollinear zum einlaufenden Lepton [anl97, anl98, anl99], die die speziellen Randbedingungen dieser Analyse ber  ucksichtigen. -0.2 -0.1 0 0.1 0.2 -0.05 0.3 -0.04 0.4 -0.03 0.5 -0.02 -0.01 0 0.01 0.02 0.03 0 0.1 0.2 0.3 0.4 0.5 0.6 00.7 0.10.8 0.20.9 0.31 0.4 0.5 0.6 0.7 0.8 0.9 1 LL LL NLL NLLδ CR LL LL NLL NLL b) y^y^ δ CRa) y y Abbildung 1.6: Strahlungskorrekturen Æ RC f  ur a) die Elektronmethode b) f  ur die {Methode in der leading{ und next{to{leading{log Approximation f  ur E = 5GeV [anl98]. 1.4. Radiative Prozesse 15 Abbildung 1.6 zeigt die Strahlungskorrekturen Æ RC der Ordnung O( ) zum Wir- kungsquerschnitt d 3  ISR Born dxdQ 2 dz : Æ RC = d 3  ISR d 3  ISR Born 1 : (1.31) Die Korrekturen h  angen stark von der Rekonstruktionsmethode der kinemati- schen Gr  oen ab (siehe Kapitel 1.5). F  ur die {Methode belaufen sich die Korrek- turen auf vier bis f  unf Prozent (Abbildung 1.6b), w  ahrend die Elektronmethode eine deutlich st  arkere Abh  angigkeit von bis zu 50% (Abbildung 1.6a) zeigt. 1.4.3 Der Bethe{Heitler{Proze Die Luminosit  atsmessung und die Untersuchung der Detektoren des Lumino- sit  atssystems beim H1{Experiment geschieht mit BH{Ereignissen [bet34]. Der Bethe{Heitler{Proze zeichnet sich besonders durch seinen hohen Wirkungsquer- schnitt und dadurch aus, da letzterer im Rahmen der QED theoretisch mit einer Genauigkeit von  1% bekannt ist. Des weiteren erm  oglicht die charakterische Signatur von BH{Ereignissen eine einfache Identi zierung des Prozesses:  Das Positron und das Photon im Endzustand verlassen den Wechselwir- kungspunkt unter sehr kleinen Winkel relativ zur Richtung des einlaufen Positrons h i  m e E 0 (1.32) h e i  m e E e ; (1.33) typische Werte f  ur Leptonenergien bei HERA ergeben h i  19rad.  F  ur die Energien der Endzustandsteilchen gilt aufgrund des zu vernachl  assi- genden Impuls  ubertrages auf das Proton E 0 = E + E e . Der Wirkungsquerschnitt f  ur BH{Ereignisse im ultrarelativistischen Grenzfall, ist unter der Annahme eines spinlosen, punktf  ormigen Protons der Energie E p gegeben durch d BH d = 16 3 3m 2 e 1  (1  + 3 4  2 )[ln 4E 0 E p (1 ) m e m p  1 2 ] ; (1.34) wobei E 0 die Energie der einlaufenden Leptonen,  = E E 0 und m e , m p die Lepton{ bzw. Protonmasse ist [kot88]. Obige Gleichung gilt nur unter der Annahme, da die Ladungsverteilung der Protonen und Leptonen der gespeicherten Strahlen r  aumlich nicht begrenzt ist. 16 Kapitel 1. Die tief inelastische Positron-Proton{Streuung Im Falle der HERA{Maschine ist die Ladungsverteilung der Protonen und der Leptonen dagegen durch die endliche Ausdehnung des Strahls begrenzt. Berech- nungen des BH{Wirkungsquerschnittes mit der Randbedingung einer r  aumlich begrenzten Ladungsverteilung f  uhren zu Korrekturen des Wirkungsquerschnittes in Gleichung (1.34) in der Gr  oenordnung von bis 20% in Abh  angigkeit von der Photonenergie und es ergibt sich [kot88] d BHC d = d BH d 16 3 3m 2 e 1   (1  + 3 4  2 )  [ln (A 1   (1 + a y a x )) C + 1 2 ] 13 12 (1 ) 3 4  2  : (1.35) δ HERA (27.55 GeV Positronen x 820 GeV Protonen) ξ Abbildung 1.7: Korrektur Æ aufgrund der Strahlausdehnung zum BH{ Wirkungsquerschnitt in Gleichung (1.34) f  ur Stahlbedingungen des Jahres 1997 [ser98]. Die Gr  oe C ist eine Konstante mit dem Wert C = 0:577. Die Parameter a x , a y und A h  angen von der Dispersion des Lepton{ ( lx , ly ) und des Protonstrahles (( px , py ) in x und y ab. a 2 x =  2 lx +  2 px (1.36) a 2 y =  2 ly +  2 py (1.37) A = 2 p 2E 0 E p m 2 e m p a y : (1.38) 1.5. Die Rekonstruktion der Ereigniskinematik 17 Die typische Strahlausdehnung bei HERA [kot88] (1997: lx = 0:29mm,  ly = 0:065mm und  px = 0:29mm,  py = 0:077mm) f  uhrt zu den in Abbildung 1.7 angegeben Korrekturen zum BH{Wirkungsquerschnitt in Gleichung (1.34) als Funktion der relativen Photonenergie . Sie sind f  ur kleine Energien der abge- strahlten Photonen nicht vernachl  assigbar und erreichen Werte bis zu 20%. 1.5 Die Rekonstruktion der Ereigniskinematik Der H1{Detektor (siehe Kapitel 2) ist in der Lage die Energie und den Streu- winkel sowohl des gestreuten Leptons als auch des hadronischen Endzustandes zu messen. Durch die Kombination von zwei dieser vier Megr  oen bei vorgege- bener Schwerpunktsenergie ist die Bestimmung der Kinematik des betrachteten Ereignisses m  oglich. Die Messung der Energie E des abgestrahlten Photons im Luminosit  atssystem des H1{Detektors erlaubt die Bestimmung der Schwer- punktsenergie von ISR{Ereignissen. Nachfolgend werden die f  ur diese Analyse relevanten Rekonstruktionsmethoden beschrieben: Die Elektron{, die Jacquet{ Blondel (JB) und die {Methode, die sich aus der JB{Methode ableitet. Die Elektron{Methode Bei Ereignissen des ungeladenen Stromes ist es m  oglich,  uber die Messung der Energie des gestreuten Leptons E e und seines Streuwinkels  e die lorenzinvarian- ten Gr  oen y e = 1 E e E 0 E sin 2  e 2 ; (1.39) Q 2 e = 4(E 0 E )E e cos 2  e 2 ; (1.40) x e = Q 2 e s e y e (1.41) zu bestimmen. Die relative Au  osung f  ur y e ergibt sich zu [bas95]: Æ y e y e = 1 y e y e ( Æ E e E e  Æ  e tan  e =2 ) : (1.42) Sie ist f  ur groe Inelasitizit  aten (y e > 0:2) sehr gut und verschlechtert sich auf- grund der 1=y e Abh  angigkeit f  ur kleine Inelastizit  aten. 18 Kapitel 1. Die tief inelastische Positron-Proton{Streuung Die JB{Methode Die JB{Methode [jac79] verwendet ausschlielich die Gr  oen des hadronischen Endzustandes zur Bestimmung der Kinematik des betrachteten Streuprozesses: die transversale Impulskomponente, p H T , und die longitudinale Impulsbalance,  H , des hadronischen Endzustandes: P H = X h E h p z ;h (1.43) (p H T ) 2 = X h (p 2 x ;h + p 2 y ;h ) : (1.44) Hier geben E h und p x ;h ; p y;h ; p z ;h die Energie und die einzelnen Impulskomponen- ten in x,y und z{Richtung eines Teilchens des hadronischen Endzustandes an. Die Summen in Gleichung (1.43) und in Gleichung (1.44) laufen  uber alle Teilchen des hadronischen Endzustandes. Es gilt: y JB =  H 2E 0 (1.45) Q 2 JB = (p H T ) 2 1 y JB (1.46) x JB = Q 2 JB s y JB (1.47) Die JB{Methode ber  ucksichtigt keine Photonabstrahlung und ist nicht f  ur die Rekonstruktion der Kinematik von ISR{Ereignissen geeignet. Ihre Verwendung ndet sie im Wesentlichen bei der Bestimmung der Kinematik von Ereignissen des geladenen Stromes, da sie ohne Leptongr  oen auskommt. Die {Methode Die {Methode [bas95] ist eine Weiterentwicklung der JB{Methode, die f  ur die Rekonstruktion der Ereigniskinematik, neben den Megr  oen des hadronischen Endzustandes auch Gr  oen des gestreuten Leptons verwendet { die longitudi- nale Impulsbalance ,  e , und die transversale Impulskomponente des gestreuten Leptons, p e T :  e = E e (1 cos  e ) (1.48) (p e T ) 2 = E 2 e sin 2  e : (1.49) Damit gilt: y  =  H  H +  e (1.50) 1.6. Die Zielsetzung der Arbeit 19 Q 2  = (p e T ) 2 1 y  (1.51) x  = Q 2  s e  y  : (1.52) Der Nenner in Gleichung (1.45) wird durch den Ausdruck ( H +  e ) ersetzt, der aufgrund von Energie{ und Impulserhaltung gleich der zweifachen Energie der in den tiefinelastischen Proze einlaufenden Leptonenergie ist. Durch diese De nition ist y  auch bei einer gegebenfalls statt ndenden Abstrahlung eines Photons von der einlaufenden Leptonlinie in der Lage die richtige Kinematik zu rekonstruieren. Die relative Au  osung von y  ist gegeben durch: Æy  y  = (1 y  )( Æ   ÆE e E e  Æ e tan  e =2 ) (1.53) F  ur kleine y{Werte divergiert die Au  osung im Gegensatz zur Elektron{Methode nicht, da sie keine 1=y  Abh  angigkeit besitzt. Zur Bestimmung von Q 2  wird der Transversalimpuls des hadronischen Endzu- standes in Gleichung (1.46) durch den Transversalimpuls des gestreuten Leptons ersetzt. Hierbei geht man davon aus, da der Transversalimpuls des hadroni- schen Endzustandes und des gestreuten Leptons vom Betrage her gleich sind: (p H T ) 2 = (p e T ) 2 . Da die Energie des gestreuten Leptons mit einer h  oheren Genauig- keit bestimmt werden kann als die des hadronischen Endzustandes, erreicht man im Vergleich zur Methode von Jacquet und Blondel eine verbesserte Au  osung. 1.6 Die Zielsetzung der Arbeit Die Messung der Strukturfunktionen des Protons sind von entscheidender Bedeu- tung f  ur das Verst  andnis der Protons, da nur sie Informationen  uber die Quark{ und Gluonverteilung liefern k  onnen, deren Entwicklung in Q 2 dann mit Hilfe der perturbativen QCD vorhergesagt werden. Die st  orungstheoretischen Me- thoden der QCD sind f  ur kleine Skalen nicht mehr anwendbar und erzwingen im  Ubergangsbereich zur Photoproduktion die Anwendung von ph  anomenolo- gischen Modellen, wie zum Beispiel der Regge{Theorie, zur Beschreibung der Daten. Obwohl die Daten durch diese Modelle gut beschrieben werden, ist die Situation unbefriedigend, da die Modelle nicht in der Lage sind, die Eigenschaften der zugrundeliegenden Prozesse vorherzusagen. Aus diesem Grund sind Struk- turfunktionsmessungen im  Ubergangsbereich um Q 2 ' 1GeV 2 von besonderem Interesse. Der  Ubergangsbereich zur Photoproduktion kann aufgrund der aktuellen Detek- torakzeptanz nicht mit nicht{radiativen Ereignissen erschlossen werden. Dagegen 20 Kapitel 1. Die tief inelastische Positron-Proton{Streuung erlauben ISR{Ereignisse, die, wegen der Abstrahlung des Photons im Anfangs- zustand, im Vergleich zu nicht radiativen ep{Ereignissen bei kleinen Q 2 { und mittleren x{Werten statt nden (siehe Abschnitt 1.5 und Abbildung 4.8), die Er- fassung des  Ubergangsbereiches. Des weiteren bieten sie die M  oglichkeit, f  ur feste x{, Q 2 {Werte  uber die Variation der Schwerpunktsenergie die longitudinale Strukturfunktion F L zu messen (siehe Gleichung (1.11) und Kapitel 5). In der vorliegenden Arbeit erfolgt die Vorstellung der Resultate der F 2 {Messung und die erste experimentelle Umsetzung der von Favart et al. [fav96] vorgeschlagenen Methode zur Messung der longitudinalen Strukturfunktion mit ISR{Ereignissen. Nach der Beschreibung des Experimentes, werden die Vorarbeiten zum Verst  and- nis der Daten und die Datenselektion erl  autert. Abschlieend werden die Resul- tate der F 2 { und F L {Messung beschrieben. 21 Kapitel 2 Das Experiment Die imRahmen dieser Arbeit verwendeten 11:16 pb 1 Daten wurden mit dem H1{ Detektor im Datennahmejahr 1997 aufgezeichnet. Nach einer kurzen Beschrei- bung des HERA{Beschleunigers, werden die f  ur die Analyse radiativer Ereignisse relevanten Subdetektorkomponenten beschrieben: das Flugzeitsystem (ToF) f  ur die Messung des Wechselwirkungszeitpunktes, das Spurkammersystem zur Im- pulsmessung geladener Teilchen, das Liquid{Argon{Kalorimeter (LAr) zur Mes- sung des hadronischen Endzustandes, das r  uckw  artige Kalorimeter (SpaCal) zur Detektion des gestreuten Positrons und schlielich das Luminosit  atssystem, das die Luminosit  atsmessung und den Nachweis des ISR{Photons gew  ahrleistet. Eine detaillierte Beschreibung des H1{Detektors ndet sich in [h1d97]. Ein kurzer  Uberblick des H1{Trigger{System schliet sich an und das Kapitel wird durch die Beschreibung der verwendeten Monte Carlo Generatoren und Si- mulationsprogramme abgeschlossen. 2.1 Der Beschleuniger HERA Die Hadron-Elektron-Ringanlage HERA am DESY in Hamburg ist weltweit der einzige Ringbeschleuniger, in dem Positronen an Protonen gestreut werden. Die Teilchen durchlaufen den 6.3 km langen Tunnel in getrennten Strahlr  ohren in entgegengesetzter Richtung und werden an zwei Wechselwirkungspunkten, um die jeweils die Detektoren ZEUS und H1 installiert sind, zur Kollision gebracht. 1997 wurde der Beschleuniger mit 27.57GeV Positronen und 820GeV Protonen bei einer Schwerpunktsenergie von ' 300GeV betrieben. Die HERA Teilchenstrahlen sind in 220 Teilchenpakete (im nachfolgenden auch als Bunch bezeichnet) aufgeteilt. Die Proton{ und Leptonpakete tre en an den Wechselwirkungspunkten alle 96 nsec aufeinander, was einer Durchkreuzungsra- te (Bunchcrossingrate) von 10.4MHz entspricht. In der Regel werden ca. 174 Teilchenpakete zur Kollision gebracht. Die restlichen Teilchenpakete besitzen entweder keinen Kollionspartner oder sind nicht gef  ullt. Die nicht kollidierenden Teilchenpakete werden zum Absch  atzen des strahlinduzierten Untergrundes ver- wendet. Diesen Untergrund bilden Ereignisse, in denen die Strahlteilchen mit Gasmolek  ulen im Strahlrohr oder mit den W  anden des Strahlrohres wechselwir- ken. 22 Kapitel 2. Das Experiment 2.2 Das H1{Experiment 2.2.1 Der H1{Detektor Der H1{Detektor (Abbildung 2.1) wurde f  ur eine optimale Energie{ und Impuls- messung der Endzustandsteilchen der tiefinelastischen Streuung entwickelt. Er ist mit Ausnahme der vorw  artigen und r  uckw  artigen Region, an der die Strahlr  ohre den Detektor (in der N  ahe von 12 und 13 1 ) durchquert, hermetisch um den Wechselwirkungspunkt aufgebaut. Da die Reaktionsprodukte des hadronischen Endzustandes aufgrund der sehr viel h  oheren Energie der Protonen vorwiegend in Protonrichtung gestreut werden, besitzt der H1{Detektor eine asymmetrische Geometrie mit einer h  oheren Segmentierung und einem massiverem Aufbau in z{Richtung. Das rechtsh  andige Koordinatensystem ist derart gew  ahlt, da die z{ Achse in die Flugrichtung der Protonen, die sogenannte Vorw  artsrichtung, zeigt (siehe Abbildung 2.1). Im Nullpunkt des Koordinatensystems liegt der Wechsel- wirkungspunkt. Um den Wechselwirkungspunkt be nden sich die Zentral{ und Vorw  artsspurkam- mern, 2-3 . An diese Kammern schlieen sich die Kalorimeter , 4-5 , 12-13 , an. Eine supraleitende Spule, 6 , erzeugt parallel zur Strahlachse ein Magnet- feld von 1.5T. Das Flugzeitsystem besteht aus mehreren Szintillatorkomponen- ten, die entlang der Strahlachse installiert sind. Das instrumentierte Eisen, 10 , zur R  uckf  uhrung des magnetischen Flues, erg  anzt das Kalorimeter, um nicht vollst  andig absorbierte Teilchen (z.B. Myonen) nachzuweisen. Das Luminosit  ats- system, das hinter dem Hauptdetektor entlang der Positronstrahlrohr installiert ist, und das Vorw  artsmyonsystem, 11 , vervollst  andigen den H1{Detektor. 2.2.1.1 Das Flugzeitsystem (ToF) Das ToF{System besteht aus mehreren Szintillatorkomponenten, die senkrecht zur Strahlachse installiert sind: dem FToF bei z=+7.0m, dem PToF bei z=+3.5m, dem BToF bei z=-3.2m und den Veto{W  anden bei z=-6.5m und z=-8.1m. Eine detaillierte Beschreibung des ToF{Systems ndet man in [wis98, beg98, a92]. Die HERA{Maschine misst f  ur jedes Bunchcrossing den Zeitpunkt der Durchkreuzung und stellt diese Messung den Experimenten zur Verf  ugung. Das ToF{System dient zur Flugzeitmessung der Teilchen relativ zum Zeitpunkt des Bunchcrossings im Detektor. Jede ToF{Komponente besitzt ein Wechselwirkungszeitfenster (IA), das derart gew  ahlt ist, da Teilchen, deren Ursprung am Wechselwirkungspunkt liegt, in- nerhalb dieses IA{Zeitfensters die Szintillatorkomponente erreichen. Strahlin- duzierter Untergrund, der die ToF{Komponente auerhalb des IA{Zeitfensters 1 Die Zi ern in beziehen sich auf Abbildung 2.1 2.2. Das H1{Experiment 23 Abbildung 2.1: 3-D Ansicht des H1{Detektors. Die Zi ern in werden im Text erl  autert. 24 Kapitel 2. Das Experiment erreicht, kann mittels der Flugzeitmessung verworfen werden, was zu einer deut- lichen Untergrundsreduktion f  uhrt. 2.2.1.2 Die Zentral{ und Vorw  artsspurkammern Das H1{Spurkammersystem dient zur Messung der Impulse geladener Teilchen im Magnetfeld mit einer Genauigkeit von (p)=p 2  3  10 3 GeV 1 . Der Po- larwinkel der Teilchenspuren kann bis zu einer Genauigkeit von ()  1mrad gemessen werden. Des weiteren werden die rekonstruierten Teilchenspuren zur Bestimmung des Wechselwirkungsortes des Ereignisses, dem sogenannten Ereig- nisvertex, verwendet. Teilchenidenti kation ist auerdem mittels der Messung der spezi schen Ionisation dE/dx m  oglich. Aufgrund der Asymmetrie zwischen den Positron{ und Protonstrahlenergien be- steht das Spurkammersystemaus zwei voneinander getrennten Komponenten, der Zentral{ und der Vorw  artsspurkammer (siehe Abbildung 2.2). Sie  uberdecken je- weils den Bereich 25 Æ <  < 155 Æ (Zentral{Spurkammer) und 7 Æ <  < 25 Æ (Vorw  artsspurkammer). Dabei ist der Aufbau beider Komponenten auf die Im- pulsmessung in den entsprechenden Winkelbereichen optimiert. Abbildung 2.2: Seitenansicht des H1 Spurkammersystems. Die zentralen Spurkammern Die Spurrekonstruktion in der Zentralregion erfolgt mit der inneren und  aue- ren Driftkammer CJC1 und CJC2. Die Orientierung der Dr  ahte ist parallel zur 2.2. Das H1{Experiment 25 Strahlachse. Um eine optimale Spurrekonstruktion zu erm  oglichen, sind die Drift- zellen um 30 Æ relativ zur radialen Richtung verkippt. Die Ortsau  osung in r- betr  agt 170m. Mittels des Vergleiches der nachgewiesenen Ladung an den En- den der Signaldr  ahte ist eine Ortsau  osung von (z)  22:0mm in z m  oglich. Zwei d  unne Driftkammern, deren Signaldr  ahte senkrecht und deren Driftrichtung parallel zur Strahlachse verlaufen, komplettieren die Messung der Impulse gelade- ner Teilchen und bestimmen die z{Koordinate mit einer Au  osung von 300m. Diese sogenannte zentrale innere (CIZ) und zentrale  auere (COZ) z{Kammer sind jeweils innerhalb und auerhalb der CJC1 montiert. Die Vieldraht{ProportionalkammernCIP (inneres Modul) und COP (  aueres Mo- dul) vervollst  andigen das zentrale Spurkammersystem. Sie liefern ein schnelles Zeitsignal, das in der Lage ist, zwei aufeinanderfolgende Bunchcrossings mit ei- nem zeitlichen Abstand von 96 nsec aufzul  osen. Kombinationen der Signale in CIP, COP und der Vorw  artsproportionalkammern (FWPC) dienen zum Triggern von Spuren, die vom Ereignisvertex stammen. Vorw  artsspurkammern Die Vorw  artsspurkammern bestehen aus drei identisch aufgebauten Supermo- dulen. Jedes Supermodul ist aus drei planaren Driftkammern, einer Vieldraht- proportionalkammer (FWPC), einem  Ubergangsstrahlungsdetektor zur Teilchen- identi kation und einer Driftkammermit radial zur Strahlachse gespannten Dr  ah- ten aufgebaut (siehe Abbildung 2.2). In dieser Analyse wird das Vorw  artsspurkammersystem zusammen mit den Spur- informationen der zentralen Spurkammer zur Rekonstruktion des Ereignisvertex verwendet. Des weiteren dienen die Signale der FWPC zusammen mit denen von CIP und COP als schneller Trigger f  ur Spuren, die zum Ereignisvertex zeigen. 2.2.1.3 Die r  uckw  artige Driftkammer (BDC) Der Winkelbereich 153 Æ <  < 178 Æ wird durch die r  uckw  artige Driftkammer, BDC (Backward Drift Chamber) abgedeckt [bar97, kat97, sch96]. Die BDC wird in dieser Analyse zur Messung des Polarwinkels des gestreuten Positrons benutzt. Sie erreicht eine Genauigkeit in der Winkelmessung von 0.5mrad und besteht aus vier Doppellagen, die in jeweils acht Segmente unterteilt sind. Diese aufeinan- derfolgenden Doppellagen sind gegeneinander um 11:24 Æ verdreht. Die einzelnen Lagen sind zus  atzlich um jeweils die maximale Driftl  ange versetzt, um Rechts{ Links{Ambiguit  aten aufzul  osen. 2.2.1.4 Das Fl  ussig{Argon{Kalorimeter Das Hauptkalorimeter des H1{Detektors ist ein feinsegmentiertes nicht kompen- sierendes Fl  ussig{Argon{Sampling{Kalorimeter (LAr{Kalorimeter). Es be ndet sich innerhalb der supraleitenden Spule, um eine hohe Identi kationseÆzienz und 26 Kapitel 2. Das Experiment pr  azise Energiemessung von Elektronen, Positronen und Teilchenb  undeln (Jets) mit hoher Teilchendichte im LAr{Kalorimeter zu gew  ahrleisten. Durch diesen Aufbau werden der Anteil an passiven Material vor dem Kalorimetervolumen, das Gewicht und die Ausmae des Kalorimeters minimiert. Abbildung 2.3: Seitenansicht des LAr{Kalorimeters [h1c93] Das LAr{Kalorimeter  uberdeckt den Winkelbereich 4 Æ <  < 154 Æ und besteht aus einem elektromagnetischen (EMC) und einem hadronischen (HAC) Teil mit jeweils Blei bzw. Stahl als Absorbermaterial und hat eine Gesamttiefe von 4:5 bis 8 Absorptionsl  angen . Es ist aus acht R  adern, die wiederum aus acht Ok- tanden aufgebaut sind, zusammengesetzt. Die Richtung der Absorberplatten ist so gew  ahlt, da vom Wechselwirkungspunkt einfallende Teilchen die Absorber- platten unter einem Winkel von mehr als 45 Æ kreuzen. Abbildung 2.3 zeigt die Seitenansicht des LAr{Kalorimeters. Das Eingangssignal der Energierekonstruktion des LAr{Kalorimeters ist die ka- librierte Ionisationsladung einer Auslesezelle. Das Rekonstruktionsprogramm er- mittelt aus der gemessenen Ladung mittels der Kalibrationskonstanten c exp die Energie auf der sogenannten elektromagnetischen Skala [bor92, bab94, bes96, nau98]. Aufgrund des nicht{kompensierenden Charakters des LAr{Kalorimeters ist das Signal von Hadronen um etwa 30% kleiner als das Signal von Positronen. Des weiteren variiert das Signalverh  altnis von Hadronen zu Positronen mit der Ein- fallsenergie der Teilchen. Aus diesem Grunde mu f  ur die Rekonstruktion der hadronischen Energie eine zus  atzliche Korrektur auf der elektromagnetischen Ska- la zur Kompensation erfolgen. Die Kompensation des Kalorimeters wird durch Software{Gewichtungsverfahren, die die unterschiedlichen Eigenschaften der ha- dronischen und elektromagnetischen Schauer ausnutzen, erreicht [wel94, iss96, iss00]. Die Energieau  osung aus Teststahlmessungen ergibt sich f  ur das elektromagne- 2.2. Das H1{Experiment 27 tische Kalorimeter zu 12%= p E  1% und f  ur das hadronische Kalorimeter zu 50%= p E  2%. 2.2.1.5 Das r  uckw  artige Kalorimeter (SpaCal) Ein Blei{Szintillationskalorimeter (SpaCal) dient zur Energiemessung im R  uck- w  artsbereich des H1{Detektors. Eine detaillierte Beschreibung dieser Kompo- nente be ndet sich in [spa96a, spa96b, spa97, dir98]. Die Seitenansicht der elek- tromagnetischen und hadronischen Komponente des SpaCal ist in Abbildung 2.4 dargestellt. Abbildung 2.4: Seitenansicht des SpaCal im R  uckw  artsbereich des H1{Detektors. Beide Komponenten bestehen aus szintillierenden Fasern, die in eine Bleimatrix eingebettet sind, mit Faserdurchmessern von 0.5mm f  ur den elektromagnetischen und 1.0mm f  ur den hadronischen Teil. Das elektromagnetische SpaCal verf  ugt  uber 1192 Auslesezellen mit einer jewei- ligen Fl  ache von 40:5  40:5mm 2 . Die Zellausmae sind dem Moliere Radius von 25.5mm angepat, so da eine gute Elektron{Pion{Trennung und eine gute Ortsau  osung von  = (4:4  0:4)mm= p E=GeV  (1:0 0:2)mm [gar00, poe96] gew  ahrleistet ist. Das Szintillationslicht wird mit Hilfe von Photomultipliern ausgelesen, was eine Zeitau  osung von besser als 0.4 nsec und ein geringes Rau- 28 Kapitel 2. Das Experiment schen bedingt. Das elektromagnetische SpaCal zeichnet sich durch eine Energie- au  osung von =E = (7:1 0:2)%= p E=GeV  (1:0 0:1)% aus. Der hadronische Teil des SpaCal bietet die M  oglichkeit der Unterscheidung zwi- schen hadronischen und elektromagnetischen Schauern, sowie einer groben ha- dronischen Energiemessung. Er besteht aus 136 Auslesezellen mit einer Aus- dehnung von 119:3  119; 0mm 2 . Die relative Energieau  osung betr  agt =E = (13  0:2)%= p E=GeV  (3:0  0:1)%. 2.2.1.6 Das Luminosit  atssystem Das Luminosit  atssystem (siehe Abbildung 2.5) besteht aus zwei r  aumlich getrenn- ten Kalorimetern, dem Elektrondetektor (ET) und dem Photondetektor (PD), die in Leptonstrahlrichtung imHERA{Tunnel bei z ET = 33:4m und z PD = 102:9m installiert sind. Beide Detektoren bestehen aus einer quadratischen Anordnung von Thaliumchlorid/Thaliumbromid{Kristallen, die imweiterenKRS{15{Kristal- le genannt werden. Jeder der Kristalle wird  uber einen optischen Kontakt mit Hilfe von Photomultipliern ausgelesen. Der Photondetektor mu vor der intensiven Synchrotronstrahlung gesch  utzt wer- den. Aus diesem Grunde be nden sich vor dem Photondetektor ein Blei lter (F) mit einer Dicke von etwa zwei Strahlungsl  angen. Zur Absch  atzung der im Blei l- ter deponierten Energie dient ein Wasser{Cherenkov{Z  ahler (Veto{Counter, ab- gek  urzt VC) mit einer Dicke von einer Strahlungsl  ange, der zwischen dem Blei l- ter und dem Photondetektor montiert ist. Die Eigenschaften des Elektron{ und des Photondetektors sind in Tabelle 2.1 zusammengefat. Einheit ET AD Querschnitt x ET;PD  y ET;PD mm 2 154 154 100 100 Anzahl der Kristalle 7 7 5 5 Breite der Kristalle mm 22 20 H  ohe der Kristalle mm 22 20 L  ange der Kristalle mm 200 200 Chemische Zusammensetzung TlCl(78%) + TlBr(22%) Dichte,  g=cm 3 7.70 Strahlungsl  ange, X 0 cm 0.93 Moliere{Radius, R M cm 2.10 Kritische Energie, E c MeV 8.3 Strahlungsh  arte Rad > 6  10 6 Ortsau  osung,  x =  y mm 0.3 - 1.2 Zeitau  osung,  t ns < 3 Tabelle 2.1: Eigenschaften des Elektron{ und des Photondetektors [h1d97]. Aufgabe des Luminosit  atssystems ist der Nachweis von Teilchen, die durch das Strahlrohr in Leptonstrahlrichtung aus dem Hauptdetektor entweichen, wie zum Beispiel des gestreuten Positrons in Photoproduktionsereignissen oder des ab- gestrahlten Photons eines Bremsstrahlungsereignisses e + p ! e + p . Die Ener- 2.2. Das H1{Experiment 29 gien der Positronen werden im Elektrondetektor und die der Photonen im Veto{ Counter und im Photondetektor gemessen. Das System aus Veto{Counter und Photondetektor wird im nachfolgenden als Photonarm bezeichnet. Die Strahlf  uhrungsmagnete des Leptonstrahls wirken auf die Positronen der tiefin- elastischen Streuung, die den Hauptdetektor durch das Strahlrohr verlassen, wie ein Spektrometer. Sie f  achern die Positronen entsprechend ihrer Energie auf und f  uhren zu einer energieabh  angigen Akzeptanz. Abbildung 2.6a zeigt den Ein u der Strahlf  uhrungsmagnete auf den Auftre ort (X ET ; Y ET ) der Positronen von BH{Ereignissen im Elektrondetektor. Die Positronen streuen  uber den gesam- ten Elektrondetektor in horizontaler Richtung, da sie je nach ihrer Energie mehr oder weniger stark abgelenkt werden. Es ist somit eine Korrelation zwischen der Positronenergie und ihrem Auftre ort X ET zu erwarten. Diese Korrelation wird in Abbildung 2.6b gezeigt. Positronen mit hoher Energie tre en bevorzugt bei kleinen Werten von X ET auf den Elektrondetektor. Dar  uber hinaus erkennt man, da f  ur X ET < 5 cm viele Positronen bei niedrigen Energien rekonstruiert werden. Dieser E ekt ist auf Energieverluste am Rand des Elektrondetektors zur  uckzuf  uhren. IP Electron Tagger (ET) EET = 11:8 GeV Photon Detector (PD) EPD = 14:5 GeV H1 Luminosit y System E = 11.6 GeVET H1 Luminositatssystem" Elektrondetektor ( ) PD E = 14.5 e Photondetektor (PD) Abbildung 2.5: Das H1{Luminosit  atssystem. Abbildung 2.7 zeigt die im Rahmen dieser Arbeit mit BH{Ereignissen bestimmte Akzeptanz des Elektrondetektors als Funktion der Positronenergie. Es zeigt sich, da Positronen mit Energien zwischen 5 und 22GeV im Akzeptanzbereich des Elektrondetektors liegen. 30 Kapitel 2. Das Experiment XET [cm] Y E T [cm ] XET [cm] E E T [G eV ] -8 -6 -4 -2 0 2 4 6 8 -8 -6 -4 -2 0 2 4 6 8 0 5 10 15 20 25 30 35 -8 -6 -4 -2 0 2 4 6 8 Abbildung 2.6: a) Verteilung der rekonstruierten Auftre punkte (X ET ; Y ET ) im Elektrondetektor. b) Korrelation der im Elektrondetektor deponierten Energie E ET mit dem horizontalen Auftre punkt X ET f  ur BH{Ereignisse. 2.2. Das H1{Experiment 31 EET [GeV] A 0 0.2 0.4 0.6 0.8 1 1.2 0 5 10 15 20 25 30 Abbildung 2.7: Akzeptanz A des Elektrondetektors als Funktion der Positronener- gie. Die Akzeptanz des Photondetektors wird durch die Magnete und Kollimatoren vor diesem bestimmt. Abbildung 2.8 zeigt den Schatten, der durch die Magnete und Kollimatoren vor dem Photondetektor, geworfen wird, wobei der gezeigte Umri der Schatten auf der Ebene 140 cm vor dem Photondetektor ist. Die Luminosit  atsmessung im H1{Experiment [gog96] basiert wie erw  ahnt auf der Messung der Rate von BH{Ereignissen, die einen hohen und theoretisch gut bekannten Wirkungsquerschnitt besitzen. Dabei werden zwei Methoden zur Lu- minosit  atsmessung verwendet:  Die Koinzidenz{Methode: Bei dieser Methode werden das Positron und das Photon gleichzeitig im Luminosit  atssystem gemessen. Diese Metho- de dient der HERA{Maschine w  ahrend der Strahlpositionsoptimierungen als Kontrolle und zur Bestimmung der relativen Luminosit  at w  ahrend der Datennahme.  Die Photon{Methode: Diese Methode misst die integrierte Luminosit  at nur mit Hilfe der BH{Photonen. Im Vergleich zur Koinzidenz{Methode besitzt sie kleinere Mefehler, weshalb sie auch f  ur die Luminosit  atsmessung der Oine{Analysen verwendet wird. 32 Kapitel 2. Das Experiment X [cm] Y [cm ] -5 -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 5 -5 -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 5 Abbildung 2.8: Schatten (graue Fl  ache) der Magnete und der Kollimatoren 140 cm vor dem Photondetektor [ser98]. 2.2.2 Das Triggersystem Der gr  ote Teil der Ereignisse, die im H1{Detektor nachgewiesen werden, ist Un- tergrund. Typische Untergrundsraten bei instantaner Soll{Luminosit  at (L = 1:5  10 31 cm 2 sec 1 ) sind in der Gr  oenordnung 10-100 mal h  oher als die Rate tiefinelastischer Streuereignisse. Die Aufgabe des Triggersystems ist es, aus dieser riesigen Menge an Daten physi- kalisch relevante Ereignisse zu selektieren. Vier Triggerstufen  ubernehmen diese Aufgabe: L1, L2, L4 und L5 (L3 wird zur Zeit nicht genutzt). Die erste Triggerstufe (L1) liefert f  ur jedes Bunchcrossing eine schnelle Entschei- dung. Diese Stufe erzeugt aufgrund der Zwischenspeicherung der Signale der Subdetektoren in einer Pipeline keine Totzeit und liefert eine Entscheidung nach 2:3 sec. Bis zu 256 Triggersignale von den verschiedenen Subdetektoren, die sogenannten Triggerelemente (TE), werden logisch zu 128 Subtriggerelementen (ST) verkn  upft. Ein Ereignis wird durch L1 getriggert, falls wenigstens eine der Subtriggerbedingungen erf  ullt ist. In diesemFall wird die Speicherung der Signale in den Pipelines gestoppt. Die zweite Triggerstufe (L2) validiert innerhalb von 20 sec die Triggerentschei- dung der L1{Subtrigger komplexerer Ereignistopologien, indem sie aufwendige- re Algorithmen und detailliertere Informationen verwendet. Die Realisierung der L2{Algorithmen geschieht mittels zweier Konzepte: dem sogenannten to- pologischen Trigger, L2TT [biz92, biz92], und dem neuronalen Trigger, L2NN 2.2. Das H1{Experiment 33 [kie91, kra98]. Sobald der L2 Trigger zu einer positiven Entscheidung gelangt, wird das Ereignis ausgelesen und an die vierte Triggerstufe (L4) weitergeleitet. Diese vierte Stufe ist eine Software{Filterfarm mit 30 parallel arbeitenden Pro- zessoren. Schnelle Algorithmen, die speziell f  ur die vierte Triggerstufe konzipiert wurden, sowie Teile der Oine{Rekonstruktion unter Verwendung der vollen Er- eignisinformationen erlauben einen weiteren Selektionschritt, der in zwei Phasen erfolgt: W  ahrend der L4{Triggerveri kationsphase wird die L1 Triggerentschei- dung  uberpr  uft. F  ur den Fall einer Veri zierung des Triggersignals mu das Ereignis zus  atzlich eine von verschiedenen L4{Bedingungen erf  ullen, um in spezi- elle Physikklassen eingeordnet zu werden. Nicht eingeordnete Ereignisse werden verworfen. Eine detaillierte Beschreibung der vierten Triggerstufe ndet man in [pro95]. Auf der f  unften Triggerstufe werden die Ereignisse schlielich vollst  andig rekon- struiert. Analog zur vierten Triggerstufe werden die Ereignisse unter Ber  ucksich- tigung aller notwendigen Kalibrationsdaten di erenzierten Physikklassen zuge- ordnet. Ereignisse, die nicht klassi ziert werden k  onnen, werden verworfen. 2.2.3 Monte{Carlo{Generatoren und Simulationsprogram- me Die mit dem H1{Detektor aufgezeichneten Daten sind ohne detaillierte Kenntnis der Detektorakzeptanzen, ihrer EÆzienzen und Au  osungen f  ur die Extraktion von physikalischen Gr  oen, wie zum Beispiel Wirkungsquerschnitten, nicht nutz- bar. Die Komplexit  at des Detektors und der betrachteten physikalischen Prozesse erzwingt, anstelle der Verwendung von analytischen Berechnungen, sich soge- nannter Monte Carlo Programme (MC) zur Simulation der Detektorgeometrien und Detektorantworten zu bedienen. Zus  atzlich dienen Monte Carlo Ereignisse zur Absch  atzung des Untergrundes. Der erste Schritt der Monte Carlo Simulation besteht in der Generierung von physikalischen Ereignissen. Hierzu werden mittels Ereignisgeneratoren f  ur einen vorgegebenen Phasenraum die physikalischen Prozesse und die Vierervektoren der in den Proze involvierten Teilchen ausgew  urfelt. Im zweiten Schritt wer- den die Detektorantworten des Hauptdetektors auf die generierten Teilchen unter Verwendung des Detektorsimulationsprogrammes GEANT [bru87] simuliert. F  ur die Simulation der wichtigsten Eigenschaften des Luminosit  atssystem ist im Rah- men dieser Arbeit ein einfaches Simulationsprogramm geschrieben worden (siehe Kapitel 3.4). Nach der Generierung und Detektorsimulation werden die MC{ Ereignisse denselben Programmen, mit denen die experimentell aufgezeichneten Daten analysiert werden, zugef  uhrt. Zur Generierung von Photoproduktionsereignissen wird das Programmpaket PHO- JET [eng96] verwendet, das auf dem Dual{Parton{Model (DPM) [hah90] ba- siert. Der Generator DJANGO [sch92] dient zur Simulation von tiefinelastischen 34 Kapitel 2. Das Experiment Lepton{Proton{Streuereignissen; QED{Strahlungse ekte der Ordnung O( ) und QCD{Strahlungskorrekturen werden ber  ucksichtigt. DJANGO besteht aus drei Programmen, HERACLES [kwi92], LEPTO [ing92] und JETSET [sjo94]. F  ur die Simulation der Lepton{Proton{Streuung imRahmen der elektroschwachenWech- selwirkung auf Partonebene wird HERACLES verwendet. HERACLES enth  alt die radiativen Korrekturen bis zur ersten Ordung in relativ zum Bornwirkungs- querschnitt nicht{radiativer Ereignisse. Die Simulation des hadronischen End- zustandes erfolgt durch LEPTO, das unter Verwendung des Farbdipolmodells (CDM) [lon92] Partonemission simuliert. Nachdem der partonische Endzustand festgelegt ist, m  ussen die Farbe tragenden Partonen aufgrund des Confinements in Hadronen fragmentiert werden. LEPTO bedient sich hierbei des Programmpake- tes JETSET, das zur Hadronisation das LUND{Stringmodell [sjo87, ben87, sjo92] benutzt. Die zur Berechnung des ep{Wirkungsquerschnittes notwendigen Parton- dichteverteilungen wurden in dieser Arbeit nach MRSD0' [mar93] parametrisiert. Die Generation von BH{Ereignissen erfolgt mit einem in dieser Arbeit geschrie- benen Generator (siehe Kapitel 3.6.3). 35 Kapitel 3 Vorarbeiten und Datenselektion In dieser Arbeit sollen die Protonstrukturfunktion F 2 (x;Q 2 ) bei kleinen Werten des Impuls  ubertrages Q 2 und die longitudinale Strukturfunktion F L (x;Q 2 ) ge- messen werden. F  ur die Durchf  uhrung der obigen Messungen sind ISR{Ereignisse verwendet worden, da sie einerseits die Erweiterung des kinematischen Bereiches zu kleineren Q 2 {Werten im Vergleich zu nicht{radiativen Prozessen bei gleicher Detektorakzeptanz erm  oglichen (siehe Diskussion in Kapitel 1.5 und 1.6) und an- dererseits aufgrund der Variation der Schwerpunktsenergie in ISR{Ereignissen zur Bestimmung der longitudinalen Strukturfunktion genutzt werden k  onnen (siehe Kapitel 5). Ziel der in diesem Kapitel beschriebenen Arbeitsschritte ist es, einen ISR{Daten- satz mit m  oglichst geringer Untergrundkontamination zu erlangen und die Be- schreibung der charakteristischen Eigenschaften der ISR{Daten durch die MC{ Daten zu gew  ahrleisten. Zun  achst werden daher die Signaturen von ISR{Ereignissen und Untergrunder- eignissen erl  autert. Dieser Diskussion schlieen sich die Beschreibung der Ka- libration der Positronenergie und der Kalibration der Energie des hadronischen Endzustandes an. Die Ergebnisse der Untersuchung des Luminosit  atssystems, insbesondere der Messung der Energie im Photonarm, werden vorgestellt und anschlieend die zur Aufzeichnung der Daten verwendeten Trigger und deren Ef- zienzen behandelt. Die Bestimmung des Untergrundanteils, die Beschreibung der Schnitte zur abschlieenden Selektion von ISR{Ereignissen und Vergleiche zwischen Daten und MC{Verteilungen schlieen das Kapitel ab. 3.1 Signal{ und Untergrundsignaturen Die im Folgenden aufgef  uhrten Arbeitsschritte ergeben sich unter dem Gesicht- punkt der speziellen Signatur des ISR{Prozesses und dessen Untergrundquellen. Aus diesem Grunde ist es f  ur das Verst  andnis der sich anschlieenden Abschnitte notwendig, kurz auf die Charakteristika der ISR{Signatur und der Topologie des Untergrundes einzugehen. Experimentell ist der ISR{Proze als ein Ereignis de niert, das neben der Energie- deposition im Hauptdetektor (LAr + SpaCal) zus  atzlich eine Energiedeposition 36 Kapitel 3. Vorarbeiten und Datenselektion         PDVC ET γISR- SpaCal ISR-Ereignis e+Hadronen LAr (SpaCal) Abbildung 3.1: Schematische Darstellung der ISR{Signatur im H1{Detektor. Eingezeichnet sind das LAr{Kalorimeter (LAr), das SpaCal, der Photonarm be- stehend aus Veto{Counter (VC) und Photondetektor (PD) und der Elektrondetek- tor (ET). Die Rechtecke in den Detektoren symbolisieren die Energiedepositionen in den jeweiligen Komponenten; dabei sei darauf hingewiesen, da ein Teil des hadronischen Endzustandes auch im SpaCal nachgewiesen werden kann, wie ent- sprechend angedeutet. im Photonarm (VC+PD) des Luminosit  atssystem besitzt (siehe Abbildung 3.1); ISR{Ereignisse weisen dagegen keine Energiedeposition imElektrondetektor (ET) auf. Neben der Ereignissignatur im Detektor kann die longitudinale Impulsbalance  = P E i p z;i (siehe Kapitel 1.5) des Ereignisses als weiteres Identi kationskri- terium herangezogen werden. Sie ist eine Erhaltungsgr  oe und hat den Wert 2E 0 . Zur Berechnung der longitudinalen Impulsbalance wird die Summe aus den lon- gitudinalen Impulsbalancen aller Endzustandsteilchen eines ep{Streuereignisses gebildet. F  ur ISR{Ereignisse m  ussen daher die Teilchen des hadronischen Endzu- standes, das gestreute Positron und das abgestrahlte Photon in Betracht gezogen werden und man erh  alt  tot =  H +  e +  = 2E 0 (3.1) mit  = 2 E : (3.2) Gleichung (3.2) gilt, da aufgrund des sehr kleinen  O nungswinkels der Photonen, die im Photonarm registriert werden, ihre longitudinale Impulskomponente als p z;  E abgesch  atzt werden kann. Die longitudinale Impulsbalance nicht{ra- diativer Streuereignisse ist durch  Haupt =  H +  e = 2E 0 (3.3) 3.1. Signal{ und Untergrundsignaturen 37 gegeben. Ein Teil der Untergrundquellen, die die oben beschriebene ISR{Signatur auf- weisen, d.h. Prozesse deren Signatur sich ebenfalls aus Energiedepositionen im SpaCal, im Photonarm und dem im LAr(+SpaCal) gemessenen hadronischen Endzustandes zusammensetzt, kann durch die Forderung  tot  2E 0 verworfen werden. Zu diesen geh  oren die im folgenden aufgef  uhrten DISBH{ und ISRBH{ Prozesse. F  ur den ebenfalls zu ber  ucksichtigenden GPBH{Untergrund ist eine solche Separation allerdings nicht m  oglich. Zusammenfassend m  ussen folgende Untergrundprozesse mit jeweils unterschiedlichen longitudinalen Impulsbalancen ber  ucksichtigt werden:  DISBH: DISBH{Ereignisse sind Zufallskoinzidenzen zwischen tiefinelastischen Streu- ereignissen ohne Radiation oder mit einem abgestrahlten Photon, das den Photonarm nicht tri t, und BH{Ereignissen (Abbildung 3.2a). Die Ener- giedeposition im Photonarm ergibt sich durch das BH{Photon, wohingegen das Signal im SpaCal vom gestreuten Positron des DIS{Prozesses erzeugt wird. Etwa 30% der DISBH{Ereignisse weisen aufgrund der energieabh  angi- gen Akzeptanz des Elektrondetektors eine Energiedeposition im Elektron- detektor (ET), die vom BH{Positron stammt, auf und k  onnen somit ein- deutig als Untergrund identi ziert werden. Des weiteren ist die longitu- dinale Impulsbalance  tot f  ur nicht radiative DISBH{Ereignisse nicht aus- geglichen, sondern systematisch um den Betrag des BH{Photons zu hoch:  tot = 2E 0 + 2E BH (siehe Gleichung (3.3) und Gleichung (3.1)).  GPBH: Die  Uberlagerung von Photoproduktionsereignissen und BH{Ereignissen z  ahlt zur zweiten Untergrundquelle des ISR{Prozesses (Abbildung 3.2b). Die nachgewiesene Energie im Photondetektor stammt bei diesem Unter- grund ebenfalls vom BH{Proze. Das Positron des Photoproduktionsereig- nisses entweicht zwar durch das Strahlrohr, aber Hadronen aus dem End- zustand k  onnen ihre Energie im SpaCal deponieren und die Signatur eines Positrons im SpaCal vort  auschen. Falls das Positron des Photoproduktions{ oder des BH{Ereignisses im Akzeptanzbereich des Elektrondetektors liegt, kann diese Klasse von Ereignissen als Untergrund erkannt werden. Die Ver- wendung der longitudinalen Impulsbalance  tot in diesen Ereignissen ist kein Kriterium zur Unterdr  uckung von GPBH{Ereignissen, da die longitu- dinale Impulskomponente des Photoproduktionspositrons nicht zur Summe in Gleichung (3.1) beitr  agt.  ISRBH: Die dritte Untergrundquelle bilden ISR{Ereignisse in Koinzidenz mit einem BH{Ereignis (Abbildung 3.2c). In ISRBH{Ereignissen wird die Energie der ISR{Photonen aufgrund des zus  atzlichen BH{Photons im Pho- tonarm systematisch zu hoch rekonstruiert. Auch in diesem Fall kann 38 Kapitel 3. Vorarbeiten und Datenselektion            γBH- γISR-                                                                  SpaCal PDVC a) DISBH ET 30% γ e+ DIS-Ereignis SpaCal PDVC c) ISRBH ET 30% ISR-Ereignis e+ SpaCal PDVC b) GPBH ET 30% 30% Photoproduktion Had ron γ e+ BH- Hadronen BH-e+ Hadronen BH-BH-e+ Hadronen BH-e+ LAr (SpaCal) LAr (SpaCal) LAr (SpaCal) Abbildung 3.2: a) Signatur eines DISBH{Ereignisses, b) Signatur eines GPBH{ Ereignisses und c) Signatur eines ISRBH{Ereignisses. Die Teilchen der tie nela- stischen Streuereignisse sind mit durchgezogenen Linien angedeutet. Das  uberla- gerte BH{Ereignis ist gestrichelt dargestellt. Erl  auterungen siehe Text. 3.2. Die Kalibration der Energien im Hauptdetektor 39 ein gewisser Teil des Untergrundes mittels der Energiedeposition des BH{ Positrons im Elektrondetektor identi ziert werden.  tot ist f  ur ISRBH{ Ereignisse wie im Falle von DISBH{Ereignissen gr  oer als 2E 0 . 3.2 Die Kalibration der Energien im Hauptde- tektor Die beschriebenen Ereignissignaturen machen deutlich, da die Energiemessung des hadronischen Endzustandes und des gestreuten Positrons im SpaCal neben der Energiemessung im Luminosit  atssystem f  ur diese Analyse von groer Bedeu- tung sind. Aus diesem Grunde sind in dieser Analyse diese Energieskalen nach- kalibriert worden. Es ist dabei auf das vorhandene Expertenwissen innerhalb der H1{Kollaboration zur  uckgegri en worden. Kalibration der Positronenergie Die verwendeten Kalibrationsfaktoren f  ur das gestreute Positron sind mit elasti- schen QED{Compton{Ereignissen (siehe Kapitel 1.4) ermittelt worden [len99]. QED{Compton{Ereignisse eignen sich aufgrund ihrer dreifach  uberbestimmten Kinematik zur Kalibration der Energie des gestreuten Positrons. Die Bestimmung der Energie des Positrons erfolgt bei dieser Methode mit Hilfe der gemessenen Winkel des im Endzustand nachgewiesenen Photons und des Positrons: E dw e ( e ;  ) = 2E 0 sin  sin  e + sin  sin ( e +  ) : (3.4) Die im SpaCal nachgewiesene Energie E SpaCal e wird relativ zu E dw e nachkalibriert. Die Kalibrationsfaktoren h  angen sowohl von der Energie des Positrons im SpaCal als auch von dem Azimutwinkel ab. Detailliertere Informationen zu der Kalibra- tion mit Compton{Ereignissen nden sich in [sta98, mar98, ker94]. Kalibration des hadronischen Endzustandes F  ur die Nachkalibration des hadronischen Endzustandes wurden Kalibrations- faktoren der ELAN Arbeitsgruppe des H1{Experimentes (siehe [wal99, gla98]) verwendet. F  ur das LAr{Kalorimeter werden diese aus der transversalen Impuls- balance des hadronischen Endzustandes und des gestreuten Positrons ermittelt. F  ur die Kalibration des hadronischen Endzustandes im SpaCal wird das Verh  alt- nis y JB =y e verwendet. 3.3 Die Energiemessung im Luminosit  atssystem Aufgrund der zentralen Bedeutung des Luminosit  atssystem f  ur den Nachweis von ISR{Ereignissen ist im Rahmen dieser Analyse dieser Komponente beson- 40 Kapitel 3. Vorarbeiten und Datenselektion dere Aufmerksamkeit gewidmet worden. Nachfolgend werden die Ergebnisse der Untersuchungen der Energieau  osung und der Kalibration dieses Systems be- schrieben. Zur Bestimmung der Energieau  osung und  Uberpr  ufung der Kalibration der De- tektoren des Luminosit  atssystem werden BH{Ereignisse verwendet. Hierbei hat die m  ogliche  Uberlagerung mehrerer BH{Ereignisse innerhalb eines Bunchcros- sings Ein u auf die Ergebnisse der verwendeten Untersuchungsmethoden. Der Veto{Counter vor dem Photondetektor kann zur Identi zierung solcher Ereig- nisse genutzt werden: Die Wahrscheinlichkeit einer  Uberlagerung mehrerer BH{ Ereignisse betr  agt in etwa 16% (siehe Kapitel 3.6.3). Es zeigt sich des weite- ren, da 15% der Photonen, die in den Photonarm eintreten, keine Energie im Veto{Counter deponieren. Somit betr  agt die Wahrscheinlichkeit, da ein Ereig- nis ohne eine Energiedeposition im Veto{Counter eine Zufallskoinzidenz mehrerer BH{Ereignisse ist, 2.4%. Mit einem Veto (E VC < 0:2GeV) auf die Energie im Veto{Counter vor dem Photondetektor ist man demzufolge in der Lage einen Er- eignissatz mit sogenannten reinen BH{Ereignissen, das heit mit einem kleinen Anteil von  uberlagerten BH{Ereignissen, zu selektieren. Die Eigenschaften der Detektoren des Luminosit  atssystems sind mit BH{Ereig- nissen untersucht worden. Dabei standen zwei unterschiedliche Methoden zur Verf  ugung: 1. die Summen{Methode; verwendet reine BH{Ereignisse 2. die Photonspektrum{Methode; verwendet reine und mit weiteren BH{Pro- zessen  uberlagerte BH{Ereignisse . Beide Methoden werden nachfolgend einschlielich der jeweiligen Resultate be- schrieben. Die Summen{Methode Die Summen{Methode basiert auf dem Sachverhalt, da f  ur BH{Ereignisse die Summe aus der Photon{ und der Leptonenergie die einlaufende Leptonstrahl- energie, d.h. ca. 27.5GeV, ergibt. Unter der Annahme, da der Photondetektor und der Elektrondetektor die gleichen Eigenschaften besitzen { insbesondere also auch die gleiche Energieau  osung{, kann mittels der gemessenen Energiesumme E sum = E ET + E PD (3.5) die Kalibration und die Au  osung der Detektoren  uberpr  uft werden. Hierbei repr  asentieren E ET und E PD jeweils die gemessenen Energien im Elektron{ und im Photondetektor. Wie eingangs erw  ahnt, wird verlangt, da im Veto{Counter vor dem Photondetektor keine Energiedeposition nachgewiesen wird, um reine BH{Ereignisse zu selektieren. Des weiteren wird gefordert, da die Energiedeposition im Elektron{ und Photon- detektor einen Moliere-Radius von den Detektorr  andern entfernt sein soll. Um 3.3. Die Energiemessung im Luminosit  atssystem 41 die volle Akzeptanz des Elektrondetektors zu gew  ahrleisten, mu weiterhin die Energiedeposition im Elektrondetektor zwischen 10.0GeV und 20.0GeV liegen (siehe Abbildung 2.7). Die angewendeten Schnitte sind formal durch jx ET j < 5:5 cm jy ET j < 5:5 cm jx PD j < 3:0 cm jy PD j < 3:0 cm 10:0GeV < E ET < 20:0GeV gegeben, wobei x ET ; y ET und x PD ; y PD die Auftre punkte des Leptons und des Photons jeweils im Elektron{ und Photondetektor angeben. ESUM [GeV] Er ei gn iss e 0 1000 2000 3000 4000 5000 x 10 6 16 18 20 22 24 26 28 30 32 34 Abbildung 3.3: Verteilung der Energiesumme E SUM = E ET + E PD f  ur reine BH{Ereignisse. Die durchgezogene Linie ist eine Anpassung an die Daten (sie- he Gleichung (3.6)). Abbildung 3.3 zeigt die Energiesumme aus der im Elektron{ und im Photon- detektor nachgewiesenen Energien. Die Daten sind um die Leptonstrahlenergie normalverteilt, wobei die Basis linear mit der Energie anw  achst. Die Anpassung der Funktion f sum (E SUM ) = N e (E SUM E t 0 ) 2 2 2 + p 0 + E SUM p 1 (3.6) an die Daten ergibt f  ur die Leptonstrahlenergie E fit 0 = 27:610  0:007GeV (3.7) mit einer Energieau  osung von  (E=27:61GeV) = 1:615  0:014GeV : (3.8) 42 Kapitel 3. Vorarbeiten und Datenselektion Die ermittelte Strahlenergie weicht um 0.15% vom nominellen Wert des Jahres 1997 ab. Es ist somit von einer guten Kalibration des Systems bestehend aus Elektron{ und Photondetektor auszugehen. Die Parameter N , p 0 und p 1 in Glei- chung (3.6) sind Parameter der Anpassungsfunktion und geben die Normierung sowie den Verlauf des Untergrundbeitrages an. F  ur die Energieau  osung des Elektron{ bzw. Photondetektors wird der Zusam- menhang (E=GeV) E=GeV = a+ b p E=GeV (3.9) angenommen. Der Term a in Gleichung (3.9), der die unvollst  andige Schauerab- sorption ber  ucksichtigt, wurde in Testmessungen zu 1% bestimmt. Der Wert des Parameters b berechnet sich somit aus Gleichung (3.9) zu b = 25:48  0:27% : (3.10) Ein wesentlicher Nachteil der Summen{Methode ist, da sie nicht erlaubt, Aus- sagen  uber die G  ute der Kalibration separat f  ur die einzelnen Detektoren des Luminosit  atssystems zu gewinnen. Auerdem besteht nicht die M  oglichkeit die Energieau  osung des gesamten Photonarmes, bestehend aus Photondetektor und Veto{Counter, mit Hilfe der Summen{Methode zu bestimmen, da die Annahme, da Photonarm und Elektrondetektor gleiche Eigenschaften besitzen, nicht ohne Weiteres gilt. F  ur die vorliegende Analyse ist aber die Kenntnis der Eigenschaften nicht nur des Photondetektors, sondern des gesamten Photonarmes notwendig, da 85% der Photonen einen Teil ihrer Energie im Veto{Counter vor dem Photondetektor deponieren. Die diskutierten Nachteile der Summen{Methode werden mit der Photonspektrum{Methode umgangen. Die Photonspektrum{Methode Die Form des mit dem Photonarm gemessenen BH{Photonspektrums enth  alt Informationen  uber die Energieau  osung und die G  ute der Kalibration des Pho- tonarmes. Im Falle der Photonspektrum{Methode pat man an die gemessene Energieverteilung der BH{Photonen die um die Detektorau  osung verschmierte theoretisch bekannte Form (siehe Gleichung (1.35)) des BH{Spektrums an. Dabei sind die Energieau  osung und die Strahlenergie freie Parameter der Anpassung. Die Photonspektrum{Methode bietet den Vorteil, da der Photondetektor sepa- rat vom Photonarm  uberpr  uft werden kann. Somit besitzt man f  ur die Bestim- mung der Energieau  osung des Photondetektors zwei Methoden und kann die Konsistenz der Ergebnisse testen. Des weiteren ist man in der Lage aufgrund der  Uberpr  ufung der Kalibration des Photondetektors unter Hinzunahme des Kali- brationsergebnisses der Summen{Methode die Interkalibration des Elektron{ und Photondetektors zu  uberpr  ufen. 3.3. Die Energiemessung im Luminosit  atssystem 43 Zur Untersuchung des Photondetektors werden wiederum reine BH{Ereignisse verwendet, wohingegen f  ur die Untersuchung des Photonarmes BH{Ereignisse mit Energiedepositionen imVeto{Counter benutzt werden. F  ur die Selektion der BH{ Ereignisse werden die gleichen Photondetektor{Akzeptanzbedingungen wie f  ur die Summen{Methode verlangt. Im Folgenden wird zun  achst die Untersuchung des Photondetektors und danach die des Photonarmes beschrieben. Eγ [GeV] Er ei gn iss e 10 -1 1 10 10 2 10 3 10 4 10 5 5 10 15 20 25 30 35 Abbildung 3.4: BH{Photonspektrum f  ur Ereignisse ohne eine Energiedepositi- on im Veto{Counter. Die eingezeichnete Kurve gibt die Anpassung von Glei- chung (3.11) an die gemessene Form des Spektrums wieder. Abbildung 3.4 zeigt das BH{Photonspektrum f  ur Ereignisse ohne eine Energie- deposition im Veto{Counter. An das gemessene Spektrum wurde die Funktion f spektrum (E ) = N Z E t 0 1 d BHC dE (x;E t 0 ) 1 (E ) e E 2 2 2 (E ) dE (3.11) angepasst, mit N , E t 0 und a, b in (E ) = aE + b p E als freie Parameter der Anpassung. Hieraus ergeben sich f  ur die Strahlenergie und die Energieau  osung folgende Werte: E t 0 = 27:5  0:1GeV (3.12) b = 27:6  3% : (3.13) Somit zeigt sich, da die Kalibration des Photondetektors korrekt ist und die ermittelte Energieau  osung stimmt im Rahmen ihrer Fehler gut mit der aus der 44 Kapitel 3. Vorarbeiten und Datenselektion Summen{Methode erhaltenen Energieau  osung  uberein. Des weiteren kann ge- schlossen werden, da der Elektrondetektor ebenfalls korrekt kalibriert ist. Um nun die G  ute des Photonarmes bestimmen zu k  onnen, wird im nachfolgen- den nicht mehr auf die Energiedeposition im Veto{Counter geschnitten. Dieses bedingt, da in dem selektierten Datensatz Zufallskoinzidenzen von mehreren BH{Ereignissen vorhanden sind. Diese Zufallskoinzidenzen f  uhren zu einer syste- matischen Verschiebung der aus der Anpassung an das Photonspektrum ermittel- ten Strahlenergie E fit 0 zu h  oheren Energien. Abbildung 3.5 und Gleichung (3.14) zeigen die prozentuale Verschiebung Æ bheg der Gr  oe E fit 0 in Abh  angigkeit der in- stantanen Luminosit  at [gog96]. Je h  oher die instantane Luminosit  at desto gr  oer ist die Verf  alschung des Anpassungsresultates, da der Anteil der Zufallskoinzi- denzen ansteigt. Mittels der Funktion in Gleichung (3.14) werden die aus der Anpassung ermittelten Strahlenergien korrigiert. Æ bheg = :24230 + :46324  L[mb 1 =(sec  1000)] :0051853  L 2 [mb 2 =(sec  1000) 2 ] (3.14) L/TRun[mb-1⁄(sec•1000)] δ b he g[% ] 0 0.5 1 1.5 2 2.5 3 3.5 4 4.5 5 0 2 4 6 8 10 12 Abbildung 3.5: Prozentuale Verschiebung Æ bheg der angepaten Strahlenergie E fit 0 aufgrund der Zufallskoinzidenz von mehreren BH{Ereignissen in Abh  angigkeit der instantanen Luminosit  at L [gog96]. Durch das Entfallen des Schnittes auf den Veto{Counter steht f  ur die Untersu- chung des Photonarmes eine gr  oere Statistik an BH{Ereignissen zur Verf  ugung, so da die zeitliche Entwicklung der Energiemessung des Photonarmes im Daten- nahmejahr 1997 untersucht werden konnte. Abbildung 3.6 zeigt in Abh  angigkeit 3.3. Die Energiemessung im Luminosit  atssystem 45 Lumifüllung a [% ] Lumifüllung b [% ] Lumifüllung E 0 fit [G eV ] 0.8 0.9 1 1.1 1.2 1250 1300 1350 1400 1450 1500 1550 1600 10 20 30 40 1250 1300 1350 1400 1450 1500 1550 1600 26 26.5 27 27.5 28 1250 1300 1350 1400 1450 1500 1550 1600 Abbildung 3.6: Ergebnisse der Anpassung der Funktion in Gleichung (3.11) an das Energiespektrum im Photonarm als Funktion der Lumif  ullung. a) Parameter a, b) Parameter b und c) Positron{Strahlenergie E fit 0 . 46 Kapitel 3. Vorarbeiten und Datenselektion der Lumif  ullungen 1 (d.h. der Zeit) die Ergebnisse der Anpassung der Funktion (3.11) an die BH{Photonspektren im Photonarm. Es ist zu erkennen, da sich die Energieau  osung des Photonarmes im Laufe des Datennahmejahres verschlechtert hat.  Uber den analysierten Datensatz gemittelt betrug die Au  osung des Photonarmes (E) E = 1%+ (28:46  3:34)% p E=GeV : (3.15) Abbildung 3.6c zeigt, da die ermittelte Strahlenergie E fit 0 f  ur den Photonarm  uber das Datennahmejahr 1997 verglichen zur nominellen Strahlenergie von E nom 0 = 27:568GeV durchweg systematisch zu klein ist.  Uber das Datennah- mejahr gemittelt betr  agt die Abweichung 2.6%. Die vorherigen Untersuchung des Photondetektors mit der Photonspektrum{Methode haben gezeigt, da die Kalibration des Photondetektors korrekt ist. Somit folgt, da die Energien im Veto{Counter systematisch zu niedrig rekonstruiert werden. Die in dieser Arbeit ermittelte Abweichung stimmt bis auf 0.2% mit den Ergebnissen der Lumino- sit  atsgruppe des H1{Experimentes  uberein [ser98], so da f  ur die Rekalibration des Photonarmes deren Kalibrationsfaktoren verwendet worden sind. Die verwen- deten Kalibrationsfaktoren der Luminosit  atsgruppe h  angen von der Lumif  ullung ab, so da die zeitliche Entwicklung der Mikalibration des Photonarmes, die in Abbildung 3.6c zu erkennen ist, ber  ucksichtigt wird. 3.4 Die Simulation des Luminosit  atssystems In diesem Abschnitt wird die im Rahmen dieser Arbeit geschriebenen Simulation der wichtigsten Eigenschaften des Luminosit  atssystems erl  autert. Die Simulation des Photonarmes erfolgt in zwei Schritten. Zun  achst wird der Auftre ort der generierten Photonen bestimmt und danach deren im Photonarm gemessene Energie simuliert. Der Auftre punkt (x gen ; y gen ) wird dabei mittels des generierten Photonimpulses (p gen;x ; p gen;y ; p gen;z ) in der Photondetektorebene berechnet: x gen = x sim vtx + p gen ;x jp gen;z j  (z PD z sim vtx ) (3.16) y gen = y sim vtx + p gen ;y jp gen;z j  (z PD z sim vtx ) (3.17) wobei x sim vtx ; y sim vtx ; z sim vtx die simulierten Vertexpositionen in x,y und z des MC{Er- eignisses sind. 1 Ereignisse einer Positron{Protonf  ullung von HERA werden zu sogenannten Lumif  ullungen zusammengefat. 3.4. Die Simulation des Luminosit  atssystems 47 Da die Positronstrahleigenschaften einen starken Ein u auf den Auftre punkt der abgestrahlten Photonen haben, mu eine ad  aquate Simulation des Photon- armes die Strahleigenschaften der analysierten Datennahmezeit in der Simula- tion des Photonarmes ber  ucksichtigen. Die mittlere Strahlposition und Strahl- dispersion in x und y auf der Photondetektorebene kann mit aufgezeichneten BH{Ereignissen f  ur verschiedene Lumif  ullungen bestimmt werden (siehe Tabel- le 3.1) [ser98]. Entsprechend des relativen Beitrages der einzelnen Lumif  ullungen in dem analysierten Datensatz, werden f  ur jedes MC{Ereignis die Strahleigen- schaften ausgew  urfelt. Die mittlere Strahlposition (X strahl PD ; Y strahl PD ) wird auf den Auftre punkt (x gen ; y gen ) addiert: ~x = X PD strahl + x gen (3.18) ~y = Y PD strahl + y gen : (3.19) Lumif  ullung X PD strahl [cm] Y PD strahl [cm] Lumif  ullung X PD strahl [cm] Y PD strahl [cm] 1243-1257 1:33 2:22 0:07 0:57 1411-1413 0:74 1:89 0:09 0:59 1258-1263 0:16 1:99 0:04 0:58 1414-1418 0:53 1:93 0:12 0:55 1264-1269 0:05 2:00 0:06 0:58 1419-1427 0:75 1:95 0:07 0:62 1270-1275 0:18 2:11 0:14 0:55 1428-1434 0:86 1:99 0:13 0:57 1276-1281 0:17 1:94 0:31 0:52 1435-1441 0:85 1:93 0:13 0:55 1282-1283 0:48 2:00 0:11 0:51 1442-1453 0:87 1:90 0:11 0:59 1285-1288 0:59 2:09 0:09 0:51 1454-1462 0:81 1:96 0:10 0:57 1289-1291 0:77 1:94 0:12 0:53 1463-1470 0:81 1:93 0:11 0:57 1292-1301 0:62 1:96 0:16 0:51 1471-1477 0:72 1:90 0:13 0:58 1302-1306 1:11 1:92 0:07 0:50 1478-1486 0:62 1:95 0:12 0:55 1307-1318 0:73 1:96 0:10 0:49 1487-1493 0:62 1:86 0:12 0:57 1319-1327 0:63 1:87 0:09 0:48 1494-1502 0:47 1:84 0:13 0:58 1328-1334 0:79 1:90 0:04 0:51 1503-1512 0:63 1:90 0:09 0:64 1335-1343 0:84 1:92 0:05 0:51 1513-1521 0:68 1:93 0:12 0:60 1344-1349 0:65 1:91 0:11 0:51 1522-1527 0:67 1:90 0:06 0:60 1350-1357 0:53 1:90 0:07 0:52 1528 0:78 1:86 0:07 0:60 1358-1367 0:75 1:89 0:07 0:53 1529-1534 0:82 1:89 0:11 0:63 1368-1371 0:94 1:83 0:05 0:56 1535-1542 0:63 1:83 0:05 0:64 1372-1376 0:34 1:84 0:10 0:76 1543-1549 0:56 1:73 0:13 0:66 1377-1378 1:10 1:90 0:08 0:71 1550-1557 0:75 1:77 0:13 0:61 1379-1384 1:14 1:88 0:07 0:64 1558-1559 0:60 1:83 0:19 0:57 1385-1392 0:73 1:85 0:02 0:62 1560-1563 0:94 1:79 0:09 0:58 1393-1395 0:88 1:92 0:17 0:62 1564-1571 0:94 1:79 0:13 0:56 1396-1399 0:78 1:83 0:14 0:58 1572-1582 0:85 1:78 0:08 0:60 1400-1403 0:80 1:86 0:08 0:58 1583-1593 0:66 1:92 0:10 0:62 1404-1410 0:84 1:88 0:13 0:60 1594-1598 0:88 1:95 0:06 0:61 Tabelle 3.1: Mittlere Strahlposition und {dispersion in x und y auf der Photon- detektorebene f  ur verschiedene Lumif  ullungen des Jahres 1997 [ser98]. 48 Kapitel 3. Vorarbeiten und Datenselektion Schlielich wird der so modi zierte Auftre ort des Photons (~x ; ~y ) noch entspre- chend der ausgew  urfelten Strahldispersion in x und y entsprechend einer Nor- malverteilung verschmiert, um den simulierten Auftre punkt des Photons auf der Photondetektorebene (x sim ; y sim ) zu erhalten. Der ermittelte Auftre punkt wird im letzten Schritt auf die Kollimatorebene, die sich 140 cm vor dem Photondetektor be ndet, extrapoliert. F  allt er in den Schattenbereich der Magnete und Kollimatoren (siehe Abbildung 2.8), wird das MC{Ereignis verworfen. Abbildung 3.7 zeigt f  ur ISR{Ereignisse die Positionen auf der Photondetektorebene in x und y f  ur Daten und Simulation. Die Akzeptanz des Photondetektors wird durch die Simulation gut beschrieben. Ee [GeV] N [p b] Eγ [GeV] N [p b] Ee+Eγ [GeV] N [p b] ΣH [GeV] N [p b] 0 50 100 150 200 250 0 10 20 30 0 25 50 75 100 125 150 175 200 0 10 20 30 0 50 100 150 200 250 300 0 10 20 30 40 0 100 200 300 400 500 600 700 800 0 20 40 60 Abbildung 3.7: Ortskoordinate in x und y der Photonen der ISR{Ereignisse dieser Analyse auf der Photondetektorebene. Die geschlossenen Kreise sind Daten; das Histogramm zeigt die Simulation. Wie bereits erw  ahnt und in Abbildung 3.6b gezeigt hat sich die Energieau  osung des Photonarmes im Laufe des Datennahmejahres aufgrund von Alterungserschei- nungen der Kristalle und der Photomultiplier des Photondetektors verschlechtert. 3.5. Trigger 49 Um diese zeitliche Entwicklung der Daten in der Simulation der Energiedeposi- tion ber  ucksichtigen zu k  onnen, wird entsprechend der H  au gkeitsverteilung der Lumif  ullungen des analysierten Datensatzes die Energieau  osung, d.h. der Pa- rameter b aus Abbildung 3.6b, ausgew  urfelt. Die generierte Photonenergie E gen wird dann nach Gleichung (3.9) um (E gen ) = aE gen + b p E gen entsprechend einer Normalverteilung verschmiert, wobei f  ur den Parameter a wie in Kapitel 3.3 erw  ahnt der Wert 1% genommen wird. Die Akzeptanz des Elektrondetektors wird mit Hilfe der Routine QPETAC [lum97] simuliert, die von der Luminosit  atsgruppe zur Verf  ugung gestellt wird. Sie verwendet das generierte y der MC{Ereignisse als Kriterium f  ur die Entschei- dung, ob das MC{Ereignis innerhalb der Akzeptanz des Elektrondetektors liegt oder nicht. Die Simulation der Energiedeposition des Positrons im Elektrondetektor erfolgt ganz analog zur Photonenergie{Simulation im Photonarm. Die generierte Po- sitronenergie wird nach Gleichung (3.9) um (E gen e ) = aE gen e + b p E gen e entspre- chend einer Normalverteilung verschmiert, wobei a = 1% und b = 26:58% (siehe Gleichung (3.10)) sind. 3.5 Trigger Ein  Uberblick  uber das H1{Triggersystem wurde in Kapitel 2.2.2 gegeben. Hier sollen die geeignete Zusammenstellung der Triggerelemente zu Subtriggern zur Aufzeichnung von ISR{Ereignissen und BH{Ereignissen, sowie die entsprechen- den TriggereÆzienzen erl  autert werden. De nition der L1 Trigger Im Rahmen dieser Arbeit werden drei verschiedene Subtrigger verwendet, die zur Aufzeichnung der verschiedenen Ereignistypen dienen:  ST12 { ISR{Subtrigger zur Aufzeichnung von ISR{Ereignissen,  ST91 { BH{Subtrigger zur Aufzeichnung von BH{Ereignissen und  ST75 { Referenz{Subtrigger zur Aufzeichnung eines Referenzdatensatzes zur EÆzienzbestimmung. Die gesuchte Signatur des ISR{Prozesses (siehe Kapitel 3.1) erfordert, da der ISR{Subtrigger (ST12) aus der Kombination von Triggerelementen des SpaCal zur Positron{ und des Photonarmes zum Photonnachweis besteht. Um Strahl- untergrundereignisse unterdr  ucken zu k  onnen, ist es des weiteren sinnvoll Trig- gerelemente des Flugzeitsystems und der Spurkammern zu verwenden. F  ur die Aufzeichnung von BH{Ereignissen gen  ugt es hingegen, da der BH{Subtrigger (ST91) auf Energiedepositionen im Photonarm triggert. Zur Bestimmung der 50 Kapitel 3. Vorarbeiten und Datenselektion EÆzienzen der von ST12 und ST91 verwendeten Triggerelemente ist es weiterhin n  otig einen Referenzdatensatz zu selektieren. Dieser Datensatz mu mit einem von den zu untersuchenden Triggern unabh  angigen Subtrigger (ST75) aufgezeich- net werden. Die genaue De nition der Subtrigger{Bedingungen wird im folgenden wiederge- geben. Dazu werden die boolschen Ausdr  ucke ^ f  ur das UND, _ f  ur das ODER und : f  ur die Negation und die in Tabelle 3.2 angegebenen Bezeichnungen f  ur die einzelnen Triggerelemente verwendet. LUPD Signal des Photondetektors oberhalb der h  ochsten LUPD{Energieschwelle LUPD LOW Signal des Photondetektors oberhalb der mittleren Energieschwelle IET1 Signal des elektromagnetischen SpaCal oberhalb der niedrigsten IET{Energieschwelle LAR E2 Signal des LAr{Kalorimeters oberhalb der h  ochsten Energieschwelle ATOF SpaCal E1 Signal des hadronischen SpaCal innerhalb des Untergrundzeitfensters BTOF BG Untergrundsignal des R  uckw  arts{Flugzeitsystems VETO inner BG Untergrundsignal der inneren Vetowand VETO outer BG Untergrundsignal der  aueren Vetowand FTOF IA Wechselwirkungssignal des Vorw  arts{Flugzeitsystems FTOF BG Untergrundsignal des Vorw  arts{Flugzeitsystems ZVTX MUL7 Schnitt auf die Aktivit  at in den Spurkammern ZVTX T0 Signal des Zentral{Spurkammersystems im Signalzeitfenster FRWD T0 Signal des Vorw  arts{Spurkammersystems im Signalzeitfenster RZ NOZVX viele nicht auf den Vertex weisende Spuren in der COZ und CIZ RZ SIG1 Vertexsignal Tabelle 3.2: Kurzbeschreibung der in den Subtriggern ST12,ST91 und ST75 ent- haltenen Triggerelemente.  Subtrigger ST12 setzt sich aus dem Triggerelement LUPD des Photonde- tektors, dem Triggerelement IET1 des SpaCal und den globalen Triggerbe- dingungen GLOBAL ST12 zur Unterdr  uckung des strahlinduzierten Unter- 3.5. Trigger 51 grundes zusammen: ST12 := LUPD ^ IET1 ^GLOBAL ST12 (3.20) mit GLOBAL ST12 := :BTOF BG ^ :VETO inner BG ^ :VETO outer BG ^ ZVTX MUL7 ^ ATOF SpaCal E1 :  Subtrigger ST91 besteht aus dem Triggerelement LUPD LOW des Photonde- tektors: ST91 := LUPD LOW (3.21)  Subtrigger ST75 ergibt sich aus den Triggerelementen LAR E2 und den glo- balen Triggerbedingungen GLOBAL ST75 zur Unterdr  uckung des strahlin- duzierten Untergrundes: ST75 := LAR E2 ^GLOBAL 75 (3.22) mit GLOBAL ST75 := :BTOF BG ^ :VETO inner BG ^ :VETO outer BG ^ (ZVTX T0 _ FRWD T0 ) ^ (FTOF IA _ :FTOF BG ) ^ (:RZ NOZVX _ RZ SIG1 ) (3.23) Bestimmung der TriggereÆzienzen von ST12 und ST91 Die ISR{ und BH{Daten m  ussen auf die Aufzeichnungsverluste, die sich aus den IneÆzienzen der Triggerelemente ergeben, korrigiert werden. Fr  uhere Untersu- chungen haben gezeigt, da die Verluste durch die globalen Triggerbedingungen GLOBAL ST12 des Subtriggers ST12 deutlich unterhalb von 1% liegen (siehe [hei99, wis98]). Die EÆzienzen der Triggerelemente LUPD und LUPD LOW sind aus dem Refe- renzdatensatz bestimmt worden. Um die zeitliche Entwicklung dieser Trigger- elemente zu untersuchen, ist das Datennahmejahr in drei Abschnitte eingeteilt worden: einem am Beginn, einem in der Mitte und einem am Ende der Daten- nahme. Abbildung 3.8 und Abbildung 3.9 zeigt f  ur diese drei Zeitintervalle die EÆzienzen der Triggerelemente LUPD und LUPD LOW in Abh  angigkeit von der Energie im Photonarm. An die Datenpunkte wird die Funktion "(E) = " max e E S E B + 1 (3.24) 52 Kapitel 3. Vorarbeiten und Datenselektion angepat. ImRahmen ihrer Fehler stimmendie Triggerschwellen,E S , die Breiten der Schwel- le, B, und die maximalen EÆzienzen, " max , der drei Datennahmebereiche  uberein. Die fehlergewichteten Mittelwerte von " max , E S und B, die zur Korrektur der Da- ten verwendet werden, sind in Tabelle 3.3 zusammengefat. E S [GeV] B [GeV] " max LUPD 7:36  0:05 0:99  0:02 1:00  0:02 LUPD LOW 6:42  0:07 0:98  0:02 0:996  0:001 Tabelle 3.3: Fehlergewichtete Mittelwerte der Parameter der Anpassung an die gemessenen EÆzienzen von LUPD und LUPD LOW . Abbildung 3.10 zeigt f  ur die gleichen drei Datennahmeperioden die EÆzienz des Triggerelementes IET1 als Funktion der Energie im elektromagnetischen SpaCal. Zu sehen ist die Anpassung einer Geraden "(E e ) = A 0 +A 1 E e (3.25) an die Daten. Dabei weicht das Ergebnis in der ersten Datenperiode von de- nen der anderen beiden Zeitabschnitte deutlich ab. Diese Unterschiede sind in der Analyse ber  ucksichtigt worden, indem die Daten abh  angig von ihrem Daten- nahmezeitpunkt mit den Werten der Anpassungsparameter A 0 und A 1 aus den verschiedenen Zeitr  aumen gewichtet wurden. Die Triggerstufen L2 und L4 Die Triggerstufe L2 hat im betrachteten SpaCal{Bereich keinen Ein u auf die Subtrigger dieser Analyse. Des weiteren haben intensive Untersuchungen der vierten Triggerstufe L4 gezeigt, da es keine Verluste an Signalereignissen durch diese Stufe gegeben hat [ols97]. 3.5.1 Trigger{Screening Die Aufzeichnung eines Ereignisses wird durch das Erscheinen einer Flanke vom Triggersignal=0 auf das Triggersignal=1 eingeleitet. Bei sehr hohen Ereignisraten wie im Fall des BH{Prozesses kann es geschehen, da das Triggersignal vor dem n  achsten Bunchcrossing nicht auf Null gesetzt wird, sondern  uber zwei oder mehr Bunchcrossings gesetzt bleibt. Aufgrund dieser Eigenschaft entstehen Verluste in der Ereigniserfassung. Man bezeichnet diesen E ekt als Trigger{Screening. Der E ekt ist f  ur die meisten Prozesse vernachl  assigbar. F  ur den BH{Trigger f  uhrt er hingegen aufgrund der hohen Rate zu Verlusten in der Datenaufzeichnung als Funktion der instantanen Luminosit  at. Abbildung 3.11 zeigt in Abh  angigkeit der instantanen Luminosit  at den Anteil an Ereignissen, T SC , die aufgrund des 3.5. Trigger 53 1.033 / 11 P1 6.140 0.2088 P2 0.7932 0.1197 P3 0.9918 0.2314E-01 Eγ [GeV] ε(E ) 55.82 / 25 P1 6.361 0.4381E-01 P2 0.9830 0.2171E-01 P3 0.9944 0.1701E-02 Eγ [GeV] ε(E ) 63.96 / 25 P1 6.483 0.3377E-01 P2 0.9974 0.1722E-01 P3 0.9942 0.1194E-02 Eγ [GeV] ε(E ) 0 0.5 1 1.5 2 0 5 10 15 20 25 30 0 0.5 1 1.5 2 0 5 10 15 20 25 30 0 0.5 1 1.5 2 0 5 10 15 20 25 30 Abbildung 3.8: EÆzienz des Triggerelementes LUPD LOW in Abh  angigkeit von der Energie im Photonarm E f  ur drei verschiedene Datennahmebeiche a) am Beginn, b) in der Mitte und c) am Ende des Jahres 1997. Die durchgezogene Linie ist das Ergebnis der Anpassung in Gleichung (3.24), mit P1 = E S , P2 = B und P3 = " max . 54 Kapitel 3. Vorarbeiten und Datenselektion 0.6988 / 11 P1 7.162 0.2488 P2 0.8785 0.1338 P3 1.000 0.2808E-01 Eγ [GeV] ε(E ) 87.73 / 25 P1 7.259 0.4967E-01 P2 0.9597 0.1975E-01 P3 0.9952 0.1768E-02 Eγ [GeV] ε(E ) 67.15 / 25 P1 7.415 0.3642E-01 P2 1.008 0.1697E-01 P3 0.9965 0.1108E-02 Eγ [GeV] ε(E ) 0 0.5 1 1.5 2 0 5 10 15 20 25 30 0 0.5 1 1.5 2 0 5 10 15 20 25 30 0 0.5 1 1.5 2 0 5 10 15 20 25 30 Abbildung 3.9: EÆzienz des Triggerelementes LUPD als Funktion von der Ener- gie im Photonarm E f  ur drei verschiedene Datennahmebereiche a) am Beginn b) in der Mitte und c) am Ende des Jahres 1997. Die durchgezogene Linie ist das Ergebnis der Anpassungsfunktion in Gleichung Gleichung (3.24), mit P1 = E S , P2 = B und P3 = " max . 3.5. Trigger 55 9.992 / 3 A0 0.9734 0.4244E-02 A1 0.7337E-03 0.1969E-03 Ee [GeV] ε(E ) 14.83 / 12 A0 0.9938 0.5707E-03 A1 0.2094E-03 0.2303E-04 Ee [GeV] ε(E ) 14.83 / 12 A0 0.9938 0.5707E-03 A1 0.2094E-03 0.2303E-04 Ee [GeV] ε(E ) 0.9 0.95 1 1.05 0 5 10 15 20 25 30 0.9 0.95 1 1.05 0 5 10 15 20 25 30 0.9 0.95 1 1.05 0 5 10 15 20 25 30 Abbildung 3.10: EÆzienz des Triggerelementes IET1 in Abh  angigkeit von der Energie E e im SpaCal. Gezeigt ist die EÆzienz f  ur a) Beginn b) Mitte und c) Ende des Datennahmejahres. An die gemessenen EÆzienzpunkte wurden Geraden mit Achsenabschnitt A 0 und Steigung A 1 angepat. 56 Kapitel 3. Vorarbeiten und Datenselektion L/TRun[mb-1⁄sec] T S C · 10 0 % 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 2000 4000 6000 8000 10000 12000 Abbildung 3.11: Prozentualer Verlust an Ereignissen durch den Trigger{ Screening{E ekt (T SC ) verursacht in Abh  angigkeit von der instantanen Lumi- nosit  at. Trigger-Screening{E ektes der Aufzeichnung durch den Subtrigger ST91 verlo- rengehen.  Uber das Datennahmejahr 1997 gemittelt, ergibt sich f  ur den Subtrig- ger ST91 ein Verlust von ca. 4%. 3.6. Der Untergrund 57 3.6 Der Untergrund In diesem Abschnitt werden die Arbeitschritte zur Bestimmung des Untergrund- anteils in den Daten und die Simulation der einzelnenUntergrundquellen { DISBH, GPBH und ISRBH {, wie sie in Abschnitt 3.1 eingef  uhrt worden sind, beschrie- ben. 3.6.1 Die Bestimmung der BH{  Uberlappwahrscheinlich- keit Der Anteil des durch eine Zufallskoinzidenz mit einem BH{Proze hervorgeru- fenen Untergrundes im selektierten ISR{Datensatz h  angt von der Wahrschein- lichkeit ab, da mindestens ein BH{Proze in einem Bunchcrossing statt ndet. Diese sogenannte BH{  Uberlappwahrscheinlichkeit (im nachfolgenden mit P  U ab- gek  urzt) h  angt dabei sowohl von der instantanen Luminosit  at L als auch von der geforderten Mindestenergie E min im Photonarm ab. Zur Bestimmung der mittleren BH{  Uberlappwahrscheinlichkeit eines Runs 2 wer- den Ereignisse, die mit dem Subtrigger ST91 aufgezeichnet worden sind, verwen- det. Diese Ereignisse m  ussen auf den in Kapitel 3.5.1 beschriebenen Trigger{- Screening{E ekt korrigiert werden. Die  Uberlappwahrscheinlichkeit P  U l  at sich dann aus den Daten folgendermaen ermitteln: P  U (L; E min ) = N BHC (E min ) T Run  f N kol ; (3.26) wobei N kol = 174 die Anzahl der kollidierenden Teilchenpakete, f = 47:35 kHz die Umlaufsfrequenz eines Teilchenpaketes in der HERA{Maschine und T Run die aktive Laufzeit des entsprechenden Runs ist. Der Nenner in Gleichung (3.26) ergibt somit die Gesamtanzahl der Bunchcrossings in einem Run. Die Gr  oe N BHC (E min ) ist die Anzahl der im Run detektierten BH{Ereignisse oberhalb einer Mindestphotonenergie E min : N BHC (E min ) = (1 + T SC ) N 91 X i=1 U i 91 " 91 (E i ) : (3.27) Hierbei entspricht T SC dem Anteil der durch den Trigger{Screening{E ekt ver- loren gegangenen Ereignisse in einem Run, U i 91 ist der Untersetzungsfaktor des Subtriggers ST91 und E i ist die im Photonarm nachgewiesene Energie des i-ten Ereignisses im Run. Die Funktion " 91 , die die EÆzienz des Subtriggers ST91 2 Lumif  ullungen bestehen aus mehreren unterschiedlich langen (maximal zweist  undigen) Runs. Runs sind Datennahmeperioden mit weitgehend konstanten HERA{ und Detektorbe- dingungen. 58 Kapitel 3. Vorarbeiten und Datenselektion parametrisiert, (siehe Abbildung 3.8 und Tabelle 3.3) ist gegeben durch " 91 (E i ) = 0:996 e 6:42 GeVE i 0:98 GeV + 1 : (3.28) Die Summe in Gleichung (3.27) l  auft  uber alle mit ST91 getriggerten Ereignisse eines Runs. L/TRun[mb-1⁄sec] P Ü Eγ > 5.0 [GeV]Eγ > 8.0 [GeV] Eγ > 3.0 [GeV] 0 0.02 0.04 0.06 0.08 0.1 0.12 0 2000 4000 6000 8000 10000 12000 Abbildung 3.12: BH{  Uberlappwahrscheinlichkeit im Datennahmejahr 1997 als Funktion der instantanen Luminosit  at f  ur E > 3GeV, E > 5GeV und E > 8GeV. Die durchgezogenen Linien sind Anpassungen an die Datenpunkte (siehe Text). Abbildung 3.12 zeigt f  ur E min = 3; 5 und 8GeV die  Uberlappwahrscheinlichkeit pro Run, P  U , als Funktion der instantanen Luminosit  at L. Es ist deutlich zu erkennen, da P  U mit der instantanen Luminosit  at L des Runs ansteigt, und mit zunehmender Photonenergieschwelle abnimmt. Das Verhalten der BH{  Uber- lappwahrscheinlichkeit in Abh  angigkeit von der instantanen Luminosit  at l  at sich durch eine Gerade parametrisieren 3 : P  U (L) = C 0 + C 1  L (3.29) An die gemessenen Datenpunkte der BH{  Uberlappwahrscheinlichkeit in Abbil- dung 3.12 wurde die Gerade in Gleichung (3.29) angepat. Die Ergebnisse dieser Anpassung sind in Tabelle 3.4 aufgelistet. Der Achsenabschitt C 0 der drei Anpas- 3 Die quadratische Abh  angigkeit der  Uberlappwahrscheinlichkeit von L ist vernachl  assigbar klein. 3.6. Der Untergrund 59 E > 3GeV E > 5GeV E > 8GeV C 0 (0:171 :019)  10 2 (0:142 :008)  10 2 (0:119 :007)  10 2 C 1 [ sec mb 1 ] (1:007 :006)  10 5 (0:804 :003)  10 5 (0:563 :002)  10 5 Tabelle 3.4: Ergebnisse der Anpassung der Funktion in Gleichung (3.29) an die Datenpunkte der Abbildung 3.12. sungen ist entgegen der Erwartung ungleich Null und betr  agt ca. ein Promille. Die Steigung C 1 nimmt mit anwachsenden E min ab, da der nachgewiesene BH{ Wirkungsquerschnitt kleiner wird. Mit Hilfe der Gleichung (3.29) und der aus der Anpassung an die Daten der Abbildung 3.12 ermittelten Parameter C 0 und C 1 in Tabelle 3.4 ist es m  oglich f  ur einen beliebig selektierten Datensatz die mittlere  Uberlappwahrscheinlichkeit P  U zu bestimmen. Die Analysekette ist derart aufgesetzt, da parallel zur Analyse der Daten, die  Uberlappwahrscheinlichkeit jedesmal neu bestimmt wird und diese dann verwendet wird. Das hat den groen Vorteil, den analysierten Datensatz frei variieren und ohne gr  oeren Aufwand zum Beispiel die zeitliche Abh  angigkeit der Resultate studieren zu k  onnen und damit m  ogliche Hinweise auf eine versteckte Systematik zu erhalten. Entries Mean RMS 50 0.4213E-01 0.1271E-01 PÜ(Eγ > 5.0) H (P Ü) 0 0.01 0.02 0.03 0.04 0.05 0.06 0.07 0.08 0 0.01 0.02 0.03 0.04 0.05 0.06 0.07 0.08 0.09 0.1 Abbildung 3.13: H  au gkeitsverteilung H(P  U ) der BH{  Uberlappwahrscheinlichkeit mit E > 5GeV f  ur den in dieser Analyse verwendeten ISR{Datensatz. Abbildung 3.13 zeigt die H  au gkeitsverteilung der Gr  oe P  U (E > 5GeV) der f  ur diese Analyse selektierten ISR{Ereignisse. Die mittlere  Uberlappwahrscheinlich- 60 Kapitel 3. Vorarbeiten und Datenselektion keit f  ur den in dieser Analyse betrachteten Datenbereich betr  agt hP  U (E > 5:0GeV)i = (4:21  0:07)% : (3.30) Der Fehler in (3.30) ergibt sich dabei aus dem Ein u der Unsicherheit der Anpas- sungsfunktion in Gleichung (3.29) auf den Mittelwert der Verteilung hP  U (E > 5:0GeV)i. 3.6.2 Die Simulation des DISBH{ und GPBH{Untergrundes Die Grundidee bei der Simulation des DISBH{ und GPBH{Untergrundes (sie- he Abschnitt 3.1) beruht auf der k  unstlichen  Uberlagerung von simulierten DIS{ und Photoproduktionsereignissen mit mit demH1{Detektor aufgezeichneten BH{ Daten mit einer Photonenergie von E BH > 5GeV. Diese  uberlagerten Ereignisse werden in der weiteren Diskussion zusammenfassend als MCBH{Ereignisse be- zeichnet. Die verwendeten BH{Ereignisse stammen aus derselben Datennahme- zeit wie die in dieser Arbeit analysierten ISR{Ereignisse. Abbildung 3.14 zeigt eine schematische Darstellung der nachfolgend erl  auterten Arbeitsschritte zur Simulation des DISBH{ und GPBH{Untergrundes: a) Um die gesamte zur Verf  ugung stehende Statistik der MC{Ereignisse aus- nutzen zu k  onnen, geschieht die  Uberlagerung im Verh  altnis 1:1 und nicht im Verh  altnis 1 : P  U . Eine entsprechende Korrektur der Luminosit  at erfolgt in Schritt c). b) Da die verwendeten BH{Ereignisse mit dem Subtrigger ST91=LUPD LOW aufgezeichnet worden sind, m  ussen die MCBH{Ereignisse auf dessen EÆzi- enz korrigiert werden (siehe Gleichung (3.28)). Das hat zur Folge, da sich die Anzahl der MCBH{Ereignisse, N MC , e ektiv auf N e ;91 MCBH = N MCBH X i 1 " 91 (E i ) (3.31) erh  oht, wobei " 91 (E) die in Gleichung (3.28) angegebenen EÆzienz des Subtriggers ST91 ist. Die Summe in Gleichung (3.31) l  auft  uber alle MCBH{ Ereignisse. Die Luminosit  at L MC des verwendeten MC{Satzes mu entspre- chend L 91 MCBH = L MC N e ;91 MCBH N MC (3.32) korrigiert werden. 3.6. Der Untergrund 61 c) Die 1:1{  Uberlagerung entspricht einer BH{  Uberlappwahrscheinlichkeit von 100%. Die Untersuchungen in Abschnitt 3.6.1 ergaben, da hP  U (E min > 5GeV)i = 4:21% betr  agt, so da der MCBH{Ereignissatz einer Luminosit  at von L  U MCBH = L 91 MCBH  hP  U (E min > 5GeV)i = L 91 MCBH  0:0421 (3.33) entspricht. Entsprechend diesen Arbeitsschritten sind f  ur 1:01 pb 1 simulierte tiefinelastische ep{Streuereignisse ohne ein Photon im Photonarm des Luminosit  atssystems und f  ur 0:51 pb 1 simulierte Photoproduktionsereignisse Zufallskoinzidenzen mit BH{ Daten gebildet worden, die in dieser Analyse zur Simulation des DISBH{ und GPBH{Untergrundes verwendet werden.  Uberpr  ufung der Untergrundsimulation Zur  Uberpr  ufung und Absch  atzung des systematischen Fehlers der Untergrundsi- mulation wurden Ereignisse mit einer Energiedeposition im Elektrondetektor des Luminosit  atssystems verwendet. Zun  achst wird die Normierung des DISBH{Untergrundes untersucht. Hierzu verlangt man neben einer Energiedeposition im Photonarm einen hochenerge- tischen Positronkandidaten im SpaCal mit einer Mindestenergie von 22GeV, um den selektierten Satz mit nicht{radiativen DIS{Ereignissen anzureichern. Pho- toproduktionsereignisse werden mit diesem Schnitt stark unterdr  uckt, da der weitaus gr  ote Anteil der f  alschlicherweise als Positronen identi zierten Photo- produktionshadronen Energien unterhalb von ca. 6GeV besitzen [weg91]. Abbil- dung 3.15a zeigt das Photonenergiespektrum des so selektierten Datensatzes und des mit BH{Ereignissen  uberlagerten MC f  ur Ereignisse mit einer zus  atzlichen Energiedeposition im Elektrondetektor. Die Verteilungen sind absolut normiert und zeigen deutlich, da es wie erw  ahnt keinen Beitrag durch Photoprodukti- onsereignisse sowie einen nur geringen Anteil vom ISR{Proze gibt. Bildet man das Verh  altnis der Anzahl der Ereignisse in den Daten und in der Simulation in Abh  angigkeit von der Photonenergie, so erh  alt man im Mittel 82:1  4:3%. Der simulierte DISBH{Untergrund ist somit systematisch um 18% zu hoch und zeigt im Rahmen der statistischen Fehler keine Abh  angigkeit von der Photonenergie. Die achtzehnprozentige Abweichung deutet auf eine nicht verstandene Systematik hin und wird aus diesem Grunde in den Gesamtfehler aufgenommen. F  ur die Absch  atzung des Gesamtfehlers werden die ermittelte Abweichung und der Fehler der Mittelwertbestimmung durch Anpassung einer Konstanten quadratisch addiert. Daraus ergibt sich f  ur die Normierung des simu- lierten DISBH{Untergrundes ein Fehler von p 0:179 2 + 0:043 2 = 0:185 = 18:5%. Nachdem die absolute Anzahl der DISBH{Ereignisse in der Untergrundsimula- tion festgelegt ist, wird die Normierung des GPBH{Untergrundes in der Simu- lation bestimmt. Hierzu werden Ereignisse mit kleinen Positronenergien 5 < 62 Kapitel 3. Vorarbeiten und Datenselektion E γ E γ E γ E γ U"P H 4% MCL N eff,91MCBH L MCBH U =L91MCBH " *0.042 Eγ N eff,91MCBH N MC MC BH MCBH ε ST91 1:1 a) b) c) N L MC L91MCBH =LMCN eff,91 MCBH >N MC MC Abbildung 3.14: Schematische Darstellung der Arbeitsschritte a), b) und c) zur Simulation des DISBH{ und GPBH{Untergrundes; Beschreibung siehe Text. 3.6. Der Untergrund 63 Eγ [GeV] Er ei gn iss e ⁄ p b - 1 GPBH DISBH ISRBH Eγ [GeV] Er ei gn iss e ⁄ p b - 1 GPBH DISBH · 0.82 ISRBH 0 5 10 15 20 25 30 35 40 0 5 10 15 20 25 30 0 20 40 60 80 100 120 140 0 5 10 15 20 25 30 Abbildung 3.15: Photonenergiespektrum f  ur Ereignisse mit ISR{Signatur und ei- ner Energiedeposition im Elektrondetektor f  ur a) 22:0 < E e < 30:0GeV und b) 5:0 < E e < 12:0GeV. In der Abbildung b) ist der DISBH{Untergrund mit dem Normierungsfaktor 0.82 herunterskaliert (Erl  auterung siehe Text). Die Punkte repr  asentieren die Daten, die durchgezogene Linie ist die Summe der Untergrund- simulationen, wobei die Kreuze auf dieser Linie den statistischen Fehler des MC anzeigen. Zu sehen sind auerdem der DISBH{, GPBH{ und ISRBH{Untergrund (schraÆerte Histogramme). 64 Kapitel 3. Vorarbeiten und Datenselektion Eγ [GeV] Er ei gn iss e ⁄ p b- 1 GPBH · 1.04 DISBH · 0.82 ISRBH Eγ [GeV] Er ei gn iss e ⁄ p b- 1 GPBH · 1.04 DISBH · 0.82 ISRBH Eγ [GeV] Er ei gn iss e ⁄ p b- 1 GPBH · 1.04 DISBH · 0.82 ISRBH 0 10 20 30 40 0 5 10 15 20 25 30 0 20 40 60 0 5 10 15 20 25 30 0 50 100 150 0 5 10 15 20 25 30 Abbildung 3.16: Photonenergiespektrum f  ur Ereignisse mit ISR{Signatur und ei- ner Energiedeposition im Elektrondetektor f  ur drei Energiebereiche des Positron- kandidaten im SpaCal: a) 22:0 < E e < 30:0GeV, b) 12:0 < E e < 22:0GeV und c) 5:0 < E e < 12:0GeV. Die Punkte repr  asentieren die Daten und die durchgezogene Linie ist die Summe der Untergrund{MC, wobei die Kreuze auf dieser Linie den statistischen Fehler des MC anzeigen. Zu sehen sind auer- dem der DISBH{, GPBH{ und ISRBH{Untergrund (schraÆerte Histogramme). Die gezeigten Verteilungen sind absolut normiert, wobei die DISBH{ und GPBH{ Verteilung auf ihre systematische Abweichung von den Daten korrigiert worden sind (siehe Text). 3.6. Der Untergrund 65 EET [GeV] Er ei gn iss e ⁄ p b- 1 GPBH · 1.04 DISBH · 0.82 ISRBH EET [GeV] Er ei gn iss e ⁄ p b- 1 GPBH · 1.04 DISBH · 0.82 ISRBH EET [GeV] Er ei gn iss e ⁄ p b- 1 GPBH · 1.04 DISBH · 0.82 ISRBH 0 5 10 15 20 25 0 5 10 15 20 25 30 35 40 0 20 40 60 80 100 0 5 10 15 20 25 30 35 40 0 50 100 150 0 5 10 15 20 25 30 35 40 Abbildung 3.17: Energiespektrum im Elektrondetektor f  ur Ereignisse aus Ab- bildung 3.16 in den drei Energiebereichen: a) 22:0 < E e < 30:0GeV, b) 12:0 < E e < 22:0GeV und c) 5:0 < E e < 12:0GeV. Die Punkte repr  asentie- ren die Daten und die durchgezogene Linie ist die Summe der Untergrund{MC, wobei die Kreuze auf dieser Linie den statistischen Fehler des MC anzeigen. Zu sehen sind auerdem der DISBH{, GPBH{ und ISRBH{Untergrund (schraÆer- te Histogramme). Die gezeigten Verteilungen sind absolut normiert, wobei die DISBH{ und GPBH{Verteilung auf ihre systematische Abweichung von den Da- ten korrigiert worden sind (siehe Text). 66 Kapitel 3. Vorarbeiten und Datenselektion E e < 12GeV im SpaCal selektiert, was zu einer Anreicherung von Photopro- duktionsereignissen f  uhrt. Abbildung 3.15b zeigt das Photonenergiespektrum f  ur Energiedepositionen im SpaCal zwischen 5 < E e < 12GeV, wobei der DISBH{Untergrund um 18% herunterskaliert ist. Wie erwartet, ist der Anteil der Photoproduktionsereignisse in der Untergrundsimulation hier nicht mehr zu vernachl  assigen. F  ur die Absch  atzung des Normierungsfehlers des simuliertenGPBH{Untergrundes wird der korrigierte DISBH{Untergrund von dem Photonspektrum in Daten und MC statistisch subtrahiert. F  ur das Verh  altnis der Anzahl verbleibender Ereignis- se in Daten und MC ergibt sich 103:983:79%. Der simulierteGPBH{Untergrund ist somit im Vergleich zu den Daten systematisch zu niedrig; wiederum zeigt sich im Rahmen der zur Verf  ugung stehenden Statistik keine Abh  angigkeit von der Photonenergie. Um den systematischen Ein u des DISBH{Untergrundes auf Normierungsun- sicherheit des GPBH{Untergrundes absch  atzen zu k  onnen, wird der DISBH{ Untergrund, der von der MC{Verteilung abgezogen wird, systematisch um18:5% variiert. Der Gesamtfehler auf die Normierung des GPBH{Untergrundes ergibt sich aus dieser Untersuchung zu 16:3%. In Abbildung 3.16 sind die DISBH{ und GPBH{Verteilung auf ihre systemati- sche Abweichung (-18% und +3.98%) von den Daten korrigiert worden. Nach diesen Korrekturen wird sowohl die Form als auch die Normierung des Photon- spektrums in den Daten durch den simulierten Untergrund sehr gut beschrie- ben. Abbildung 3.16b zeigt das Photonspektrum f  ur den Positronenergiebereich 12:0 < E e < 22:0GeV, der nicht zur Festlegung der absoluten Anzahl der Unter- grundereignisse in der Simulation verwendet wird. Auch hier ist eine sehr gute  Ubereinstimmung festzustellen. Abschlieend sind die Energieverteilungen im Elektrondetektor von Daten und Untergrundsimulation ( Abbildung 3.17) f  ur die drei verschiedenen Energieberei- che des Positronkandidaten gezeigt. Die Verteilungen der Untergrundsimulation sind auf ihre systematische Abweichungen in Bezug auf die Daten korrigiert. Die Verteilung f  ur 12:0 < E e < 22GeV, Abbildung 3.17a, und 22:0 < E e < 30GeV, Abbildung 3.17b zeigen eine gute  Ubereinstimmung zwischen Simulation und Un- tergrund. F  ur 5:0 < E e < 12GeV wird, obwohl die absolute Anzahl der Ereignisse in Daten und Simulation  uber die Positronenergie E e integriert  ubereinstimmt, die Form des Energiespektrums allerdings nicht vollst  andig durch die Simulation beschrieben (siehe Abbildung 3.17c). Diese Diskrepanz ist auf die fehlende Simu- lation der ortsabh  angigen Verluste der im Elektrondetektor deponierten Energie zur  uckzuf  uhren (siehe Kapitel 2.2.1.6 und Abbildung 2.6). Der Energiebereich 8:0 < E e < 12GeV wird durch Photoproduktionsereignisse dominiert, so da bei der  Uberlagerung von BH{Ereignissen die Energien der Photoproduktionspo- sitronen, die in der Akzeptanz des Elektrondetektors liegen, ber  ucksichtigt wer- den m  ussen. Da die Simulation der Energiedepositionen im Elektrondetektor der 3.6. Der Untergrund 67 Photoproduktionspositronen (siehe Abschnitt 3.4) die Verluste am Detektorrand in Abh  angigkeit des Auftre ortes des Positrons im Elektrondetektor nicht ber  uck- sichtigt, werden die Positronen in den simulierten Photoproduktionsereignissen ohne die entsprechenden Verluste rekonstruiert, was zur Migration der Ereignisse zu h  oheren Energien im Vergleich zu den Daten f  uhrt. Dieser E ekt hat allerdings keinen Ein u auf die G  ute dieser Analyse, da der Elektrondetektor als Veto ge- gen den Untergrund (siehe 3.8.4) verwendet wird. Die richtige Simulation der absoluten Anzahl der Ereignisse mit Energiedepositionen im Elektrondetektor ist hier von Bedeutung, was wie in Abbildung 3.16c gezeigt zutri t. Die in diesem Abschnitt ermittelten Normierungen des DISBH{ und des GPBH{ Untergrundes werden in den nachfolgenden Analyseschritten angewendet, ohne da explizit darauf hingewiesen wird. 3.6.3 Die Simulation des ISRBH{Untergrundes Die  Uberlagerung eines BH{Prozesses mit ISR{Signalereignissen f  uhrt imWesent- lichen zu einer Fehlmessung der Energie im Photonarm. Da nur ein kleiner Teil (30%) der  uberlagerten Ereignisse mit Hilfe des im Elektrondetektor nachgewie- senen BH{Positrons verworfen werden kann, mu der Ein u der BH{Ereignisse auf die Photonenergiemessung mit Hilfe geeigneter Simulation untersucht werden. Um den E ekt zu verdeutlichen, zeigen Abbildung 3.18a und Abbildung 3.18b den Vergleich zwischen den Photonspektren in Daten und MC f  ur mit Subtrigger ST91 aufgezeichnete BH{Ereignisse. Dabei wurde eine Simulation verwendet, f  ur die keine BH{Prozesse  uberlagert wurden. Die Spektren zeigen deutlich, da die Simulation nicht in der Lage ist die Daten zu beschreiben; die Abweichungen sind sowohl bei groen als auch bei kleinen Photonenergien zu erkennen. Im Gegensatz zum DISBH{ und GPBH{Untergrund k  onnen BH{Photonen mit Energien, die kleiner als die Trigger{ bzw. Selektionsenergieschwelle sind, eben- falls zum ISRBH{Untergrund beitragen. Dies gilt rein theoretisch f  ur alle ab- gestrahlten BH{Photonen. Allerdings sind Photonen mit Energien kleiner als 0:15 0:02GeV [gog96] nicht in der Lage, die Bleiabschirmung vor dem Photon- detektor zu passieren, so da f  ur die Simulation dieses Untergrundes das BH{ Photonspektrum nur bis zu Energien von 0.15GeV generiert werden mu 4 . F  ur diesen Zweck wurde im Rahmen dieser Arbeit ein BH{Ereignisgenerator, der den Multi{BH{Photon  uberlapp simuliert, geschrieben. Nach der Bestimmung der  Uberlappwahrscheinlichkeiten f  ur E > 0:15GeV werden im folgenden die Funktionsweise und die  Uberpr  ufung dieses BH{Generators n  aher erl  autert. Mittels der aus den Daten bestimmten mittleren BH{  Uberlappwahrscheinlichkeit f  ur P  U (E > 5:0GeV) (siehe Abschnitt 3.6.1) wird mit Hilfe des BH{Wirkungs- querschnittes,  BHC , aus Gleichung (1.35) die  Uberlappwahrscheinlichkeit f  ur 4 Die durch den Subtrigger ST91 aufgezeichneten BH{Ereignisse eignen sich aufgrund ihrer minimalen Energie von h  ochstens 3GeV nicht zur Simulation des ISRBH{Untergrundes. 68 Kapitel 3. Vorarbeiten und Datenselektion E min = 0:15GeV wie folgt berechnet: P  U (E > 0:15GeV) = P  U (E > 5GeV)   BHC (E > 0:15GeV)  BHC (E > 5GeV) (3.34) mit  BHC (E min > 5GeV) = 71:67  0:72mb ; (3.35) P  U (E min > 5GeV) = 4:21  0:07% ; (3.36)  BHC (E min > 0:15GeV) = 284:29  2:84mb (3.37) folgt dann P  U (E > 0:15GeV) = 16:71  0:43% : (3.38) Die Gr  oe P  U (E > 0:15GeV) gibt dabei die Wahrscheinlichkeit an, da minde- stens ein BH{Proze mit einer Energie gr  oer als 0:15GeV in einem Bunchcros- sing statt ndet. Die Wahrscheinlichkeit der Zufallskoinzidenz von mehreren BH{Photonen wird durch die Poissonverteilung mit Mittelwert  beschrieben. Dabei ist die Wahr- scheinlichkeit f  ur das Auftreten von k Photonen durch W k =  k k! e  (3.39) gegeben. F  ur die Wahrscheinlichkeit, da mindestens ein Photon  uberlappt, gilt dann: W k1 = 1 e  : (3.40) Damit ergibt sich f  ur den Mittelwert der Poissonverteilung, mitW k1 = P  U (E min > 0:15GeV), der Wert  = 0:1829  0:005 (3.41) und f  ur die Wahrscheinlichkeit, da ein, zwei oder drei BH{Photonen  uberlappen folgt W k=1 = 15:23  0:36% W k=2 = 1:39  0:07% W k=3 = 0:085  0:006%: (3.42) Entsprechend der Wahrscheinlichkeiten in 3.42 werden mittels des BH{Wirkungs- querschnittes (Gleichung (1.35)) ein, zwei und drei BH{Photonen mit E min > 0:15GeV ausgew  urfelt. Die Energien der BH{Photonen werden dann im Falle des simulierten ISRBH{Untergrundes auf die generierte Energie des ISR{Photons 3.6. Der Untergrund 69 Eγ [GeV] Eγ [GeV] Eγ [GeV] Eγ [GeV] 10 -5 10 -4 10 -3 10 -2 10 -1 1 20 40 0 0.02 0.04 0.06 0.08 0.1 0.12 0.14 20 40 10 -5 10 -4 10 -3 10 -2 10 -1 1 20 40 0 0.02 0.04 0.06 0.08 0.1 0.12 0.14 20 40 Abbildung 3.18: BH{Photonenenergieverteilung f  ur Daten (Punkte) und gene- rierte BH{Ereignisse (durchgezogene Linie), links logarithmisch und rechts linear aufgetragen. a),b) zeigt den Vergleich von Daten mit der BH{Simulation oh- ne Zufallskoinzidenz mehrerer BH{Photonen und c),d) mit Zufallskoinzidenz von ein, zwei und drei BH{Photonen. bzw. des BH{Photons reiner BH{Simulation addiert. Die tats  achlich im Photon- arm gemessene Energie wird dann entsprechend der in Kapitel 3.4 beschriebenen Simulation bestimmt. Die Energie des BH{Positrons wird f  ur jedes ausgew  urfelte BH{Photon nach E BH e;gen = E 0 E BH ;gen (3.43) berechnet und ebenfalls bei der Simulation des Luminosit  atssystems ber  ucksich- tigt (siehe Kapitel 3.4). Zur  Uberpr  ufung der Richtigkeit der Simulation der Zufallskoinzidenzen sind BH{Ereignisse verwendet worden. Abbildung 3.18c,d zeigt das Ergebnis der Si- mulation im Vergleich zu BH{Daten. Es ist eine deutliche Verbesserung der Beschreibung der Daten durch die Simulation mit Zufallskoinzidenzen im Ver- gleich zu Abbildung 3.18a,b zu sehen. Die Unterschiede zwischen der Simulation und den Daten betragen in dem f  ur diese Analyse relevanten Energiebereich von 8 < E < 25GeV nach der  Uberlagerung nur noch 0:32  0:2% 5 . 5 Dieser Wert ist aus der Anpassung einer Konstanten an das Verh  altnis aus Daten und MC 70 Kapitel 3. Vorarbeiten und Datenselektion Mit Hilfe dieser ISRBH{Untergrundsimulation wird der Anteil der Ereignisse, die durch eine  Uberlagerung mit einem BH{Photonen  uber die Photonenergie{ Selektionsschwelle dieser Analyse kommen, ermittelt und statistisch von den Verteilungen der Daten und des MC subtrahiert. ISR{Photonen, die  uber der Schnittschwelle liegen (und keine Energiedeposition im Elektrondetektor aufwei- sen) und mit BH{Photonen  uberlappen, werden nicht als Untergrund angesehen. F  ur die ad  aquate Beschreibung ihrer Energieverf  alschung durch die Zufallskoin- zidenz wird die ISRBH{Untergrundsimulation verwendet. 3.7 Die Runselektion Nachdem die Vorarbeiten zumVerst  andnis der Daten in den vorherigen Abschnit- ten erl  autert worden sind, folgen in diesem Abschnitt die Beschreibung der Run- selektion. Runs sind Datennahmeperioden mit weitgehend konstanten HERA{ und Detektorbedingungen. Sie werden entsprechend der in die erste Trigger- stufe einlaufenden Ereignisrate in vier Phasen eingeteilt. Die Runs der ver- schiedenen Phasen unterscheiden sich voneinander durch die unterschiedlichen Untersetzungsfaktoren der Subtrigger. Runs der Phase 1 geh  oren meistens zu Datennahmeperioden am Anfang der Lumif  ullung, wenn die Untergrund{ und Ereignisraten der HERA{Maschine noch sehr hoch sind und die meisten DIS{ Subtrigger mit hohen Untersetzungsfaktoren betrieben werden. Jedes Ereignis ist durch seine Run{ und Ereignisnummer vollst  andig gekennzeichnet. Ziel der Runselektion ist es Ereignisse, die unter  ahnlichenDetektor{, und HERA{ Bedingungen genommen wurden, auszuw  ahlen und problematische Runs von der Analyse auszuschlieen (siehe Tabelle 3.5). Aus diesen beiden Anforderungen ergeben sich folgende Kriterien: - Runs mit weniger als zehnmin  utiger aktiver Laufzeit sind nicht in die Ana- lyse aufgenommen worden, da die Datennahme f  ur diese Runs in der Regel aufgrund nicht stabiler Rahmenbedingungen fr  uhzeitig abgebrochen werden mute. - Nur Ereignisse der Runphasen 2,3 und 4 sind f  ur die weitere Analyse geeig- net, weil die ISR{Triggerbedingungen in Phase 1 mit hohen Untersetzungs- faktoren belegt waren. Des weiteren sind in der Regel die Untergrundbedin- gungen f  ur Phase 1 Runs aufgrund der noch vorgenommenen Einstellungen durch HERA (Strahltuning) in der Regel eher schlecht. - Zus  atzlich wurde gefordert, da { das SpaCal , ermittelt worden. 3.7. Die Runselektion 71 Runbereich Grund f  ur Ausschlieung < 180932 Probleme mit SpaCal Subtriggern 181242,181244 L4 Test Run 181245 L4 Test Run 181247-181248 L4 Test Run 182975,182978 L4 Test Run 182979-184376 L4 Test Run 184462-184469 MWPC nicht im Readout 184855 L4 Test Run 185880,185884 L4 Test Run 185665,185775 Probleme bei der Datenaufbereitung 186020-186021 COP abgeschaltet und BDC-Test 186515,186752 Probleme bei der Datenaufbereitung 187133-187165 L4 Test Run 187859 Probleme bei der Datenaufbereitung 188142,188595 Probleme bei der Datenaufbereitung 190125-190183 L4 Test Run 190222,190787 Probleme bei der Datenaufbereitung 190788,191320 Probleme bei der Datenaufbereitung 191550-191579 MWPC nicht im Readout 191585-191596 Probleme mit dem ZVTX-Trigger 191936 Probleme bei der Datenaufbereitung 192000-192093 L4 Test Run 192081-192088 Fehlerhafte Datenaufzeichnungen 192094-192115 Fehlerhafte Datenaufzeichnungen 192815-192963 Probleme mit der Centraltrigger-Hardware 193128-193235 HERA/H1 Timing{Probleme 193479-193524 HERA/H1 Timing{Probleme 194643-194644 MWPC nicht im Readout 195681-195686 MWPC nicht im Readout 196374 Probleme bei der Datenaufbereitung 196613-196628 L4 Test Run 197036 Probleme bei der Datenaufbereitung 198345-198376 Probleme mit den Spurkammern 199196,199615 Probleme bei der Datenaufbereitung 200241,200334 Probleme bei der Datenaufbereitung 200363 Probleme bei der Datenaufbereitung Tabelle 3.5: Von der Analyse ausgeschlossene Runbereiche. 72 Kapitel 3. Vorarbeiten und Datenselektion Lumifüllung Er ei gn iss e ⁄ p b- 1 0 1 2 3 4 5 6 7 8 1200 1250 1300 1350 1400 1450 1500 1550 1600 Abbildung 3.19: Anzahl der Signalereignisse pro integrierte Luminosit  at, N , f  ur Lumi{F  ullungen des Jahres 1997. Die Fehler entsprechen den statistischen Feh- lern. Angezeigt durch die Linien sind der Mittelwert der Gr  oe N (gestrichelt) f  ur das Jahr 1997 und die Abweichung von diesem um  drei Standardabweichungen (gepunktet). { das LAr{Kalorimeter , { das Luminosit  atssystem , { das zentrale und vordere Spurkammersystem , { die BDC und { das Flugzeitsystem voll funktionsf  ahig waren. - Schlielich wurde die mittlere Ereignisrate pro Lumif  ullung als ein zus  atz- liches Stabilit  atskriterium verwendet. Abbildung 3.19 zeigt die Anzahl der mit dem ISR{Subtrigger aufgezeichneten Ereignisse pro integrierte Lumi- nosit  at f  ur die Lumif  ullungen des Jahres 1997. Der Mittelwert betr  agt 1:597  0:015 pb. Lumif  ullungen, f  ur die dieser Wert drei Standardabwei- chungen  = 0:20  0:01 pb vom Mittelwert abweicht, wurden verworfen. Zus  atzlich wurde diese Gr  oe f  ur jeden Run einzeln bestimmt. Die mitt- lere Anzahl der durch den ISR{Subtrigger registrierten Ereignisse pro in- tegrierte Luminosit  at in einem Run betr  agt 1:528  0:015 pb. Aufgrund der h  oheren Fluktuation bel  auft sich der Wert der Standardabweichung zu 3.8. Die Ereignisselektion 73 0:509  0:015 pb. Runs, f  ur die die Ereigniszahl pro integrierte Lumino- sit  at mehr als drei Standardabweichung vom Mittelwert abweicht, wurden ebenfalls aus der Analyse herausgenommen. 3.8 Die Ereignisselektion F  ur die Analyse kommen nur Ereignisse mit einer de nierten Kinematik und der gesuchten ISR{Signatur { ein gestreutes Positron im SpaCal und ein Photon im Photonarm{, sowie mit einer Anti{Untergrundsignatur in Frage. Die im folgenden beschriebene Ereignisselektion folgt logisch diesen drei Forderungen und beginnt mit der Diskussion der Vertexrekonstruktion, die im engen Zusammenhang zur Ereigniskinematik steht. Danach folgen die Positron{ und Photonidenti kation und schlielich werden die Selektionskriterien gegen den Untergrund erl  autert. Ziel ist es einen Datensatz mit de nierter Kinematik und m  oglichst geringer Un- tergrundkontamination zu erlangen. 3.8.1 Die Vertexrekonstruktion F  ur die Berechnung der Ereigniskinematik ist die Rekonstruktion des Ereignis- vertex erforderlich, da ansonsten der Streuwinkel des Positrons nicht bestimmt werden kann. Der Positron{ und der Protonstrahl werden vor Eintritt in den H1{Hauptdetektor durch die Strahlmagnete derart gef  uhrt, da sie an einem fe- sten Punkt im Detektorinneren zur Kollision gebracht werden. Aufgrund der endlichen Ausdehnung der Teilchenpakete weicht der Wechselwirkungspunkt der Positron{Protonstreuereignisse vom nominellen Kollisionspunkt entsprechend ei- ner Normalverteilung ab. Aus diesemGrunde wird gefordert, da die zu selektierenden ISR{Ereignisse einen rekonstruierten Vertex in dem Bereich 35:0 cm < Z VTX < 35:0 cm (3.44) besitzen. Durch diese Bedingung werden Ereignisse, in denen die Strahlteilchen mit Gasmolek  ulen im Strahlrohr oder mit den W  anden des Strahlrohres wech- selwirken, unterdr  uckt, da f  ur diese der Ereignisvertex gleichm  aig in z verteilt ist. Abbildung 3.20 zeigt die Z VTX -Position und die Varianz der Z VTX -Verteilung als Funktion der einzelnen Lumif  ullungen f  ur den in dieser Analyse verwendeten Datennahmebereich. Die Vertexposition ist um Null verteilt und besitzt eine Varianz von  12 cm. VertexrekonstruktionseÆzienz F  ur die Analyse der ISR{Daten ist die Kenntnis der EÆzienz, " Z VTX , der Spur- kammern den Ereignisvertex zu rekonstruieren wichtig. Die EÆzienz " Z VTX h  angt 74 Kapitel 3. Vorarbeiten und Datenselektion Lumifüllung < Z V TX > [c m] Lumifüllung σ (z V TX ) [c m] -10 -8 -6 -4 -2 0 2 4 6 8 10 1250 1300 1350 1400 1450 1500 1550 1600 0 2.5 5 7.5 10 12.5 15 17.5 20 22.5 1250 1300 1350 1400 1450 1500 1550 1600 Abbildung 3.20: Mittlere Position hZ VTX i und Varianz (Z VTX ) der Z VTX - Verteilung in Abh  angigkeit von der Lumif  ullung. dabei stark von der Inelastizit  at y ab, da bei festem Positronstreuwinkel  e mit anwachsender Inelastizit  at der Winkel des hadronischen Endzustandes  H zu- nimmt: y = sin  e (1 cos  H ) sin  H + sin  e sin ( e +  H ) : (3.45) F  ur groe Werte von y wird der hadronische Endzustand somit st  arker in den Zentralbereich des H1{Detektors gestreut, so da die Spuren der Teilchen mehr 3.8. Die Ereignisselektion 75 Dr  ahte kreuzen und daher mit einer h  oheren RekonstruktionseÆzienz des Vertex in diesen Ereignissen zu rechnen ist. Des weiteren nimmt die Multiplizit  at der geladenen Teilchen im Endzustand lo- garithmisch mit der Photon{Proton{Schwerpunktsenergie, W , zu [h1k96]. Da f  ur x  1 aus Gleichung (1.5) und Gleichung (1.6) W 2 = y  s (3.46) folgt, besitzen Ereignisse mit groen y{Werten auch aus diesemGrund eine besse- re VertexrekonstruktionseÆzienz. Allerdings ist f  ur ISR{Ereignisse die Photon{ Proton{Schwerpunktsenergie W aufgrund der Photonabstrahlung imVergleich zu nicht{radiativen Ereignissen reduziert, so da " Z VTX f  ur steigende Photonenergien kleiner wird. Um eine ausreichend hohe RekonstruktionseÆzienz gew  ahrleisten zu k  onnen, wird in dieser Analyse deshalb W 2  = s e y  > 0:01  s (3.47) verlangt, mit s = 4E p E 0 . Durch diesen Schnitt wird garantiert, da trotz anstei- gender Photonabstrahlung gen  ugend geladene Spuren im hadronischen Endzu- stand vorhanden ist. Aufgrund der besseren Au  osung bei kleinen Inelastizit  aten wird W mit Hilfe der {Methode bestimmt. Die Bestimmung der VertexrekonstruktionseÆzienz der Spurkammern wird mit der Proportionalkammer CIP durchgef  uhrt [pan93, pan94]. Hierbei wird die durch den Auftre punkt des gestreuten Positrons im SpaCal und des Signals in der CIP de nierte Gerade auf die z{Achse extrapoliert und ein Ereignisver- tex, der im folgenden als Z VTX ;CIP genannt wird, rekonstruiert. Diese Ereig- nisse bilden den Referenzdatensatz f  ur die Bestimmung der Rekonstruktionsef- zienz der Spurkammern, da die Rekonstruktion des Z VTX ;CIP {Vertex eine von den Spurkammern unabh  angige Rekonstruktionsmethode ist. F  ur die Bestim- mung der VertexrekonstruktionseÆzienz werden Ereignisse, deren Auftre punkt im SpaCal im Akzeptanzbereich der CIP liegen 22:0 < R SpaCal < 80:0 cm se- lektiert. Des weiteren verlangt man, da der mit der CIP rekonstruierte Ver- tex im Bereich jZ VTX ;CIP j < 35 cm liegt. Aus dieser Grundmenge wird nun die Anzahl,N CIP+SPUR , der Ereignisse mit zus  atzlich einem rekonstruierten Spurkam- mervertex bestimmt. Die VertexrekonstruktionseÆzienz berechnet sich dann aus der Anzahl der Ereignisse f  ur die ein Vertex mit der CIP bestimmtwerden konnte, N CIP , und N CIP+SPUR wie folgt " Z V TX (y) = N CIP+SPUR (y) N CIP (y) : (3.48) Abbildung 3.21a zeigt " Z VTX als Funktion von y JB f  ur MC{Ereignisse im Ver- gleich zur wahren VertexrekonstruktionseÆzienz, " MC Z VTX , die sich einfach aus dem 76 Kapitel 3. Vorarbeiten und Datenselektion yJB ε Z VT X MC: CIP--Methode 22< Rspac < 80[cm] MC: Wahre Effizienz 22< Rspac < 80[cm] yJB ε Z VT X MC: CIP--Methode 22< Rspac < 80[cm] Daten: CIP--Methode 22< Rspac < 80[cm] yJB ε Z VT X MC: Wahre Effizienz 14< Rspac < 22[cm] MC: Wahre Effizienz 22< Rspac < 80[cm] 0.8 0.9 1 1.1 1.2 10 -2 10 -1 1 0.8 0.9 1 1.1 1.2 10 -2 10 -1 1 0.8 0.9 1 1.1 1.2 10 -2 10 -1 1 Abbildung 3.21: VertexrekonstruktionseÆzienz als Funktion von y JB . a) Vergleich zwischen wahrer (o ene Dreiecke) und der mit der CIP bestimmten Vertexre- konstruktionseÆzienz { auch CIP{Methode genannt {(o ene Kreise) im  aueren SpaCal, b) Vergleich zwischen der mit der CIP bestimmten Vertexrekonstruktions- eÆzienz f  ur MC (o ene Kreise) und Daten (gef  ullte Kreise) im  aueren SpaCal und c) Vergleich der wahren VertexrekonstruktionseÆzienz im inneren (o ene Quadrate) und  aueren SpaCal (o ene Dreiecke). 3.8. Die Ereignisselektion 77 Verh  altnis der Ereignisse mit rekonstruiertem Spurkammervertex zur Gesamtzahl aller MC{Ereignisse im Bereich jZ MC VTX j < 35 cm ergibt.  Uber den betrachteten y JB {Wertebereich ndet man eine gute  Ubereinstimmung mit einer maximalen Abweichung von 3%. Es kann somit geschlossen werden, da die mit Hilfe der CIP bestimmte VertexrekonstruktionseÆzienz der wahren RekonstruktionseÆzi- enz der Spurkammern entspricht. Abbildung 3.21b zeigt die mit der CIP be- stimmte VertexrekonstruktionseÆzienz, f  ur MC{ und Datenereignisse. Die Un- terschiede zwischen ihnen sind ebenfalls maximal 3%. Aus diesen Betrachtungen folgt f  ur den systematischen Fehler der VertexrekonstruktionseÆzienz im  aueren SpaCal ein Wert von 3% 3% = 4%. Da f  ur den inneren Bereich des SpaCal die CIP aus Akzeptanzgr  unden nicht verwendet werden kann, wird in diesem Bereich, unter der Annahme, da die EÆzienz in erster Ordnung von y und nicht von Q 2 abh  angt, die aus dem MC bestimmte VertexrekonstruktionseÆzienz (wahre VertexrekonstruktionseÆzienz) verwendet. Abbildung 3.21c zeigt die wahre VertexrekonstruktionseÆzienz im  aueren und inneren SpaCal; die Abweichung betr  agt h  ochstens 3%. Der Fehler auf die RekonstruktionseÆzienz im inneren Bereich des SpaCal ergibt sich somit zu 4% 3% = 5%. 3.8.2 Die Positronidenti kation Cluster mit der h  ochsten Energie im elektromagnetischen SpaCal werden unter folgenden Bedingungen als Positronkandidaten identi ziert:  E clu > 5:0GeV Es ist von groem Interesse f  ur diese Analyse soweit wie m  oglich mit der Positronenergie herunterzugehen: Zum einen gew  ahrleisten kleine Positron- energien, da man den kinematischen Bereich der F 2 {Messung zu kleinen Q 2 erweitern kann, zum anderen ist eine starke Variation der Photonab- strahlungsenergie und damit der Schwerpunktsenergie f  ur die Messung der longitudinalen Strukturfunktion F L wichtig. Allerdings kann aufgrund des rapiden Anstiegs des Photoproduktionswirkungsquerschnittes mit abneh- mender Positronenergie, der Schnitt auf die Positronenergie nicht beliebig klein gew  ahlt werden. Die oben angegebene Bedingung bildet einen Kom- promi einerseits die notwendige Untergrundunterdr  uckung, andererseits aber auch gen  ugend kleine Positronenergien zu gew  ahrleisten.  R clu < 3:5 cm, wobei R clu der energiegewichtete Clusterradius und durch R clu = P i E i p (x clu x i ) 2 + (y clu y i ) 2 E clu (3.49) gegeben ist. Die Summe l  auft dabei  uber alle Zellen, die zu dem entspre- chenden Cluster geh  oren; x clu ; y clu sind die Clusterkoordinaten und x i ; y i 78 Kapitel 3. Vorarbeiten und Datenselektion die Zellkoordinaten in x und y. Dieser Schnitt unterdr  uckt Photoprodukti- onsereignisse, in denen ein Hadron im SpaCal ein Positron vort  auscht, da die Ausdehnung elektromagnetischer Schauer kompakter ist als die von ha- dronischen Schauern. Die SelektionseÆzienz dieses Schnittes betr  agt 99% [poe00].  E hadr < 0:5GeV E hadr ist die Energie im hadronischen SpaCal in einem Zylinder mit 15 cm Radius um den energiereichsten Cluster im elektromagnetischen SpaCal. Auch diese Bedingung unterdr  uckt Photoproduktionsereignisse, da hadro- nische Schauer eine gr  oere longitudinalen Ausdehnung als elektromagne- tische Schauer aufweisen. Untersuchungen in [schl98] ergeben f  ur dieses Kriterium eine EÆzienz von 100%.  174 Æ <  BDC < 150 Æ Die Messung des Streuwinkels des Positrons erfolgt mit der BDC. Dieser Schnitt gew  ahrleistet, da die Cluster im SpaCal im Akzeptanzbereich der BDC liegen.  NHIT BDC > 3 Um eine hohe SpurrekonstruktionseÆzienz zu erreichen, wird auerdem ge- fordert, da die rekonstruierte Spur in der BDC midestens aus drei Signal- lagen besteht. Die EÆzienz der BDC betr  agt 99.35% [wal99]. Erf  ullt ein Positronkandidat die obigen Kriterien, dann wird es als das gestreute Positron der tiefinelastischen Streuung betrachtet, mit E e = E clu ,  e =  BDC . 3.8.3 Die Photonidenti kation Nachdem das Positron der tie nelastischen Streuung erfat ist, wird eine Energie- deposition im Photonarm des Luminosit  atssystems unter folgenden Bedingungen als ISR{Photon identi ziert:  E VC+PD > 8:0GeV Dieses Kriterium stellt sicher, da die selektierten Ereignisse oberhalb der LUPD{Triggerschwelle von 7.36GeV liegen (siehe Abbildung 3.9).  x PD > 3:0 cm, jy PD j < 3:0 cm Der Schnitt auf die Clusterpositionen x PD ,y PD im Photondetektor gew  ahr- leistet, da der Cluster imPhotondetektor mindestens einenMoliere{Radius von den Detektorr  andern entfernt ist, so da Energieverluste am Detektor- rand minimiert werden. 3.8. Die Ereignisselektion 79  E e + E VC+PD < 33:0GeV, Die Summe der Energien des gestreuten Positrons und Photons k  onnen aus Energieerhaltungsgr  unden nicht gr  oer als die Leptonstrahlenergie sein. Werte gr  oer als 27.56GeV sind nur aufgrund der endlichen Detektoraufl  o- sung m  oglich. Erf  ullt ein Photonkandidat die obigen Bedingungen, so wird es als das ISR{ Photon einer tiefinelastischen Streuung betrachtet, mit E = E VC+PD . 3.8.4 Schnitte gegen den Untergrund In dem Ereignissatz, der mit den in vorherigen Abschnitten beschriebenen Kriteri- en selektiert wird, be nden sich auch Ereignisse, die aufgrund einer Zufallskoinzi- denz mit einemBH{Photon (siehe Kapitel 3.1) die Signatur eines ISR{Ereignisses aufweisen { die sogenannten DISBH{, GPBH und ISRBH{Ereignisse. Wie in Ka- pitel 3.1 schon diskutiert wurde, kann ein Teil dieser Untergrundereignisse durch eine Energiedeposition im Elektrondetektor eindeutig identi ziert werden. Aus diesem Grunde wird verlangt, da ein zu selektierendes Ereignis keine Energie im Elektrondetektor besitzt: E ET < 2:0GeV : (3.50) Neben diesem Kriterium besteht die M  oglichkeit mit Hilfe der longitudinalen Im- pulsbalance (siehe ebenfalls Diskussion in Kapitel 3.1), die eine Erhaltungsgr  oe ist, Untergrundereignisse zu verwerfen. Entweicht ein Teilchen der tiefinelasti- schen Streuung in negativer z{Richtung durch das Strahlrohr aus dem Hauptde- tektor, so gilt f  ur die longitudinale Impulsbalance des Ereignisses  H + 2E miss = 2E 0 (3.51) wobei E miss die Energie des aus dem Hauptdetektor entweichenden Teilchens ist. Dabei wurde aufgrund der zu vernachl  assigenden transversalen Impulskomponen- te dieses Teilchens, sein longitudinaler Impuls mit p z ;miss  E miss abgesch  atzt. Gleichung (3.51) nach E miss umgeformt ergibt E miss = E 0 P Haupt 2:0 : (3.52) F  ur nicht{radiative Ereignisse ist E miss = 0:0, wohingegen E miss f  ur ISR{Ereignisse der abgestrahlten Photonenergie entspricht. F  uhrt man in diesem Zusammen- hang die Gr  oe  ein, die  uber  = E E miss E (3.53) 80 Kapitel 3. Vorarbeiten und Datenselektion ISR+ISRBH GPBH DISBH ISR+ISRBH+DISBH+GPBH ∆ Er ei gn ss e ⁄ p b- 1 0 200 400 600 800 1000 -2 -1.5 -1 -0.5 0 0.5 1 1.5 2 Abbildung 3.22: Verteilung der Gr  oe  f  ur Daten (Punkte) und MC (Histo- gramme). Das Histogramm mit der durchgezogenen Linie ist die Summe aus den Untergrund{ und ISR{Monte{Carlo{Verteilungen. Das gestrichelte Histogramm stellt die radiativen ISR{Ereignisse und ISRBH{Ereignisse dar und die beiden gef  ullten Histogramme geben den GPBH{ und DISBH{Untergrund an. Die senk- rechten Linien kennzeichnen die Schnitte auf die Gr  oe . de niert ist, so ist  f  ur ISR{Ereignisse gleich Null und f  ur nicht{radiative DIS{ Ereignisse gleich Eins. Abbildung 3.22 zeigt die Verteilung der Gr  oe  f  ur Daten{ und MC{Ereignisse. Wie erw  ahnt, zeigt sich f  ur ISR{Ereignisse eine Verteilung um den Nullpunkt, w  ahrend  f  ur DISBH{Ereignisse um den Wert Eins verteilt ist. Zur Unterdr  uckung des DISBH{Untergrundes wird nun verlangt, da jj < 0:5 und P tot < 61:0GeV (3.54) gilt. Letztere Bedingung ergibt sich aus der Tatsache, da  tot systematisch um die zus  atzliche Impulskomponente des BH{Photons zu hoch ist:  tot = 2E 0 + 2E BH . Abbildung 3.23 zeigt die Verteilung der longitudinalen Impulzbalance  tot f  ur Daten und MC. Man erkennt deutlich die H  aufung bei 55GeV und eine zweite Anh  aufung bei Werten gr  oer als 65GeV. 3.9. Der Vergleich der Simulationsrechnungen mit den Daten 81 ISR+ISRBH GPBH DISBH ISR+ISRBH+DISBH+GPBH Σtot [GeV] Er ei gn iss e ⁄ p b- 1 0 100 200 300 400 500 20 30 40 50 60 70 80 90 Abbildung 3.23: Verteilung der Gr  oe P tot f  ur Daten (Punkte) und MC (Hi- stogramme). Das Histogramm mit durchgezogener Linie ist die Summe aus Untergrund{ und ISR{Monte{Carlo{Verteilungen. Das gestrichelte Histogramm stellt die radiativen ISR{Ereignisse und ISRBH{Ereignisse dar und die beiden gef  ullten Histogramme geben den GPBH{ und DISBH{Untergrund an. Die senk- rechte Linie kennzeichnet den Schnittwert bei  tot = 61:0GeV . 3.9 Der Vergleich der Simulationsrechnungenmit den Daten Abschlieend werden nun die Vergleiche zwischen den f  ur die Messung der Struk- turfunktionen F 2 und F L selektierten Daten und den MC{Ereignissen gezeigt. Um die bestm  ogliche Beschreibung der Daten durch das MC zu erreichen, sind die DJANGO{MC{Ereignisse auf die von der H1{Kollaboration bestimmte Pro- tonstrukturfunktion F H1Fit 2 [h1f200] f  ur Q 2 > 0:5GeV 2 und auf die Struktur- funktion F ALLM97 2 (x;Q 2 ) f  ur Q 2 < 0:5GeV 2 umgewichtet worden. Die Daten- verteilungen sind auf die TriggereÆzienzen korrigiert und wie im Falle der MC{ Verteilungen absolut normiert. Der Untergrund verursacht durch Zufallskoin- zidenzen mit BH{Ereignissen ist entsprechend der in Kapitel 3.6 beschriebenen Art und Weise simuliert worden. Abbildung 3.24 zeigt gute  Ubereinstimmung von Daten und MC f  ur die Energieverteilungen des gestreuten Positrons E e , des Photons E , der Summe aus Positron{ und Photonenergie und die longitudinale Impulsbalance des hadronischen Endzustandes P H . Abbildung 3.25 zeigt den Azimut{ und Polarwinkel des gestreuten Positrons  e und  e , den Polarwinkel des hadronischen Endzustandes  H und die Ereignisvertexverteilung Z VTX ; wie- 82 Kapitel 3. Vorarbeiten und Datenselektion Ee [GeV] N [p b] GPBH DISBH ISR+ISRBH+DISBH+GPBH Eγ [GeV] N [p b] GPBH DISBH ISR+ISRBH+DISBH+GPBH Ee+Eγ [GeV] N [p b] GPBH DISBH ISR+ISRBH+DISBH+GPBH ΣH [GeV] N [p b] GPBH DISBH ISR+ISRBH+DISBH+GPBH 0 50 100 150 200 250 0 10 20 30 0 25 50 75 100 125 150 175 200 0 10 20 30 0 50 100 150 200 250 300 0 10 20 30 40 0 100 200 300 400 500 600 700 800 0 20 40 60 Abbildung 3.24: Vergleich der Verteilungen zwischen Monte Carlo (Histogramme) und Daten (Punkte) f  ur die Energie des gestreuten Positrons E e , die Energie des Photons E , die Summe aus Photon{ und Positronenergie und die longitudinale Impulsbalance des hadronischen Endzustandes P H . derum zeigt sich eine gute Beschreibung der Daten durch das Monte Carlo. Die Abweichungen zwischen Daten und MC in Abbildung 3.24 und Abbildung 3.25 k  onnen durch die systematischen Fehler auf die Positronenergieskala, die Pho- tonenergieskala und auf die Energieskala des hadronischen Endzustandes erkl  art werden (siehe Kapitel 4.3). 3.9. Der Vergleich der Simulationsrechnungen mit den Daten 83 φe [°] N [p b] GPBH DISBH ISR+ISRBH+DISBH+GPBH Θ [°] N [p b] GPBH DISBH ISR+ISRBH+DISBH+GPBH ΘH [°] N [p b] GPBH DISBH ISR+ISRBH+DISBH+GPBH zvtx [cm] N [p b] GPBH DISBH ISR+ISRBH+DISBH+GPBH 0 20 40 60 80 100 120 140 160 180 -100 0 100 0 50 100 150 200 250 300 150 160 170 180 0 20 40 60 80 100 0 50 100 150 0 50 100 150 200 250 -50 -25 0 25 50 Abbildung 3.25: Vergleich der Verteilungen zwischen Monte Carlo (Histogramme) und Daten (Punkte) f  ur den Azimutal{ und Polarwinkel des gestreuten Positrons  e und  e , f  ur den Polarwinkel des hadronischen Endzustandes  H und f  ur den Ereignisvertex Z VTX . 84 Kapitel 4 Die Messung der Strukturfunktion F 2 mit radiativen Ereignissen Die Analyse der tie nelastischen ep{Streuereignisse ohne Abstrahlung von Pho- tonen der Datennahmejahre 1994 bis 1997 erlaubte die Bestimmung der Proton- strukturfunktion F 2 (x;Q 2 ) in dem kinematischen Bereich 1:5  Q 2  30000GeV 2 [h1k00, h1f200]. Die Messung der Strukturfunktion F 2 unter Verwendung von ISR{Ereignissen im Rahmen dieser Arbeit erlaubt es, den kinematischen Bereich bis zu Q 2 = 0:38GeV 2 zu erweitern. Des weiteren dient der Vergleich der F 2 { Mewerte dieser Analyse mit den vorherigen Messungen der  Uberpr  ufung des Datensatzes, der sp  ater zur Messung der longitudinalen Strukturfunktion F L die- nen soll. Der Beschreibung des Meprinzips der Protonstrukturfunktion F 2 in diesem Ka- pitel folgt die De nition der Meintervalle. Anschlieend werden die systemati- schen Fehler und ihr Ein u auf die F 2 {Messung beschrieben und die Resultate der Messung diskutiert. 4.1 Das Meprinzip F  ur die Messung der Strukturfunktion F 2 ist es notwendig, die Daten auf die Akzeptanz des Detektors und die SelektionseÆzienzen der Schnitte zu korrigieren. Das in diesemAbschnitt beschriebene Verfahren bedient sich hierzu der im letzten Kapitel behandelten und eingehend untersuchten MC Simulationen. Gem  a Kapitel 1.4.1, Gleichung (1.27) und (1.28), ist die Strukturfunktion F 2 proportional zum gemessenen di erentiellen ISR{Wirkungsquerschnitt. Nach In- tegration  uber den relativen Energieverlust z des einlaufenden Leptons (durch die Abstrahlung des Photons verursacht) erh  alt man d 2  ISR exp dxdQ 2 = Z z max 0 d 3  ISR exp dxdQ 2 dz dz 4.1. Das Meprinzip 85 = Z z max 0 3 P (z) 1 + (1 y) 2 xQ 4  1 + R 1 +R  F 2 (x;Q 2 )  (1 + Æ RC ) = (x;Q 2 ; R)  F 2 (x;Q 2 )  (1 + Æ RC ) : (4.1) Gleichung (4.1) erlaubt unter Kenntnis der Gr  oen (x;Q 2 ; R) und (1+ Æ RC ) die Bestimmung von F 2 (x;Q 2 ) aus dem di erentiellen Wirkungsquerschnitt d 2  ISR exp =dxdQ 2 . Dabei ber  ucksichtigt (1 + Æ RC ) die in die Kapitel 1.4.2 beschrie- benen Strahlungskorrekturen h  oherer Ordnung. W  ahrend die Gr  oe (x;Q 2 ; R) eine Funktion der kinematischen Gr  oen x und Q 2 sowie dem Verh  altnis der Wir- kungsquerschnitte longitudinal und transversal polarisierter Photonen R(x;Q 2 ) ist. F  ur die Extraktion der Strukturfunktion F 2 (x;Q 2 ) wird R = 0 angenom- men und der Ein u von R(x;Q 2 ) auf F 2 (x;Q 2 ) in den systematischen Fehler der Messung aufgenommen (siehe Abschnitt 4.3). F  ur die F 2 {Messung wird die kinematische Ebene in x;Q 2 {Intervalle eingeteilt und die Anzahl der Ereignisse in diesen Intervallen bestimmt. Letztere entspricht dem Integral des doppelt di erentiellen Wirkungsquerschnittes  uber das Intervall I = xQ 2 : ~ I gem = Z I d 2  exp dxdQ 2 dxdQ 2 = N rek N BG L 1 " exp A (4.2) Die Gr  oen in Gleichung (4.2) haben folgende Bedeutungen:  N rek ist die Anzahl der Ereignisse im Intervall I.  N BG ist die aus der Simulation abgesch  atzte Anzahl der Untergrundereig- nisse im Intervall I.  " exp ist die mittlere SelektionseÆzienz der angewendeten Schnitte pro In- tervall I.  L bezeichnet die integrierte Luminosit  at der zur Verf  ugung stehenden Da- ten.  A entspricht der Detektorakzeptanz des Intervalls I und wird mittels A = N rek N gen (4.3) mit Hilfe von MC{Ereignissen bestimmt, wobei N gen die Anzahl der Ereig- nisse ist, die in dem Intervall I liegen, und N rek die Zahl der in diesem Intervall rekonstruierten Ereignisse angibt. 86 Kapitel 4. Die Messung der Strukturfunktion F 2 mit radiativen Ereignissen Die sogenannte Zentralwertkorrektur erm  oglicht es, die Strukturfunktion F 2 (x;Q 2 ) bzw. den Wirkungsquerschnitt f  ur jedes Intervall f  ur einen beliebig gew  ahlten (x c ; Q 2 c ){Wert anzugeben. Dieses Verfahren wird der Angabe von F 2 an dem  uber das Intervall gemittelten Wert vorgezogen, da es den Vergleich mit anderen Messungen erm  oglicht. Die Zentralwertkorrektur ist de niert als C = d 2  exp (x c ;Q 2 c ) dxdQ 2 R I d 2  exp (x;Q 2 ) dxdQ 2 dxdQ 2 : (4.4) Damit ergibt sich aus der Messung von ~  I gem f  ur den di erentiellen Wirkungs- querschnitt bei (x c ; Q 2 c ): d 2  exp (x c ; Q 2 c ) dxdQ 2 = ~ I gem  C : (4.5) Aus Gleichung (4.1) und Gleichung (4.5) folgt nun f  ur die Strukturfunktion F 2 bei (x c ; Q 2 c ): F 2 (x c ; Q 2 c ) = ~ I gem  C (x;Q 2 ; R)  (1 + Æ RC ) : (4.6) Ein analoger Zusammenhang gilt auch f  ur die MC{Simulation ohne den Faktor (1 + Æ RC ), da in den in dieser Analyse verwendeten Simulationen die Strahlungs- korrekturen zum ISR{Proze nicht implementiert sind. Unter Ber  ucksichtigung von Gleichung (4.2) kann somit folgendes Verh  altnis der Strukturfunktion aus den Daten (D) und dem Monte Carlo (MC) gebildet werden: F D 2 (x c ; Q 2 c ) F MC 2 (x c ; Q 2 c ) = (N rec N BG ) D N MC C D C MC L MC L D  MC  D " MC A MC " exp A D 1 (1 + Æ RC ) (4.7) Unter der Annahme C D C MC  MC  D " MC A MC " exp A D ' 1 (4.8) folgt dann F exp 2 (x c ; Q 2 c ) = N rec N BG N MC L MC L exp F MC 2 (x c ; Q 2 c )  1 (1 + Æ RC ) : (4.9) Die Beziehung 4.9 ist nur g  ultig, wenn sowohl die Akzeptanz A des Detektors als auch die SchnitteÆzienzen e durch die Simulation korrekt beschrieben wird. Dieses ist im Rahmen der sytematischen Fehler aufgrund der in Kapitel 3 durch- gef  uhrten Vorarbeiten gew  ahrleistet. 4.2. Die Festlegung der Analyseintervalle 87 Um den Ein u der im MC verwendeten Strukturfunktion auf das endg  ultige Endergebnis zu verhindern, mu das in diesem Abschnitt beschriebene Verfahren zur Bestimmung der Strukturfunktion F 2 im Prinzip iterativ angewendet wer- den. Die aus dem ersten Iterationsschritt erhaltene Strukturfunktion dient im nachfolgenden Iterationsschritt als Grundlage der MC{Simulation. Es zeigt sich, da dieses Verfahren nach wenigen (zwei bis drei) Iterationsschritten konvergiert und konsistente Resultate liefert, auch wenn die urspr  unglich im MC verwende- te Strukturfunktion vom Endergebnis abweicht. In dieser Analyse ist aufgrund der kleinen Abweichungen des Meergebnisses von der Startparametrisierung vom zweiten Iterationsschritt abgesehen worden. Als Startparametrisierung wurde f  ur Q 2 > 0:5GeV 2 die von der H1{Kollaboration bestimmte Protonstrukturfunktion F H1Fit 2 [h1f200] und f  ur Q 2 < 0:5GeV 2 die Strukturfunktion F ALLM97 2 benutzt. 4.2 Die Festlegung der Analyseintervalle Die Au  osung der kinematischen Variablen x;Q 2 und die zur Verf  ugung stehende Statistik sind Randbedingungen, die die Wahl der Intervallgrenzen beein ussen. Die Breite der x;Q 2 {Intervalle wurde so gew  ahlt, da sie gr  oer als die Detek- torau  osung ist und zus  atzlich eine ausreichende Datenstatistik f  ur jedes einzelne Intervall gew  ahrleistet wird (Tabelle 4.1 und Tabelle 4.2). Des weiteren wurden nur Intervalle zugelassen, die gewisse Anforderungen an Stabilit  at S und Reinheit P erf  ullen, welche wie folgt de niert sind S (I) = #Ereignisse generiert und rekonstruiert inI #Ereignisse generiert inI ; (4.10) P(I) = #Ereignisse generiert und rekonstruiert inI #Ereignisse rekonstruiert inI ; (4.11) und mit Hilfe von MC{Ereignissen bestimmt werden. Nach Anwendung der in Kapitel 3 bechriebenen Selektionskriterien mu gelten: S (I) > 30% (4.12) und P(I) > 30% (4.13) Nur Intervalle, die diese Forderung erf  ullen, werden zur Messung der Struktur- funktion F 2 herangezogen. Abbildung 4.1 und 4.2 zeigen in Abh  angigkeit von x und Q 2 Stabilit  at und Reinheit f  ur den Fall, da die Ereigniskinematik entweder mit der Elektron{ oder der {Methode bestimmt wird. W  ahrend die Stabilit  at f  ur die Elektron{Methode mit anwachsenden x{Werten abnimmt (x > 10 4 ), zeigen die Stabilit  atswerte der {Methode keine starke x{ Abh  angigkeit. Letztere besitzt somit f  ur groe x{Werte eine h  ohere Stabilit  at als die Elektron{Methode. Dieses ist auf die bessere Au  osung bei groen x bzw. 88 Kapitel 4. Die Messung der Strukturfunktion F 2 mit radiativen Ereignissen kleinen y der {Methode im Vergleich zur Elektron{Methode zur  uckzuf  uhren. (siehe Diskussion in Abschnitt 1.5). Bei Verwendung der {Methode ergibt sich f  ur die meisten Intervalle eine Stabilit  at von  uber 40%. Die Reinheit der Intervalle ist mit der {Methode  uber den gesamten x{Werte- bereich besser als mit der Elektron{Methode. F  ur beide Methoden nimmt sie allerdings mit anwachsendem x ab. Q 2 [GeV 2 ] 0.283 0.510 0.987 1.936 3.54 6.52 13.04 34.64 103.92 Tabelle 4.1: Intervallgrenzen in Q 2 Intervallgrenzen in x f  ur 0:283 < Q 2 < 0:510GeV 2 6.74E-06 1.48E-05 6.86E-05 3.22E-04 2.04E-03 4.69E-02 0.5724 Intervallgrenzen in x f  ur Q 2 > 0:510GeV 2 6.74E-06 1.00E-05 1.48E-05 3.22E-05 6.86E-05 1.48E-04 3.22E-04 7.80E-04 2.04E-03 8.39E-03 4.69E-02 0.1788 0.5724 Tabelle 4.2: Intervallgrenzen in x 4.3 Systematische Fehler Die Megr  oen und Korrekturen zur Bestimmung der Strukturfunktion F 2 sind mit systematischen Fehlern behaftet. Um ihren Ein u auf die Messung ab- zusch  atzen, werden sie f  ur die Daten im Rahmen ihrer systematischen Unsicher- heit um den entsprechenden positiven und negativen Betrag variiert und dann die Strukturfunktion neubestimmt. Der systematische Fehler der Strukturfunk- tion F 2 ergibt sich aus der Abweichung vom urspr  unglichen Wert, wobei zur Be- stimmung des Gesamtfehlers die sich aus den einzelnen Fehlerquellen ergebenden Abweichungen quadratisch addiert werden. Die einzelnen Fehlerquellen werden im folgenden kurz diskutiert; ihre Beitr  age sind in Tabelle 4.3 und Tabelle 4.4 zu- sammengefat. Der totale systematische Fehler,  syst , ergibt sich aus der Summe der einzelnen Beitr  age zum Quadrat. 1. F  ur Energien gr  oer als 12GeV betr  agt die Unsicherheit der Positronener- gieskala 0.5%; f  ur den Energiebereich zwischen 4 und 12GeV nimmt sie linear von 4% auf 0.5% ab. Diese Werte ergeben sich aus den Untersuchun- gen in [len99]. 2. Die Unsicherheit der Energiemessung mit dem Photonarm betr  agt maximal 1% [ser98]. 4.3. Systematische Fehler 89 0.5 1 1.5 0.35 GeV2Q2 = S 0.85 GeV2Q2 = 0.5 1 1.5 1.5 GeV2Q2 = 2.5 GeV2Q2 = 0.5 1 1.5 5 GeV2Q2 = 12 GeV2Q2 = 0.5 1 1.5 10 -5 10 -4 10 -3 10 -2 10 -1 20 GeV2Q2 = 10 -5 10 -4 10 -3 10 -2 10 -1 60 GeV2Q2 = x Elektron-Methode Σ-Methode Abbildung 4.1: Die Stabilit  at als Funktion von x und Q 2 f  ur die Elektron{ und {Methode. Die gestrichelte Linie entspricht dem Selektionsschnitt von 30%. 90 Kapitel 4. Die Messung der Strukturfunktion F 2 mit radiativen Ereignissen 0.5 1 1.5 0.35 GeV2Q2 = P 0.85 GeV2Q2 = 0.5 1 1.5 1.5 GeV2Q2 = 2.5 GeV2Q2 = 0.5 1 1.5 5 GeV2Q2 = 12 GeV2Q2 = 0.5 1 1.5 10 -5 10 -4 10 -3 10 -2 10 -1 20 GeV2Q2 = 10 -5 10 -4 10 -3 10 -2 10 -1 60 GeV2Q2 = x Elektron-Methode Σ-Methode Abbildung 4.2: Die Reinheit als Funktion von x und Q 2 f  ur die Elektron{ und {Methode. Die gestrichelte Linie entspricht dem Selektionsschnitt von 30%. 4.3. Systematische Fehler 91 3. Der Fehler auf die Energieau  osung des Photonarmes wurde im Rahmen dieser Arbeit auf 12% abgesch  atzt(siehe Kapitel 3.3). 4. Die Unsicherheit der hadronischen Energiemessung ist von der verwende- ten Detektorkomponente abh  angig. F  ur die hadronische Energiemessung im LAr{Kalorimeter betr  agt sie 4%. Die Unsicherheit der hadronischen Energiemessung im SpaCal wird mit 5% und die der Spurkammern mit 2% abgesch  atzt [kle99, wal99]. 5. Der systematische Fehler auf die Normierung des DISBH{Untergrundes ist 18.5% (siehe Kapitel 3.6.2). 6. Die Unsicherheit auf die Normierung des GPBH{Untergrundes betr  agt 16.3% (siehe Kapitel 3.6.2). 7. Die Absch  atzung des Fehlers auf den Anteil der zu  uberlappenden BH{ Ereignisse auf das ISR{MC erfolgte mittels der Variation der minimalen Energie (0.15GeV) der Photonen, die die Bleiabschirmung passieren, um 0:02GeV. Es wurde f  ur beide Variationen der Mittelwert  der Poisson- verteilung des Multi{BH{  Uberlapps neu berechnet (siehe Kapitel 3.6.3) und dann die Analyse wiederholt. Der Ein u dieser Systematik auf die Mes- sung der Strukturfunktion F 2 ist - wie aus Tabelle 4.3 und Tabelle 4.4 zu entnehmen - nicht zu vernachl  assigen und in dieser Arbeit erstmals unter- sucht worden. 8. Die Messung des Polarwinkels  e erfolgte mit der BDC, die eine Meunsi- cherheit von 0.5mrad auf diese Megr  oe besitzt. 9. Der Fehler der RekonstruktionseÆzienz des Ereignisvertex (siehe Kapitel 3.8.1) betr  agt f  ur Ereignisse im  aueren SpaCal (R spac > 22 cm) 4% und f  ur Ereignisse mit 14 cm < R spac < 22 cm ist sie 5%. 10. Um den Ein u der longitudinalen Strukturfunktion abzusch  atzen, ist die Analyse mit F L = F H1Fit L nochmals durchgef  uhrt worden, wobei F H1Fit L das Ergebnis einer numerischenAnpassung der DGLAP{Entwicklungsgleich- ungen in der Next{to{Leading{Order der QCD an die von der H1{Kolla- boration gemessenen Wirkungsquerschnitte [h1f200] ist. Die gr  oten systematischen Fehlerquellen dieser Messung sind die Unsicherheit auf die VertexrekonstruktionseÆzienz (9), Unsicherheiten auf die drei Energie- skalen (1),(2),(4), die Unsicherheit der Polarwinkelmessung (8) und des ISRBH{ Untergrundes (7). Diesen folgen der Ein u des DISBH{ (5) und des GPBH{ Untergrundes (6), der Photondetektorau  osung (3) und der longitudinalen Struk- turfunktion (10). Des weiteren ist die Normierung der Messung mit einer Unsi- cherheit von 1.2% aufgrund des systematischen Fehlers der integrierten Lumino- sit  at behaftet. 92 Kapitel 4. Die Messung der Strukturfunktion F 2 mit radiativen Ereignissen B e i t r a g e d e r s y s t e m a t i s c h e n U n s i c h e r h e i t e n [ % ] E l e k t r o n { M e t h o d e Q 2 G e V 2 x 1 2 3 4 5 6 7 8 9 1 0  s y s t . 3 8 . 3 1 9 E - 0 4 1 5 . 7 2 2 5 . 5 7 1 . 8 9 7 . 8 4 . 0 0 . 0 0 1 1 . 6 0 7 . 9 9 4 . 5 9 1 . 3 6 3 4 . 4 6 . 3 8 . 1 4 9 E - 0 3 9 . 4 3 1 6 . 3 2 7 . 5 1 2 2 . 2 3 . 0 0 2 . 3 8 1 5 . 2 1 1 2 . 0 4 1 6 . 0 5 2 . 5 8 3 9 . 4 0 . 7 1 . 4 7 0 E - 0 4 7 . 9 5 9 . 8 0 . 6 3 1 0 . 9 0 . 0 0 2 . 4 8 1 6 . 9 3 1 0 . 1 6 5 . 1 4 . 2 5 2 6 . 4 7 . 7 1 . 1 0 1 E - 0 3 1 1 . 9 3 1 4 . 3 7 2 . 4 4 7 . 2 9 . 2 3 . 4 7 1 4 . 1 9 4 . 4 1 6 . 5 2 . 3 2 2 5 . 9 1 . 7 1 . 2 1 8 E - 0 3 8 . 3 0 5 . 3 1 7 . 8 9 5 . 6 5 . 0 6 1 . 0 7 1 . 6 8 1 3 . 8 0 6 . 6 6 . 6 4 2 0 . 7 5 1 . 3 8 . 4 7 0 E - 0 4 7 . 8 8 2 . 7 8 1 . 0 3 7 . 2 4 . 4 6 5 . 2 7 . 8 6 2 . 1 0 6 . 3 7 . 2 4 1 4 . 0 3 1 . 3 8 . 1 0 1 E - 0 3 6 . 7 7 1 0 . 5 3 4 . 9 3 6 . 3 2 . 0 9 1 . 1 3 4 . 1 0 3 . 6 7 9 . 9 4 . 2 5 1 8 . 7 4 1 . 3 8 . 2 1 8 E - 0 3 2 . 3 4 9 . 6 0 3 . 6 7 3 . 9 6 . 1 8 . 4 1 5 . 1 9 2 . 9 0 4 . 5 7 . 1 3 1 3 . 5 3 1 . 3 8 . 5 0 1 E - 0 3 1 . 0 2 2 . 8 7 1 0 . 5 4 2 . 6 8 . 1 5 . 3 9 4 . 8 5 5 . 3 7 6 . 3 2 . 1 6 1 4 . 8 3 2 . 6 2 . 1 0 1 E - 0 3 4 . 7 1 . 2 6 . 6 4 5 . 7 4 . 7 1 1 . 8 0 3 . 7 1 6 . 9 8 9 . 0 8 1 . 7 4 1 4 . 4 0 2 . 6 2 . 2 1 8 E - 0 3 2 . 4 6 8 . 6 3 2 . 2 5 1 . 5 8 . 2 8 . 2 1 4 . 0 5 4 . 4 1 1 . 9 5 . 3 8 1 1 . 3 2 2 . 6 2 . 5 0 1 E - 0 3 6 . 4 5 3 . 8 0 5 . 7 5 4 . 5 7 . 1 1 . 4 3 2 . 6 7 3 . 6 1 6 . 1 7 . 0 8 1 2 . 9 8 4 . 8 0 . 2 1 8 E - 0 3 1 . 9 5 7 . 5 4 1 . 7 7 1 2 . 7 4 . 6 7 . 9 5 . 9 3 4 . 9 3 7 . 3 4 1 . 3 8 1 7 . 5 6 4 . 8 0 . 5 0 1 E - 0 3 3 . 4 2 5 . 9 4 . 6 9 3 . 3 1 . 3 1 . 1 9 1 . 9 2 4 . 2 0 2 . 8 4 . 6 2 9 . 4 0 4 . 8 0 . 1 2 6 E - 0 2 7 . 8 7 4 . 3 3 5 . 1 8 7 . 4 7 . 1 8 . 0 8 1 . 5 8 9 . 5 6 6 . 7 1 . 1 4 1 7 . 3 8 9 . 2 2 . 2 1 8 E - 0 3 1 9 . 9 8 1 9 . 0 0 3 . 2 4 2 1 . 1 3 1 . 8 9 6 . 4 1 1 2 . 9 5 1 5 . 8 3 2 3 . 6 3 3 . 8 2 4 7 . 4 7 9 . 2 2 . 5 0 1 E - 0 3 6 . 2 6 3 . 6 9 1 . 8 7 2 . 6 1 . 7 6 . 4 0 3 . 9 4 4 . 7 3 9 . 6 9 1 . 6 7 1 4 . 0 8 9 . 2 2 . 1 2 6 E - 0 2 6 . 8 3 8 . 3 4 1 . 6 1 2 . 6 5 . 1 9 . 1 5 7 . 5 5 5 . 7 4 7 . 5 2 . 2 1 1 6 . 5 0 9 . 2 2 . 4 1 4 E - 0 2 7 . 9 3 2 . 5 7 5 . 6 6 4 . 6 9 . 2 4 . 0 0 6 . 8 9 1 0 . 8 4 7 . 2 7 . 3 3 1 8 . 4 8 2 1 . 2 5 . 5 0 1 E - 0 3 1 1 . 2 9 8 . 4 2 2 . 5 3 2 . 3 9 . 8 4 . 6 1 8 . 9 5 1 0 . 8 3 8 . 0 1 4 . 5 1 2 2 . 2 1 2 1 . 2 5 . 1 2 6 E - 0 2 6 . 7 3 8 . 9 1 3 . 4 9 2 . 9 0 . 6 0 . 1 2 9 . 8 1 5 . 0 8 1 0 . 5 7 . 9 8 1 9 . 5 0 2 1 . 2 5 . 4 1 4 E - 0 2 5 . 1 3 3 . 5 8 5 . 3 5 . 9 8 . 3 1 . 0 0 1 . 1 8 4 . 4 1 9 . 2 2 . 3 6 1 3 . 2 2 Tabelle 4.3: Beitr  age der systematischen Fehlerquellen zur F 2 {Messung unter Verwendung der Elektron{Methode. Die Numerierung der Fehlerquellen ent- spricht der im Text beschriebenen. Der totale systematische Fehler,  syst , ist in der letzten Spalte angegeben. Die hervorgehobenen Intervalle tragen zum End- resultat dieser Analyse bei (siehe Kapitel 4.4). 4.3. Systematische Fehler 93 B e i t r a g e d e r s y s t e m a t i s c h e n U n s i c h e r h e i t e n [ % ]  { M e t h o d e Q 2 G e V 2 x 1 2 3 4 5 6 7 8 9 1 0  s y s t . 3 8 . 1 4 9 E - 0 3 6 . 4 6 1 3 . 4 1 1 . 3 7 6 . 6 5 1 . 0 9 . 9 2 8 . 7 5 3 . 6 9 1 0 . 8 1 1 . 0 3 2 1 . 8 5 . 7 1 . 2 1 8 E - 0 4 7 . 0 0 1 5 . 6 5 1 . 7 6 1 6 . 0 8 . 0 0 1 . 8 4 8 . 8 4 1 2 . 4 1 9 . 8 7 . 4 5 2 9 . 8 1 . 7 1 . 4 7 0 E - 0 4 9 . 4 0 4 . 0 0 . 7 6 3 . 9 9 . 0 0 2 . 1 3 1 3 . 2 3 1 5 . 5 2 1 4 . 7 4 . 4 0 2 7 . 5 5 . 7 1 . 1 0 1 E - 0 3 1 3 . 2 2 7 . 2 6 1 . 6 5 8 . 2 7 . 2 8 1 . 5 3 4 . 2 7 6 . 3 0 6 . 6 2 . 2 8 2 0 . 0 6 . 7 1 . 2 1 8 E - 0 3 9 . 3 9 5 . 3 9 1 . 6 5 3 . 6 0 . 4 8 . 3 3 3 . 2 5 3 . 5 9 9 . 0 7 . 5 9 1 5 . 4 7 . 7 1 . 5 0 1 E - 0 3 3 . 8 5 2 . 3 4 1 . 3 8 4 . 7 9 . 2 1 . 0 0 2 . 9 1 2 . 9 4 4 . 8 6 . 2 6 9 . 2 7 1 . 3 8 . 4 7 0 E - 0 4 1 1 . 9 2 1 3 . 5 3 . 9 5 1 3 . 5 6 . 4 9 7 . 3 3 1 1 . 7 5 2 . 5 2 1 1 . 7 8 . 1 7 2 9 . 1 0 1 . 3 8 . 1 0 1 E - 0 3 7 . 1 6 8 . 0 8 . 8 6 7 . 9 2 . 0 8 1 . 2 2 9 . 2 2 1 1 . 4 9 1 2 . 0 6 . 6 2 2 3 . 3 4 1 . 3 8 . 2 1 8 E - 0 3 6 . 3 4 6 . 6 0 1 . 3 5 6 . 9 8 . 2 8 . 5 6 1 . 0 2 2 . 4 6 9 . 4 2 . 5 1 1 5 . 2 0 1 . 3 8 . 5 0 1 E - 0 3 . 9 5 2 . 5 2 . 4 0 4 . 1 1 . 1 0 . 5 0 1 . 4 3 1 . 5 1 5 . 6 8 . 0 1 7 . 8 1 1 . 3 8 . 1 2 6 E - 0 2 2 . 7 8 2 . 5 8 1 . 7 3 6 . 3 2 . 3 0 . 0 0 . 4 6 3 . 8 4 1 . 5 4 . 0 7 8 . 6 4 2 . 6 2 . 1 0 1 E - 0 3 9 . 3 8 1 . 1 8 1 . 6 1 2 . 9 3 . 6 2 2 . 6 2 5 . 3 1 . 4 2 1 2 . 2 8 1 . 8 0 1 7 . 0 4 2 . 6 2 . 2 1 8 E - 0 3 2 . 9 2 2 . 9 9 1 . 0 8 1 . 2 0 . 2 4 . 8 3 3 . 8 5 3 . 5 5 3 . 6 4 . 3 7 7 . 8 5 2 . 6 2 . 5 0 1 E - 0 3 2 . 0 8 2 . 7 4 1 . 5 1 1 . 8 7 . 1 4 . 1 3 1 . 7 5 1 . 8 0 1 . 8 0 . 0 5 5 . 2 1 2 . 6 2 . 1 2 6 E - 0 2 4 . 7 7 3 . 2 4 . 9 6 6 . 8 0 . 2 8 . 0 0 1 . 4 5 1 . 1 6 8 . 0 3 . 1 5 1 2 . 1 8 4 . 8 0 . 2 1 8 E - 0 3 6 . 7 9 5 . 2 5 1 . 0 1 5 . 5 2 . 7 7 . 8 9 3 . 6 9 1 . 8 0 4 . 7 7 1 . 7 5 1 2 . 2 2 4 . 8 0 . 5 0 1 E - 0 3 2 . 7 5 . 1 4 1 . 6 3 3 . 5 7 . 2 2 . 2 3 . 8 2 1 . 6 3 7 . 4 6 . 4 6 9 . 0 7 4 . 8 0 . 1 2 6 E - 0 2 1 . 8 3 3 . 4 3 1 . 1 5 4 . 0 2 . 3 3 . 1 4 2 . 7 9 1 . 0 9 7 . 6 7 . 3 2 1 0 . 0 3 4 . 8 0 . 4 1 4 E - 0 2 4 . 1 2 1 . 8 0 1 . 0 9 2 . 6 9 . 2 9 . 0 0 2 . 2 6 3 . 5 0 5 . 7 6 . 0 3 8 . 9 0 9 . 2 2 . 5 0 1 E - 0 3 3 . 2 9 3 . 5 3 1 . 5 7 6 . 0 6 . 6 6 . 8 8 1 0 . 4 3 4 . 4 2 7 . 4 4 1 . 6 9 1 5 . 8 2 9 . 2 2 . 1 2 6 E - 0 2 1 . 9 2 3 . 1 6 1 . 1 1 4 . 5 6 . 2 8 . 2 8 4 . 1 6 5 . 5 5 6 . 9 5 . 4 9 1 1 . 5 1 9 . 2 2 . 4 1 4 E - 0 2 3 . 8 6 1 . 1 5 . 9 4 1 . 3 3 . 1 8 . 0 4 5 . 6 9 4 . 3 7 8 . 8 6 . 0 8 1 2 . 2 0 2 1 . 2 5 . 5 0 1 E - 0 3 1 0 . 0 4 6 . 4 9 1 . 0 7 1 0 . 4 2 1 . 5 3 . 9 2 2 . 7 4 1 1 . 8 9 2 1 . 5 8 5 . 1 4 2 9 . 9 4 2 1 . 2 5 . 1 2 6 E - 0 2 3 . 6 6 1 . 7 1 1 . 8 2 8 . 9 4 . 6 3 . 1 5 6 . 5 3 5 . 7 9 8 . 8 1 1 . 2 2 1 5 . 9 8 2 1 . 2 5 . 4 1 4 E - 0 2 4 . 2 7 4 . 8 3 1 . 0 1 4 . 9 2 . 3 4 . 0 0 4 . 1 3 3 . 7 3 4 . 1 5 . 2 5 1 0 . 7 3 2 1 . 2 5 . 1 9 8 E - 0 1 5 . 5 0 1 1 . 3 3 2 . 5 6 1 1 . 7 7 . 5 0 . 0 0 6 . 7 2 4 . 6 2 5 . 9 2 . 3 3 2 0 . 1 4 6 0 . 0 0 . 4 1 4 E - 0 2 9 . 6 1 1 0 . 2 5 2 . 9 0 1 9 . 5 0 . 6 0 . 0 0 2 3 . 7 2 3 . 3 8 6 . 2 4 . 3 8 3 4 . 6 3 6 0 . 0 0 . 1 9 8 E - 0 1 9 . 7 5 2 0 . 7 2 . 9 6 2 0 . 9 7 . 7 1 . 0 0 1 6 . 8 4 2 7 . 6 5 9 . 8 0 . 0 5 4 5 . 9 3 Tabelle 4.4: Beitr  age der systematischer Fehlerquellen zur Messung der Struktur- funktion F 2 unter Verwendung der {Methode. Die Numerierung der Fehlerquel- len entspricht der im Text beschriebenen. Der totale systematische Fehler,  syst , ist in der letzten Spalte angegeben. Die hervorgehobenen Intervalle tragen zum Endresultat dieser Analyse bei (siehe Kapitel 4.4). 94 Kapitel 4. Die Messung der Strukturfunktion F 2 mit radiativen Ereignissen F  ur die endg  ultigen Resultate werden F 2 {Mewerte mit einem sytematischen Feh- ler von mehr 50% ausgeschlossen. 4.4. Resultate 95 4.4 Resultate In diesem Abschnitt werden die Resultate der F 2 {Messung mit radiativen Ereig- nissen im kinematischen Bereich von 0:28 < Q 2 < 103GeV 2 und 0:15  10 4 < x < 0:47  10 1 vorgestellt Abbildung 4.3 und Abbildung 4.4 zeigen f  ur Verwendung der Elektron{ bzw. der {Methode die gemessene Protonstrukturfunktion F 2 in Abh  angigkeit von x f  ur verschiedene Q 2 {Intervalle. Die inneren Fehlerbalken geben den statistischen und die  aueren den Gesamtfehler der Messung an, wobei sich letzterer aus der quadratischen Summe des statistischen und des totalen systematischen Fehlers berechnet. Abbildung 4.5 werden die Ergebnisse beider Rekonstruktionsmethoden vergli- chen. Die Mepunkte sind auf die Strahlungskorrekturen der jeweiligen Rekon- struktionsmethode korrigiert worden (siehe 1.4.2). F  ur die Mehrzahl der Me- punkte ist eine gute  Ubereinstimmung zu erkennen, was ein gutes Verst  andnis der im MC simulierten Detektore ekte sowie der Strahlungskorrekturen beweist. Liegen f  ur ein x{Q 2 {Intervall Messungen sowohl mit der Elektron{ als auch der {Methode vor, dann wird die F 2 {Messung mit dem jeweils kleineren Gesamt- fehler in das Endergebnis der Analyse aufgenommen. Tabelle 4.5 gibt f  ur die gemessenen F 2 {Werte die statistischen, systematischen und den totalen Fehler sowie die Strahlungskorrekturen an. Die zum Endresultat beitragenden Messun- gen sind hervorgehoben. Abbildung 4.6 zeigt das Endresultat der F 2 {Messung als Funktion von x f  ur verschiedeneQ 2 {Intervalle mit jeweils dem statistischen Fehler und dem Gesamt- fehler. Eingezeichnet ist stellvertretend f  ur verschiedene DGLAP basierte F2{ Parametrisierungen in der Literatur 1 die NLO{QCD Anpassung an die F 2 {Mes- sung 2 . der H1{Kollaboration F H1Fit 2 [h1f200] sowie die aus der Regge{Theorie abgeleitete ALLM97{Parametrisierung [all97] der Protonstruktur. F  ur Q 2 & 0:5GeV 2 ist ein deutlicher Anstieg der Strukturfunktion F 2 mit abneh- mendem x zu erkennen, der mit Hilfe des DGLAP{Ansatzes beschrieben werden kann. Im kleinsten Q 2 {Intervall ist der Anstieg von F 2 mit abnehmenden x nicht mehr sichtbar und kann nur mit der Regge{basierten ph  anomenologischen ALLM97|Parametrisierung beschrieben werden; die Mepunkte stimmen f  ur Q 2 = 0:35GeV 2 nicht mehr mit der NLO{QCD Anpassung der H1{Kollaboration  uberein. Hieraus kann man den  Ubergang zur Photoproduktion auf den Bereich Q 2 . 0:5GeV 2 einschr  anken, in dem ein rein perturbativer Ansatz im Rahmen der QCD nicht mehr ausreicht. 1 [grv90, grv92, grv95, grv98, mar93] 2 Die NLO{QCD Anpassung erfolgte an Daten im kinematischen Bereich Q 2 > 3:5GeV 2 . 96 Kapitel 4. Die Messung der Strukturfunktion F 2 mit radiativen Ereignissen Elektron{Methode {Methode Q 2 GeV 2 x F 2  stat  syst  tot 1 1+Æ RC F 2  stat  syst  tot 1 1+Æ RC .38 .319E-04 .337 .046 .116 .125 .954 - - - - - .38 .149E-03 .270 .044 .106 .115 1.027 .247 .026 .054 .060 .999 .71 .218E-04 - - - - - .763 .140 .227 .267 1.020 .71 .470E-04 .515 .051 .136 .146 .955 .591 .062 .163 .174 1.012 .71 .101E-03 .462 .033 .120 .124 .986 .401 .034 .080 .087 1.008 .71 .218E-03 .392 .035 .081 .089 1.023 .392 .026 .061 .066 1.006 .71 .501E-03 - - - - - .324 .020 .030 .036 1.005 1.38 .470E-04 .841 .076 .118 .140 .972 .780 .084 .227 .242 1.021 1.38 .101E-03 .615 .032 .115 .120 .952 .671 .040 .157 .162 1.018 1.38 .218E-03 .506 .026 .068 .073 .994 .546 .028 .083 .088 1.017 1.38 .501E-03 .513 .032 .076 .082 1.043 .452 .021 .035 .041 1.016 1.38 .126E-02 - - - - - .400 .022 .035 .041 1.015 2.62 .101E-03 .986 .058 .142 .153 .952 .959 .066 .163 .176 1.024 2.62 .218E-03 .721 .030 .082 .087 .955 .743 .037 .058 .069 1.021 2.62 .501E-03 .631 .028 .082 .087 1.006 .628 .026 .033 .042 1.020 2.62 .126E-02 - - - - - .488 .021 .059 .063 1.019 4.80 .218E-03 1.070 .062 .188 .198 .930 1.013 .069 .124 .142 1.026 4.80 .501E-03 .811 .034 .076 .084 .968 .787 .037 .071 .080 1.024 4.80 .126E-02 .581 .031 .101 .105 1.030 .644 .028 .065 .070 1.023 4.80 .414E-02 - - - - - .464 .022 .041 .047 1.022 9.22 .218E-03 1.165 .173 .553 .579 1.007- - - - - 9.22 .501E-03 .954 .056 .134 .145 .926 .884 .060 .140 .152 1.028 9.22 .126E-02 .868 .044 .143 .150 .985 .790 .043 .091 .101 1.027 9.22 .414E-02 .574 .040 .106 .113 1.082 .596 .027 .073 .078 1.026 21.25 .501E-03 1.452 .193 .323 .376 1.0071.269 .201 .380 .430 1.038 21.25 .126E-02 1.224 .091 .239 .255 .916 1.059 .088 .169 .191 1.032 21.25 .414E-02 .771 .051 .102 .114 1.013 .697 .042 .075 .086 1.031 21.25 .198E-01 - - - - - .465 .041 .094 .102 1.029 60.00 .414E-02 - - - - - .841 .165 .291 .335 1.037 60.00 .198E-01 - - - - - .522 .090 .240 .256 1.036 Tabelle 4.5: Gemessene Werte f  ur die Protonstrukturfunktion F 2 ohne Anwen- dung der Strahlungskorrekturen h  oherer Ordnung, sowie f  ur den statistischen, sy- stematischen, totalen Fehler und die Strahlungskorrekturen h  oherer Ordnung bei Verwendung der Elektron{ und {Methode. Die hervorgehobenen Werte tragen zum Endresultat dieser Analyse bei. 4.5. Vergleiche der Resultate mit anderen Messungen 97 4.5 Vergleiche der Resultate mit anderen Mes- sungen Abschlieend soll die mit Hilfe von ISR{Ereignissen bestimmte Protonstuktur- funktion F 2 zun  achst mit fr  uheren ISR{Resultaten und danach mit Ergebnissen nicht{radiativer Ereignisse verglichen werden. Aufgrund der unterschiedlichen Systematik, die sich aus der reduzierten Schwerpunktsenergie ergibt, und der un- terschiedlichen Methodik durch die Verwendung von ISR{Ereignissen ist der Ver- gleich der Resultate dieser Arbeit mit Ergebnissen von Analysen nicht{radiativer Streuereignisse eine wichtige  Uberpr  ufung der G  ute sowohl dieser Analyse als auch der nicht{radiativen Resultate. Ein Vergleich mit der auf derselben Methodik beruhenden ISR{Analyse [schl98] der 1996 aufgenommenen Daten ist in Abbildung 4.7 dargestellt. Die  Uberein- stimmung der im Rahmen dieser Arbeit vorgestellten Analyse (ISR97) und der des Jahres 1996 (ISR96) ist sehr gut. Die ISR96{Analyse erreicht allerdings Q 2 { Werte bis zu 0:1GeV 2 und deckt einen gr  oeren Wertebereich in x ab. Dies resultiert aus der Tatsache, da f  ur die ISR96{Analyse der innere Bereich des SpaCal f  ur die Messung benutzt werden konnte, da die Triggerbedingungen zur Aufzeichnung radiativer Ereignisse im inneren SpaCal{Bereich 1996 im Vergleich zum Jahr 1997 mit wesentlich kleineren Untersetzungsfaktoren belegt waren. Die Einschr  ankung des x{Wertebereiches f  ur die ISR97{Analyse ist auf die Forderung nach einer Mindestenergie im Photon{Proton{System (siehe Gleichung (3.47)) zur  uckzuf  uhren. Zus  atzlich f  uhrt, trotz der h  oheren Statistik des 97ger Daten- satzes, der Ausschlu der inneren Region zu gr  oeren statistischen Fehlern im Intervall Q 2 = 0:35GeV 2 im Vergleich zu den Messungen von 1996. F  ur den Bereich Q 2  0:85GeV 2 , die durch Ereignisse mit Positronen im  aueren SpaCal dominiert werden, ergibt sich f  ur die ISR97{Analyse allerdings ein deutlich ge- ringerer statistischer Fehler (um 10% bis 200% kleiner) und f  ur x > 10 4 sogar ein im Vergleich zur 96er ISR{Analyse deutlich kleinerer Gesamtfehler. Der Vergleich der radiativen F 2 {Mewerte mit F 2 {Werten aus der Analyse nicht{ radiativer Streuereignisse ist in Abbildung 4.8 in Abh  angigkeit von x f  ur verschie- dene Q 2 {Werte gezeigt. Mit Hilfe der ISR{F 2 {Messung ist die H1{Kollaboration in der Lage, die Protonstrukturfunktionsmessung zu kleinen Q 2 {Werten in den Bereich der ZEUS BPT{Messung [zeu00] zu erweitern. Die drei Messungen erg  anzen sich jeweils. Zwar sind f  ur kleine Q 2 die BPT{Daten und bei groen Q 2 die Ergebnisse der nicht{radiativen H1{Messung (H1{9697), aufgrund der h  oher- en Statistik und kleineren Systematik magebend, doch stellt die ISR{Messung eine unabh  angige  Uberpr  ufung dieser F2-Messungen dar und erweitert die H1{ Messungen f  ur Q 2 = 0:35; 0:85 und 1:5GeV 2 . Weiterhin decken die ISR{Daten als einziger Datensatz den  Ubergangsbereich vollst  andig ab. Dies folgt aus Abbildung 4.9, die die vorgestellten Messungen von ZEUS und H1 als Funktion von Q 2 f  ur feste Werte von y darstellt. W  ahrend die 98 Kapitel 4. Die Messung der Strukturfunktion F 2 mit radiativen Ereignissen nicht{radiativenH1{Messungen [h1f200] nur Resultate oberhalb vonQ 2 > 1GeV 2 liefern, wo NLO{QCD{Vorhersagen greifen, decken die BPT{Daten nur den Be- reich Q 2 . 1GeV 2 ab, der durch eine Regge{basierte Anpassung [zeu00] gut beschrieben wird. Einzig die ISR{Messung liefert Resultate in beiden Bereichen zwischen 0:3 . Q 2 . 30GeV 2 . 4.5. Vergleiche der Resultate mit anderen Messungen 99 0.5 1 1.5 2 0.35 GeV2Q2 = F 2 0.85 GeV2Q2 = 0.5 1 1.5 2 1.5 GeV2Q2 = 2.5 GeV2Q2 = 0.5 1 1.5 2 5 GeV2Q2 = 12 GeV2Q2 = 0.5 1 1.5 2 10 -5 10 -4 10 -3 10 -2 10 -1 20 GeV2Q2 = 10 -5 10 -4 10 -3 10 -2 10 -1 60 GeV2Q2 = x ISR 97 E Abbildung 4.3: Protonstrukturfunktion F 2 unter Verwendung der Elektron{ Methode als Funktion von x f  ur verschiedene Q 2 {Werte. Die inneren Fehlerbalken entsprechen dem statistischen und die  aueren dem totalen Fehler. 100 Kapitel 4. Die Messung der Strukturfunktion F 2 mit radiativen Ereignissen 0.5 1 1.5 2 0.35 GeV2Q2 = F 2 0.85 GeV2Q2 = 0.5 1 1.5 2 1.5 GeV2Q2 = 2.5 GeV2Q2 = 0.5 1 1.5 2 5 GeV2Q2 = 12 GeV2Q2 = 0.5 1 1.5 2 10 -5 10 -4 10 -3 10 -2 10 -1 20 GeV2Q2 = 10 -5 10 -4 10 -3 10 -2 10 -1 60 GeV2Q2 = x ISR 97 Σ Abbildung 4.4: Protonstrukturfunktion F 2 unter Verwendung der {Methode als Funktion von x f  ur verschiedene Q 2 {Werte. Die inneren Fehlerbalken entsprechen dem statistischen und die  aueren dem totalen Fehler. 4.5. Vergleiche der Resultate mit anderen Messungen 101 0.5 1 1.5 2 0.35 GeV2Q2 = F 2 0.85 GeV2Q2 = 0.5 1 1.5 2 1.5 GeV2Q2 = 2.5 GeV2Q2 = 0.5 1 1.5 2 5 GeV2Q2 = 12 GeV2Q2 = 0.5 1 1.5 2 10 -5 10 -4 10 -3 10 -2 10 -1 20 GeV2Q2 = 0.5 1 1.5 2 10 -5 10 -4 10 -3 10 -2 10 -1 60 GeV2Q2 = x ISR 97 Σ ISR 97 E Abbildung 4.5: Vergleich der F 2 {Messungen mit der Elektron{ und {Methode. Die gezeigten Fehler entsprechen dem totalen Fehler. 102 Kapitel 4. Die Messung der Strukturfunktion F 2 mit radiativen Ereignissen 0.5 1 1.5 2 0.35 GeV2Q2 = F 2 0.85 GeV2Q2 = 0.5 1 1.5 2 1.5 GeV2Q2 = 2.5 GeV2Q2 = 0.5 1 1.5 2 5 GeV2Q2 = 12 GeV2Q2 = 0.5 1 1.5 2 10 -5 10 -4 10 -3 10 -2 10 -1 20 GeV2Q2 = 10 -5 10 -4 10 -3 10 -2 10 -1 60 GeV2Q2 = x ISR 97 ALLM97 H1--Fit Abbildung 4.6: Endresultat der F 2 {Messung dieser Analyse (ISR 97) in Abh  angigkeit von x f  ur verschiedene Q 2 {Intervalle. Die inneren Fehlerbalken ent- sprechen den statistischen und die  aueren den totalen Fehler der Messung. Des weiteren ist die NLO{QCD Anpassung an die F 2 {Messung der H1{Kollaboration, H1Fit, (durchgezogene Linie) und die Vorhersage des Modells ALLM97 (ge- strichelte Linie) eingezeichnet. 4.5. Vergleiche der Resultate mit anderen Messungen 103 0.5 1 1.5 2 0.35 GeV2Q2 = F 2 0.85 GeV2Q2 = 0.5 1 1.5 2 1.5 GeV2Q2 = 2.5 GeV2Q2 = 0.5 1 1.5 2 5 GeV2Q2 = 12 GeV2Q2 = 0.5 1 1.5 2 10 -5 10 -4 10 -3 10 -2 10 -1 20 GeV2Q2 = 10 -5 10 -4 10 -3 10 -2 10 -1 60 GeV2Q2 = x ISR 97 ISR 96 ALLM97 H1--Fit Abbildung 4.7: Vergleich der ISR97 F 2 {Messung mit der ISR96 F 2 {Messung als Funktion von x f  ur verschiedene Q 2 {Intervalle. Die geschlossenen Kreise entspre- chen der ISR97{ und die o enen Kreuze der ISR96{Analyse. Gezeigt sind die totalen Fehler f  ur beide Messungen, wobei die Fehlerbalken der ISR96{Mepunkte mit einem Querbalken abgeschlossen sind (der besseren Unterscheidbarkeit we- gen). Zu sehen sind ebenfalls die ALLM97{Parametrisierung und die H1{NLO{ QCD-Anpassung. 104 Kapitel 4. Die Messung der Strukturfunktion F 2 mit radiativen Ereignissen 0.5 1 1.5 2 0.35 GeV2Q2 = F 2 0.85 GeV2Q2 = 0.5 1 1.5 2 1.5 GeV2Q2 = 2.5 GeV2Q2 = 0.5 1 1.5 2 5 GeV2Q2 = 12 GeV2Q2 = 0.5 1 1.5 2 10 -5 10 -4 10 -3 10 -2 10 -1 20 GeV2Q2 = 10 -5 10 -4 10 -3 10 -2 10 -1 60 GeV2Q2 = x ISR 97 e H1 9697 prel ZEUS BPT ALLM97 H1--Fit Abbildung 4.8: Vergleich des Endresultates (geschlossene Kreise) dieser Analyse mit den ZEUS{BPT{ (o ene Rauten) und H1{9697{Mepunkten (o ene Kreise) in Abh  angigkeit von x f  ur verschiedene Q 2 {Intervalle. Es sind die totalen Fehler der jeweiligen Messungen gezeigt. Die eingezeichneten Funktionen entsprechen der ALLM97{Parametrisierung und der H1{NLO{QCD{Anpassung. 4.5. Vergleiche der Resultate mit anderen Messungen 105 10 -1 1 10 10 2 10 3 10 -2 10 -1 1 10 y=0.007 (x 1) y=0.015 (x 2) y=0.025 (x 4) y=0.05 (x 8) y=0.12 (x 16) y=0.2 (x 32) y=0.26 (x 64) y=0.33 (x 128) y=0.4 (x 256) y=0.5 (x 512) y=0.6 (x 1024) y=0.7 (x 2048) y=0.8 (x 4096) H1 ISR 1996 H1 9697 prel. ZEUS BPT 97 H1 ISR 1997 ZEUS Regge Fit H1--Fit Q min 2 =3.5 GeV2 Q2 / GeV2 F 2 (x= Q2 /sy ,Q 2 ) F 2 2 2 [GeV ] Abbildung 4.9: Darstellung der Protonstrukturfunktion F 2 als Funktion von Q 2 bei festen Werten von y. Gezeigt sind die Messungen der H1{Kollaboration (ra- diative und nicht radiative) und die ZEUS{BPT{Mepunkte. Des weiteren sind die NLO{QCD Anpassung der H1{Kollaboration und die Regge{Anpassung der ZEUS{Kollaboration eingezeichnet. 106 Kapitel 5 Die Messung der Strukturfunktion F L mit radiativen Ereignissen Die Strukturfunktionsmessungen in HERA bleiben ohne eine direkte Messung der longitudinalen Strukturfunktion F L unvollst  andig. Mit Ausnahme der F L { Messung mit radiativen Ereignissen der ZEUS{Kollaboration [born99] liegen bis- herige direkte Messungen f  ur Elektron{Proton{Streuungen nur an ruhendem Tar- gets vor [bcd87, bcd89, cdh91, e140a, e140b, e143, whi90, nmc97]. Die Ex- perimente am ruhenden Target erschlieen den Bereich relativ groer x{Werte (x & 0:01), in denen der Einlu der Gluonverteilung noch gering ist. HERA bie- tet die M  oglichkeit die F L {Messung im physikalisch interessanten Bereich kleiner x{Werte (x  10 4 ) durchzuf  uhren, die das Studium nicht{perturbativer QCD{ E ekte, das Wachstum der Gluonverteilungen und die Unterscheidung zwischen verschiedenen Modellen zur Beschreibung der Entwicklung der QCD bei kleinen x{Werten erm  oglicht. Radiative Ereignisse bieten eine elegante M  oglichkeit, die longitudinale Struk- turfunktion in HERA ohne eine Reduktion der Strahlenergien zu messen. Des weiteren umgehen sie das Problem der Unsicherheit der relativen Normierung der bei unterschiedlichen Strahlenergien gemessenen Datens  atze. Im Rahmen dieser Arbeit erfolgte erstmals die experimentelle Durchf  uhrung der in [fav96] vorge- schlagenen Methode zur Messung der longitudinalen Strukturfunkion mit Hilfe radiativer Ereignisse. Sie stellt die erste direkte Messung von F L in der H1{ Kollaboration dar und dient als unabh  angige  Uberpr  ufung der Ergebnisse der ZEUS{Kollaboration und der Resultate der indirekten Bestimmung von F L mit Hilfe von nicht{radiativen Ereignissen der H1{Kollaboration [h1f200]. Der Beschreibung des Meprizips folgt die Festlegung der Analyseintervalle. An- schlieend werden die systematischen Untersuchungen, die Ergebnisse und die Diskussion der F L {Resultate beschrieben. 5.1. Das Meprinzip 107 5.1 Das Meprinzip F  ur die Erl  auterung des Meprinzips der longitudinalen Strukturfunktion F L ist es sinnvoll, den Wirkungsquerschnitt in Gleichung (1.11) in folgende Form zu bringen: d 2 dxdQ 2 = 2 2 xQ 4 (1 + (1 y) 2 )  1 + R(x;Q 2 ) 1 +R(x;Q 2 )  F 2 (x;Q 2 ) (5.1) Diese Darstellung des di erentiellen Wirkungsquerschnittes zeigt, da f  ur einen gegebenen x;Q 2 {Wert der di erentielle Wirkungsquerschnitt eine Funktion von  ist. Es sei an dieser Stelle nochmals an den Zusammenhang zwischen der Ine- lasitizit  at y und dem Polarisationsparameter  (siehe Gleichung (1.30)) erinnert:  = 2(1 y) 1 + (1 y) 2 mit  = 1 fur y = 0 und  = 0 fur y = 1 : (5.2) Die Entwicklung des di erentiellen Wirkungsquerschnittes als Funktion von  wird durch die Gr  oe R(x;Q 2 ) = F L (x;Q 2 ) F 2 (x;Q 2 )F L (x;Q 2 ) bestimmt, aus der man unter Kenntnis der Strukturfunktion F 2 die longitudinale Strukturfunktion F L extra- hieren kann. F  ur die Messung der longitudinalen Strukturfunktion F L ist in der vorliegenden Analyse ein kinematischer Bereich ausgew  ahlt worden, in dem die Protonstrukturfunktion F 2 sehr gut bekannt ist, so da f  ur die Extraktion von F L auf diese Kenntnisse zur  uckgegri en werden kann. Aus Gleichung (5.1) folgt, da der Wirkungsquerschnitt bei groen {Werten (d.h. kleinen Inelasitizit  aten y) nicht sensitiv auf R ist, wohingegen der Ein u von R auf den Wirkungsquerschnitt mit abnehmenden {Werten (also f  ur groe Inelastizit  aten) st  arker wird: lim !1 1 + R 1 +R = 1 (5.3) lim !0 1 + R 1 +R = 1 1+R : Der Vergleich der bei hohen und kleinen {Werten gemessenen Wirkungsquer- schnitte erlaubt es somit R zu bestimmen. Dabei stellt die Messung bei groen {Werten ohne sichtbaren Ein u von R eine Referenz zur Messung bei kleinen {Werten mit einem Ein u von R dar. Abbildung 5.1 zeigt den Ein u der Gr  oe R (f  ur MC{Ereignisse) auf die { Verteilung. Zu sehen sind die F  alle f  ur R = 0 und R = 1. Es ist deutlich zu erkennen, da sich die Form der Verteilungen voneinander insbesondere f  ur kleine 108 Kapitel 5. Die Messung der Strukturfunktion F L mit radiativen Ereignissen ε N [p b-1 ] R=0 R=∞ 1 10 10 2 0 0.2 0.4 0.6 0.8 1 Abbildung 5.1: {Verteilung f  ur R = 0 (durchgezogene Linie) und f  ur R = 1 (gestrichelte Linie). {Werte unterscheiden und im Bereich groer {Werte der Ein u von R nicht mehr sichtbar ist. Um den Wirkungsquerschnitt f  ur einen festen (x;Q 2 ){Wert in Abh  angigkeit von  messen zu k  onnen, mu  und somit y variiert werden. Die Variation in y bei kontanten x;Q 2 {Werten wird aufgrund der Beziehung Q 2 = xsy nur durch eine Variation der Schwerpunktsenergie s erreicht. ISR{ Ereignisse eignen sich wegen der Erniedrigung ihrer Schwerpunktsenergie durch das abgestrahlte Photon von der einlaufenden Leptonlinie somit zur Messung der Gr  oe R. Nach [fav96] l  at sich der Ein u von R auf die Form der {Verteilung f  ur ein festes (x;Q 2 ){Intervall mit Hilfe des Verh  altnisses (R;  0 ) = N (R;< 0 ) N (R;> 0 ) = N 1 N 2 (5.4) studieren. Dabei ist mit N 1 = N (R;< 0 ) und N 2 = N (R;> 0 ) die Anzahl der Ereignisse unterhalb und oberhalb einer gew  ahlten Schwelle  0 bezeichnet. Zur Festlegung der Intervallgrenze  0 wird die sogenannte Signi kanz   benutzt. Sie ist de niert als   ( 0 ) = j(R = 0;  0 ) (R = 1;  0 )j q  2 ;R=0 +  2 ;R=1 (5.5) und wird mit Hilfe der Simulation bestimmt, wobei  ;R=0 und  ;R=1 die stati- stischen Fehler der Gr  oen (R = 0;  0 ) bzw. (R = 1;  0 ) sind. Der f  ur das be- trachtete Intervall optimale  0 {Wert wird durch das Maximumder Signi kanz f  ur 5.2. Die Festlegung der Analyseintervalle 109 diesen Wert festgelegt, das heit dem gr  otm  oglichem Unterschied der {Werte der beiden Extremf  alle R = 0 und R = 1. Dabei iet in die Optimierung der Intervallgrenze  0 der statistische Fehler ebenfalls ein. Nachdem  0 bestimmt ist, werden unter Verwendung desselben  0 {Wertes die Gr  oe  dat aus den Daten und die (R){Abh  angigkeit aus der Simulation be- stimmt. Zur Berechnung der (R){Abh  angigkeit werden die MC{Ereignisse auf einen festen R{Wert, der nicht von x und Q 2 abh  angt, umgewichtet und das Verh  altnis  neu bestimmt. Der Schnittpunkt des gemessenen Verh  altnisses  dat mit der (R){Kurve legt den R{Wert fest. Die Simulation dient in diesemVerfah- ren dazu, den Ein u der Selektionsschnitte und der Detektorakzeptanzen auf  zu simulieren und  uber die beiden x;Q 2 ; {Intervalle zu integrieren. Das Verhalten der Gr  oe  in Abh  angigkeit von R h  angt nur sehr schwach von der verwendeten Parametrisierung der Strukturfunktion F 2 in der Simulation ab (siehe [fav96]). 5.2 Die Festlegung der Analyseintervalle F  ur die Messung der Strukturfunktion F L ist die Variation der Schwerpunkts- energie bei festen x;Q 2 {Werten Voraussetzung. Dabei ist es wichtig, da man im betrachteten x;Q 2 {Intervall einen m  oglichst groen Bereich in der Schwer- punktsenergie, d.h. in  abdeckt. Insbesondere m  ussen kleine {Werte erreicht werden, damit der Ein u von R auf den Wirkungsquerschnitt gro ist (siehe Abbildung 5.1). Die kleinsten {Werte, die erreicht werden k  onnen, sind durch die minimale Positronenergieschwelle E min e festgelegt. Abbildung 5.2 zeigt den {E {Phasenraum. Die durchgezogene Linie entspricht dem kleinsten erreichba- ren {Wert bei der in dieser Analyse verwendeten Mindestenergie des gestreuten Positronkandidaten von E min e = 5GeV. Die gepunktete Linie zeigt, da der Pha- senraum der Messung durch eine weitere Erniedrigung dieser Schwelle zu kleineren {Werten erweitert wird. Die gestrichelten Linien zeigen  als Funktion von der abgestrahlten Photonenergie E f  ur feste Q 2 =x = sy. Die Intervalle 9020 < sy < 20746GeV 2 (Bin1) und 20746 < sy < 27060GeV 2 (Bin2) besitzen eine groe Variation in E . Wobei zu erwarten ist, da das zweite Intervall eine gr  oere Sensitivit  at auf R zeigen sollte, da kleinere {Werte erreicht werden. Die Intervallgrenzen in Q 2 wurden zu 1 < Q 2 < 30:0GeV 2 festgelegt. Eine st  arkere Unterteilung in Q 2 ist aufgrund der limitierten Statistik nicht m  oglich. F  ur diese zwei ausgew  ahlten Intervalle in (Q 2 ; sy) wurde zun  achst der optima- le Schnittwert  0 jeweils f  ur die { und Elektron{Methode bestimmt und an- schlieend der  dat {Wert in den Daten und die (R){Abh  angigkeit mit Hilfe der Simulation ermittelt. Abbildung 5.3 zeigt f  ur beide Intervalle die gemessenen  dat {Werte und den (R){Zusammenhang aus der Simulation mit ihren statisti- schen Fehlern. Die gezeigten  dat {Werte sind nicht auf Strahlungskorrekturen h  oherer Ordnung korrigiert. Der statistische Fehler sowohl der Messung als auch 110 Kapitel 5. Die Messung der Strukturfunktion F L mit radiativen Ereignissen Eγ [GeV] ε 0.4 0.5 0.6 0.7 0.8 0.9 1 8 10 12 14 16 18 20 22 Abbildung 5.2: {E {Phasenraum, der f  ur die Messung zur Verf  ugung steht. Der kleinste erreichbare Wert von  f  ur die in dieser Analyse verwendete minimale Po- sitronenergie von E min e = 5GeV ist durch die durchgezogene Linie dargestellt. Die gepunktete Linie entspricht einem minimalen Positronenergieschnitt von 4GeV. Die gestrichelten Linien zeigen  als Funktion von E f  ur konstantes Q 2 x = sy. der Simulation ist in diesen Intervallen in der Gr  oenordnung des Variations- bereiches der (R){Kurve, so da eine Bestimmung der Gr  oe R in Bin1 und Bin2 allein schon wegen der nicht ausreichenden Statistik nicht m  oglich ist. Aus diesem Grunde wurde die Intervallgrenze in sy weiter ge  o net und die Analyse schlielich f  ur das Intervall 1 < Q 2 < 30GeV 2 , 9020 < sy < 45100GeV 2 (Bin3) durchgef  uhrt. Dieses Intervall bietet eine h  ohere Statistik und gr  oere Sensiti- vit  at auf R (siehe Abbildung 5.4). F  ur die Intervalle Bin1 und Bin2 variiert der {Wert h  ochstens um 10%, wohingegen das Intervall Bin3 f  ur beide Rekonstruk- tionsmethoden eine Variation von ca. 20% zeigt. Das Intervall Bin3 ist aufgrund der limitierten Statistik im Rahmen dieser Arbeit f  ur die Extraktion der Gr  oe R ausgew  ahlt worden, obwohl es nahezu den kompletten Phasenraum  uberspannt und man daher nur bedingt von einem Intervall mit festen x;Q 2 { Werten sprechen kann. Der  uber das Intervall gemittelte (x;Q 2 ){Wert betr  agt (x = 0:25  10 3 ; Q 2 = 3:72GeV 2 ). Zur Bestimmung des optimalen Schnittwertes  0 f  ur Bin3 wurde, wie in Kapitel (5.1) erw  ahnt, das aus der Simulation bestimmte   verwendet. Abbildung 5.5 zeigt die Signi kanzen   f  ur das Intervall Bin3 jeweils f  ur die Elektron{ und {Methode. 5.2. Die Festlegung der Analyseintervalle 111 Elektron-Methode 9020 < sy < 20746 GeV2 R ρ(R ) Σ-Methode 9020 < sy < 20746 GeV2 R ρ(R ) Elektron-Methode 20746 < sy < 27060 GeV2 R ρ(R ) Σ-Methode 20746 < sy < 27060 GeV2 R ρ(R ) 0.13 0.135 0.14 0.145 0.15 0.155 0.16 0.165 0.17 10 -1 1 0.4 0.42 0.44 0.46 0.48 0.5 0.52 0.54 10 -1 1 10 0.65 0.7 0.75 0.8 0.85 0.9 0.95 10 -1 1 0.5 0.55 0.6 0.65 0.7 0.75 0.8 0.85 0.9 10 -1 1 10 Abbildung 5.3: Vergleich der  dat {Werte (durchgezogene Linie) f  ur das Intervall 9020 < sy < 20746GeV 2 (obere Abbildungen) und f  ur 20746 < sy < 27060GeV 2 (untere Abbildungen) jeweils mit der Elektron{ und {Methode mit der (R){ Abh  angigkeit aus der Simulation. Die gepunktete Linie und das Band entsprechen dem statistischen Fehler von  dat bzw. von (R). 112 Kapitel 5. Die Messung der Strukturfunktion F L mit radiativen Ereignissen Bin 1 Bin 2 Bin 3 R Va ria tio n(R ) Bin 1 Bin 2 Bin 3 R Va ria tio n(R ) 0.7 0.75 0.8 0.85 0.9 0.95 1 10 -1 1 10 0.7 0.75 0.8 0.85 0.9 0.95 1 10 -1 1 10 Abbildung 5.4: Relative Variation, (R) (R=0) , als Funktion von R f  ur die Intervalle 9020 < sy < 20746GeV 2 (Bin1), 20746 < sy < 27060GeV 2 (Bin2) und 27060 < sy < 45100GeV 2 (Bin3). 5.2. Die Festlegung der Analyseintervalle 113 ε0 Σ ρ ε0 Σ ρ 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0.4 0.5 0.6 0.7 0.8 0.9 1 1.1 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0.4 0.5 0.6 0.7 0.8 0.9 1 1.1 Abbildung 5.5: Signi kanz   in Abh  angigkeit von  0 im Intervall Bin3 f  ur die Rekonstruktion mit der Elektron{ und {Methode. Die gestrichelten Linien zei- gen jeweils das Maximum der Verteilung. 114 Kapitel 5. Die Messung der Strukturfunktion F L mit radiativen Ereignissen Die ermittelten optimalen Schnittschwellen sind  0;E = 0:769 bzw:  0; = 0:814 ; (5.6) die Inelastizit  aten von y e = 0:439 und y  = 0:360 (5.7) entsprechen. 5.3 Die Systematik Nachdem die Intervallgrenzen in sy, Q 2 und  festgelegt sind, folgt in diesem Ab- schnitt die Darstellung der Ergebnisse der systematischen Untersuchung auf die R{Messung. Dabei wurden die systematischen Fehlerquellen (1) bis (9), die in Kapitel 4.3 f  ur die Messung der Protonstrukturfunktion F 2 erl  autert wurden, ent- sprechend ihrer Unsicherheiten in den Daten variiert und die  dat {Messung wie- derholt. Zus  atzlich wurde die in der Simulation verwendete F 2 {Parametrisierung um 6% varriert, wobei kein Ein u auf die (R){Abh  angigkeit festzustellen war. Der relative Ein u der einzelnen Fehlerquellen auf die  dat {Messung ist in Tabelle 5.1 zusammengefat. Beitr  age der systematischen Unsicherheiten [%] [%] 1 2 3 4 5 6 7 8 9  syst  stat Elektron{Methode 1.40 1.85 .18 3.44 .48 4.85 .68 2.57 1.70 7.14 5.67 {Methode 4.85 1.69 .08 6.72 .49 5.25 2.88 1.99 1.92 10.73 5.8 Tabelle 5.1: Beitr  age der systematischen Fehlerquellen zur  dat {Messung unter Verwendung der Elektron{ und {Methode. Die Numerierung der Fehlerquellen entspricht der in Kapitel 4.3 beschriebenen. In der letzten Spalte ist der statisti- sche Fehler angegeben. Der Gesamtfehler der  dat {Messung mit der Elektron{Methode betr  agt 9.1% mit einem statistischen Fehler von 5.7%. F  ur die {Methode ergibt sich ein Ge- samtfehler von 12.2% mit einem statistischen Fehler von 5.8%. Der Gesamtfehler beider Methoden wird durch den sytematischen Fehler dominiert, wobei aber der statistische Fehler nicht zu vernachl  assigen ist. Die gr  ote systematische Fehler- quelle f  ur beide Methoden ist der Photoproduktionsuntergrund (6) gefolgt von der hadronischen Energieskala (4). Die Unsicherheit auf die Winkelmessung (8), 5.4. Resultate 115 die Photonenergieskala (2), die VertexrekonstruktionseÆzienz (9) und die Po- sitronenergieskala (1) haben einen nicht zu vernachl  assigenden Ein u auf den systematischen Fehler der Gr  oe  dat . Der Beitrag des DISBH{Untergrundes (5) und der Unsicherheit auf die Photondetektorau  osung (3) sind klein. Im Falle der {Methode ist der Ein u der Unsicherheit auf den ISRBH{Untergrund (7) nicht vernachl  assigbar. 5.4 Resultate In diesem Abschnitt werden die Resultate der R{Messung im Intervall 1 < Q 2 < 30GeV 2 , 9020 < sy < 45100GeV 2 f  ur die Elektron{ und {Methode beschrieben. Abbildung 5.6a zeigt den gemessenen  dat {Wert f  ur die Elektron{Methode, des- sen Wert in der Abbildung durch die durchgezogene Linie angegeben wird. Die gepunktete Linie und die gestrichelte Linie geben den statistischen und den Ge- samtfehler auf die Gr  oe  dat an. Der gezeigte  dat {Wert ist auf die Strahlungs- korrekturen der Ordnung O( 3 ) (siehe Kapitel (1.4.2)) korrigiert. F  ur  <  0 betragen die Strahlungskorrekturen 0.885 und f  ur  >  0 belaufen sie sich auf 0.937, so da sich f  ur die Gr  oe  dat eine Korrektur von 0:885 0:937 = 0:945 ergibt. Die (R){Kurve ist f  ur 0:03 < R < 100 mit ihrem statistischen Fehler (Band) gezeigt. Der gemessene  dat {Wert und die Kurve schneiden sich nicht. Der  dat { Wert liegt oberhalb der Kurve und  uberlappt im Rahmen seines Gesamtfehlers mit der Kurve, so da eine obere Grenze f  ur R angegeben werden kann. Hierf  ur wird das Verh  altnis aus  dat und (R) gebildet, das in Abbildung 5.6b gezeigt ist. Das Band entspricht dem totalen Fehler, der sich aus der quadratischen Addition des Gesamtfehler von  dat und des statistischen Fehlers von (R) berechnet, wo- bei das helle Band einer Standardabweichung (1: 68.3%) und das dunkle Band zwei Standardabweichungen (2: 95.4%) entsprechen. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 95.4% ist mit der Elektron{Methode R(x = 0:25  10 3 ; Q 2 = 3:72GeV 2 ) < 1:059 (5.8) F L (x = 0:25  10 3 ; Q 2 = 3:72GeV 2 ) < 0:433 (5.9) wobei f  ur die Extraktion der longitudinalen Strukturfunktion F L der F 2 {Wert der NLO Anpassung der H1{Kollaboration F H1Fit 2 (0:25 10 3 ; 3:72GeV 2 ) = 0:817 0:025 verwendet worden ist. Abbildung 5.7a zeigt den gemessenen  dat {Wert f  ur die {Methode und die (R){ Kurve. Der gemessene  dat {Wert ist auf die Strahlungskorrekturen h  oherer Ord- nung in des ISR{Prozesses korrigiert. F  ur  <  0 belaufen sich die Korrekturen auf 1.015 und f  ur  >  0 betragen sie 1.019, so da sich f  ur  dat eine Korrek- tur von 1:015 1:019 = 0:996 ergibt. Abbildung 5.7b zeigt das Verh  altnis aus beiden Gr  oen. Der Fehler der {Methode ist verglichen zur Elektron{Methode gr  oer. Mit dieser Methode ist es m  oglich mit einer Wahrscheinlichkeit von 95:43% den 116 Kapitel 5. Die Messung der Strukturfunktion F L mit radiativen Ereignissen R ρ d at ⁄ ρ (R ) 0.16 0.18 0.2 0.22 0.24 0.26 0.28 0.3 10 -3 10 -2 10 -1 1 10 10 2 0.6 0.8 1 1.2 1.4 1.6 1.8 2 10 -3 10 -2 10 -1 1 10 10 2 Abbildung 5.6: a) Zu sehen ist der gemessene  dat {Wert (durchgezogene Linie) mit statistischen (gepunktete Linie) und totalen Fehler (gestrichelte Linie) im Intevall Bin3 f  ur die Elektron{Methode. Des weiteren ist die (R){Abh  angigkeit mit statistischem Fehlerband gezeigt. b) Verh  altnis aus  dat und Funktion (R). Das Band entspricht dem totalen Fehler (hell 1, dunkel 2). 5.4. Resultate 117 R ρ(R ) R ρ d at ⁄ ρ (R ) 0.26 0.28 0.3 0.32 0.34 0.36 0.38 0.4 0.42 0.44 10 -3 10 -2 10 -1 1 10 10 2 0.6 0.8 1 1.2 1.4 1.6 1.8 2 10 -3 10 -2 10 -1 1 10 10 2 Abbildung 5.7: a) Zu sehen ist der gemessene  dat {Wert (durchgezogene Linie) mit statistischen (gepunktete Linie) und totalen Fehler (gestrichelte Linie) im Intevall Bin3 f  ur die {Methode. Des weiteren ist die (R){Abh  angigkeit mit ihrem statistischen Fehlerband gezeigt. b) Verh  altnis aus  dat und Funktion (R). Das Band entspricht dem totalen Fehler (hell 1, dunkel 2). 118 Kapitel 5. Die Messung der Strukturfunktion F L mit radiativen Ereignissen Wertebereich von R bzw. von F L auf R(x = 0:25  10 3 ; Q 2 = 3:72GeV 2 ) < 28:18 F L (x = 0:25  10 3 ; Q 2 = 3:72GeV 2 ) < 0:813 einzuschr  anken, wobei F H1Fit 2 (0:25  10 3 ; 3:72GeV 2 ) = 0:817  0:025 ist. 5.5 Vergleich und Diskussion der Resultate In diesem Abschnitt werden die Resultate mit fr  uheren Messungen verglichen und abschlieende Bemerkungen f  ur zuk  unftige Messungen der longitudinalen Strukturfunktion mit radiativen Ereignissen gemacht. Abbildung 5.8 zeigt den Vergleich zwischen den im  aquivalenten Q 2 {Bereich durchgef  uhrten Messungen der lognitudinalen Strukturfunktion und der in der vorliegenden Arbeit mit der Elektron{ bzw. {Methode ermittelten Werteberei- che f  ur F L in Abh  angigkeit von x. Die Ergebnisse dieser Arbeit sind konsistent mit den Ergebnissen der ZEUS ISR{Analyse [born99] und der F L {Extraktion [h1f200] der H1{Kollaboration. Die Messung unter Verwendung der Elektron{Methode ist im Vergleich zur { Methode aufgrund des kleineren Gesamtfehlers von h  oherer G  ute, wobei im Falle der {Methode bedingt von einem Resultat mit Aussagekraft gesprochen werden kann. Das Resultat der F L {Analyse im Rahmen dieser Arbeit macht deutlich, da die Messung der longitudinalen Strukturfunktion mit radiativen Ereignissen mit dem H1{Detektor m  oglich ist. Jedoch stellt sie hohe Anforderungen an die Experi- mentiertechnik. F  ur eine ad  aquate Messung von F L mit radiativen Ereignissen ist es notwendig, die statistischen und systematischen Fehler deutlich zu verringern. Hierbei m  ussen insbesondere die Unsicherheit auf den Photoproduktionsunter- grund und auch auf die Energieskala des hadronischen Endzustandes verkleinert werden. Gleichzeitig ist es sinnvoll, die minimale Positronenergie im SpaCal kon- trolliert zu verringern, um eine st  arkere Sensitivit  at auf R zu erhalten. Zus  atzlich sollte der Variationsbereich in  durch eine weitere Erniedrigung der minimalen Photonenergie vergr  oert werden. Eine Analyse der Daten der Jahre 1998-2000, die einer intergrierten Luminosit  at von 99:56 pb 1 entsprechen, kann zu einer Verkleinerung des statistischen Fehlers ummindestens den Faktor zwei f  uhren. Des weiteren kann der Photoproduktions- untergrund mit Hilfe der Ladungsmessung in den Spurkammern und in der BDC identi ziert und weiter unterdr  uckt werden. Auerdem kann bei ausreichender Statistik die obere sy{Intervallgrenze kleiner gew  ahlt werden, so da der Anteil der Photoproduktionsereignisse verringert wird. Die derzeitigen intensivenUnter- suchungen der H1{Kollaboration auf dem Gebiet der Kalibration der Energie des 5.5. Vergleich und Diskussion der Resultate 119 H1 nicht-radiative Q2=4.2 GeV2 ZEUS ISR Analyse Q2=5.5 GeV2 H1 ISR97 Q2=3.7 GeV2 x F L H1 nicht-radiative Q2=4.2 GeV2 ZEUS ISR Analyse Q2=5.5 GeV2 H1 ISR97 Q2=3.7 GeV2 x F L 0 0.2 0.4 0.6 0.8 1 10 -5 10 -4 10 -3 10 -2 10 -1 0 0.2 0.4 0.6 0.8 1 10 -5 10 -4 10 -3 10 -2 10 -1 Abbildung 5.8: Vergleich des in der vorliegenden Arbeit ermittelten Werteberei- ches f  ur die F L a) mit der Elektron{Methode b) mit der {Methode mit den Ergebnissen der ZEUS{ISR{Analyse und der F L {Extraktion aus nicht{radiativen Ereignissen der H1{Kollaboration. hadronischen Endzustandens werden f  ur zuk  unftige Messung der Strukturfunk- tion F L in einer deutlich kleineren Unsicherheit der hadronischen Energieskala m  unden [iss00, jac00]. Des weiteren wird die h  ohere Statistik es erlauben, die Schnittschwelle  0 in den Bereich st  arkerer Sensitivit  at auf die Gr  oe R zu ver- schieben. Erste Untersuchungen zeigen, da bei einer weiteren Erniedrigung von 120 Kapitel 5. Die Messung der Strukturfunktion F L mit radiativen Ereignissen  0 die Sensitivit  at auf R st  arker wird, jedoch der statistische Fehler so gro wird, da derzeit keine Messung durchzuf  uhren ist. F  ur den Fall, da die Analyseintervalle nicht verkleinert werden k  onnen, ist es notwendig, den systematischen Ein u der Umgewichtung der Simulation auf einen konstanten R{Wert zur Berechnung der (R){Abh  angigkeit zu untersu- chen. Des weiteren zeigt sich, da die hier angewendete Methode f  ur R{Werte kleiner als 0.2 keine geeignete Technik zur Messung der longitudinalen Struktur- funktion ist, da (R) fast  uberhaupt keine Variation in R f  ur diesen Wertebereich zeigt. In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, das Verfahren zur Ermittlung des optimalen Schnittwertes  0 weiterzuentwickeln. Zum Beispiel zeigen erste Unter- suchungen im Rahmen dieser Arbeit, da der Schnittwert  0 f  ur die {Methode weiter optimiert werden kann, falls in Gleichung (5.5) anstelle von (R = 1;  0 ) zum Beispiel der Wert (R = 10;  0 ) verwendet wird. Zusammenfassend kann gesagt werden, da in dieser Arbeit erstmals die von [fav96] vorgeschlagene Methode zur Messung der longitudinalen Strukturfunktion F L mit radiativen Ereignissen - basierend auf einer integrierten Luminosit  at von 11:16 pb 1 - experimentell durchgef  uhrt worden ist und ein Wertebereich f  ur F L angegeben werden kann. 121 Zusammenfassung In dieser Arbeit wurden die Messungen der Protonstrukturfunktionen F 2 und F L bei kleinen x und kleinen Q 2 aus ep-Wechselwirkungen mit kollinearer Abstrah- lung eines Photons in Richtung des einlaufenden Leptons beschrieben. Die Mes- sungen beruhen auf Daten, die im Jahre 1997 mit demH1{Detektor aufgezeichnet worden sind und einer integrierten Luminosit  at von 11:16 pb 1 entsprechen. Die Untersuchung des Luminosit  atssystem und der durch die Zufallskoinzidenzen mit BH{Ereignissen verursachten Untergrundsquellen bilden den experimentel- len Schwerpunkt zur Messung der Strukturfunktionen im Rahmen dieser Ana- lyse. In diesem Zusammenhang wurde die Simulation der wichtigsten Eigen- schaften des Luminosit  atssystems, die Simulation des aus Zufallskoinzidenzenmit BH{Ereignissen verursachten Untergrundes und ein BH{Ereignisgenerator zur Simulation der  Uberlagerung von ein, zwei und drei BH{Prozessen mit Signal{ Ereignissen entwickelt. Diese Vorarbeiten f  uhren zu einer deutlichen Verbesse- rung der systematischen Unsicherheiten des Untergrundbeitrages aufgrund der  Uberlagerung nicht{radiativer ep{Streuereignisse mit BH{Ereignissen. Des wei- teren ist der systematische Ein u der Zufallskoinzidenz von ISR{Photonen mit Photonen aus dem BH{Proze erstmals untersucht worden. Es stellt sich heraus, da die resultierenden Unsicherheiten von 6% f  ur die Messung der Strukturfunk- tion F 2 und 2% im Falle der F L {Messung nicht zu vernachl  assigen sind. Strahlungskorrekturen der Ordnung O( 3 em ) sind f  ur die Elektron{Methode und erstmals f  ur die {Methode angewendet worden. Die ISR{Analyse, deren F 2 {Resultate im Bereich 0:283 < Q 2 < 104GeV 2 und 1:48  10 5 < x < 4:69  10 2 liegen, erweitert den kinematischen Bereich der Strukturfunktionsmessungen der H1{Kollaboration in den theoretisch interes- santen  Ubergangsbereich zwischen Photoproduktion und tiefinelastischer Streu- ung. Verglichen mit fr  uheren ISR{Analysen erreicht sie eine deutliche Verbes- serung der Mefehler f  ur 0:510 < Q 2 < 2:0GeV 2 . Die Datenpunkte dieser Analyse decken den gesamten  Ubergangsbereich um Q 2  1GeV 2 ab und stim- men sowohl mit vorangegangenen ISR{Messungen als auch mit den Ergebnissen nicht{radiativer Analysen  uberein. Letzteres gilt sowohl f  ur die H1{Daten die im Bereich Q 2 & 1GeV 2 als auch f  ur die ZEUS{BPT Daten bei kleinen Im- puls  ubertr  agen. Die Daten zeigen oberhalb von Q 2 & 0:5GeV 2 gem  a den Ergebnissen fr  uherer Messungen einen deutlichen Anstieg von F 2 f  ur kleine x{Werte, der vollst  andig mit Hilfe des DGLAP{Ansatzes beschrieben werden kann. Unterhalb von Q 2  0:5GeV 2 ist eine Beschreibung der Daten mittels perturbativer QCD allerdings nicht mehr m  oglich. Der in diesem Regime erwartete  Ubergang zur Photoproduk- 122 Kapitel 5. Die Messung der Strukturfunktion F L mit radiativen Ereignissen tion wird gut von der Regge{basierten ALLM97{Parametrisierung modelliert. Abschlieend wurde in dieser Arbeit eine erste Bestimmung der longitudinalen Strukturfunktion F L nach der in [fav96] beschriebenen Methode durchgef  uhrt. Das Verfahren wurde im Intervall 1 < Q 2 < 30GeV 2 , 9020 < sy < 45100GeV 2 , das einem  uber Intervall gemittelten (x;Q 2 ){Wert von (x = 2:5  10 4 ; Q 2 = 3:72GeV 2 ) entspricht, angewandt. Der Wertebereich der longitudinalen Struk- turfunktion bzw. der Gr  oe R kann mit einer Wahrscheinlichkeit von 95.3% f  ur die Elektron{Methode auf F L (x = 2:5  10 4 ; Q 2 = 3:72GeV 2 ) < 0:433 bzw. R(x = 2:5  10 4 ; Q 2 = 3:72GeV 2 ) < 1:059 und f  ur die {Methode auf F L (x = 2:5  10 4 ; Q 2 = 3:72GeV 2 ) < 0:813 bzw. R(x = 2:5  10 4 ; Q 2 = 3:72GeV 2 ) < 28:18 eingeschr  ankt werden. Das Resultat dieser Arbeit ist konsistent mit der vorherigen ISR{Analyse der ZEUS{Kollaboration und mit den Ergebnissen der F L {Extraktion mit nicht{radiativen Ereignissen der H1{Kollaboration. Es zeigt sich im Rahmen dieser Analyse, da neben dem statistischen Fehler die Unsi- cherheit auf den Photoproduktionsuntergrund und die hadronische Energieskala den Mefehler der Strukturfunktion F L dominieren. Zusammenfassend kann ge- sagt werden, da die Messung der Strukturfunktion F L mit dem H1{Detektor m  oglich ist. Jedoch wird eine bloe Erh  ohung der Statistik ohne die Reduktion der systematischen Fehler des Photoproduktionsuntergrundes und der hadroni- schen Energieskala keine ad  aquate Messung der longitudinalen Strukturfunktion mit radiativen Ereignissen zulassen. 123 Literaturverzeichnis [all91] H.Abramowicz, E.M. Levin, A. Levy, U.Maor, Phys. Lett. B 269 (1991) 465 [all97] H.Abramowicz, E.M. Levin, A. Levy, U.Maor, DESY{Preprint 97{251 (1997), [hep-ph/9712415] [anl97] H.Anlauf, A.B.Arbuzov, E.A.Kuraev, N.P.Merenkov, Phys. Rev. D59, 014003 (1999), [hep-ph/9711333] [anl98] H.Anlauf, A.B.Arbuzov, E.A.Kuraev, N.P.Merenkov, JHEP 10 (1998) 013, [hep-ph/9805384] [anl99] H.Anlauf, Eur. Phys. J. C9 (1999) 69, [hep-ph/9901258] [alt77] G.Altarelli, G. Parisi, Nucl. Phys. B 126 (1977) 298 [bab94] A.Babaev, H1 Interner Bericht, H1-12/94-413 (1994) [bar97] R.Barschke, Dissertation, Universit  at Hamburg (1997) [bas95] U.Bassler, G.Bernardi, Nucl. Instr. and Meth., A 361 (1995) 197, [hep- ex/9412004] [bcd87] BCDMS, A.C.Benvenuti et al., Phys. Lett. B 195 (1987) 91 [bcd89] BCDMS, A.C.Benvenuti et al., Phys. Lett. B 223 (1989) 485, ibid 237 (1990) 592 [beg98] A.Beglarian, P.Biddulph, M.Fleischer, C.Wissing, H1 Interner Bericht, H1-01/98-533 [ben87] H.-U.Bengtsson, T. Sj  ostrand, Comp. Phys. Comm. 46 (1987) 43 [bes96] G.Best, Diplomarbeit, Universit  at Dortmund (1996) [bet34] H.Bethe, W.Heitler, Proc.Roy. Soc. A146 (1934) 83 [biz92] J.C.Bizot et al., H1 Interner Bericht, H1-03/92-212 (1992) [biz92] J.C.Bizot et al., H1 Interner Bericht, H1-09/92-240 (1992) [bjo66] J.D.Bjorken, Phys. Rev. 148 (1966) 1467 124 Literaturverzeichnis [bjo69] J.D.Bjorken, Phys. Rev. 179 (1969) 1547 [bjo69] J.D.Bjorken, E.A.Paschos, Phys. Rev. 185 (1969) 1975 [born99] A.Bornheim, Dissertation, Rheinisch Friedrich-Wilhelms-Universit  at zu Bonn (1999) [bor92] K.Borras, Dissertation, Universit  at Dortmund (1992) [bru87] R.Brun et al., Phys. Rev. Lett. 23 (1969) 930 [cal69] C.G.Callan, D.J.Gross, Phys. Rev. Lett. 22 (1969) 156 [cdh91] CDHSW Kollaboration, P.Berge et al, Z. Phys. C 49 (1991) 187 [col77] P.D.B.Collins,An Introduction to Regge Theory & High Energy Physics, Cambridge University Press (1977) [coo91] A.M.Cooper-Sarker et al., Proceedings of the Workshop on Physics at HERA, Hamburg 1991, eds. W.Buchm  uller und G. Ingelman, Vol.1, (1991) 1 [coo98] A.M.Cooper-Sarkar, R.C.E.Denenish, A.DeRoeck, Int. J. Mod. Phys. A13 (1998) 3385-3586, DESY 97{226 (1997), [hep{ph/9712301] [dir98] M.Dirkmann, Dissertation, Universit  at Dortmund (1998) [dok77] Y.L.Dokshitzer, Sov. Phys. JETP 46 (1977) 641 [don92] A.Donnachie, P.V. Landsho , Phys. Lett. B 296 (1992) 227 [don94] A.Donnachie, P.V. Landsho , Z. Phys. C 61 (1994) 139 [e140a] S.Dasu et al., Rev. Lett. 61 (1988) 1061 [e140b] S.Dasu et al., Phys. Rev. D 49 (1994) 5641 [e143] E143 Kollaboration, K.Abe et al., Report SLAC{PUB{7927, SLAC (1998) [hep-ex/9808028] [eng96] R.Engler, J.Ranft, Phys. Rev. D54 (1996) 4244 [fav96] L. Favart, M.Gruwe, P.Marage, Z. Zhang, Z.Phys., C72 (1996) 425, [hep-ph/9606465] [feyn72] R.P. Feynman, Photon{Hadron{Interactions, W.A.Benjamin, Inc., Ad- vance Book Programm, Reading Massachusetts (1972) [ a92] K. Flamm, Diplomarbeit, Universit  at Hamburg (1992). Literaturverzeichnis 125 [gar00] F.Garczarek, Diplomarbeit, Universit  at Dortmund (2000) [gel64] M.Gell{Mann, Phys. Lett. 8 (1964) 214 [gla98] A.Glazov, Doktorarbeit, Humboldt-Universit  at Berlin (1998) [gog96] N.Gogitidze, S. Levonian, H1 internal note, H1-02/96-471 [grv90] M.Gl  uck, E.Reya, A.Vogt, Zeitschrift f  ur Physik C 48 (1990) 471 [grv92] M.Gl  uck, E.Reya, A.Vogt, Zeitschrift f  ur Physik C 53 (1992) 127 [grv95] M.Gl  uck, E.Reya, A.Vogt, Zeitschrift f  ur Physik C 67 (1995) 433 [grv98] M.Gl  uck, E.Reya, A.Vogt, Eur. Phys. J. C5 (1998) 461-470, [hep- ph/9806404] [gri72] V.N.Gribov, L.N. Lipatov, Sov. J. Nucl. Phys. 15 (1972) 438 [hah90] K.Hahn, J.Ranft, Phys. Rev. D41 (1990) 1463 [hei99] B.Heinemann, Doktorarbeit, Universit  at Hamburg (1999) [h1c93] H1 Calorimeter Group, B. Andrieu et al., Nucl. Instr. and Meth. A336 (1993) 460 [h1k93] The H1 Kollaboration, DESY 93-103 (1993) [h1k96] H1 Kollaboration, DESY preprint, DESY 96-160, DESY (1996) [h1k00] H1 Kollaboration, Eur.Phys.J. C 13 (2000) 609, [hep-ex/9908059] [h1cc00] H1 Kollaboration, DESY-00-187 (2000) [hep-ex/0012052], wird in Eur. Phys. J.C. erscheinen [h1f200] H1 Kollaboration, DESY-00-181 (2000) [hep-ex/0012053], wird in Eur. Phys. J.C. erscheinen [h1d97] H1 Collaboration, I. Abt et al., Nucl. Instr. and Meth. A386 (1997) 310 and Nucl. Instr. and Meth. A386 (1197) 348 [ing92] G. Ingelman, Proceedings of the Workshop Physics at HERA, vol.3, Eds. W.Buchm  uller und G. Ingelman, DESY (1992) 1366 [iss96] C. Issever, Diplomarbeit, Universit  at Dortmund (1996) [iss00] C. Issever, The Calibration of the H1 Liquid Argon Calorimeter, IX. Int. Conf. on Calorimetry in Part. Phys. { Annecy (2000), wird in Frascati Physics Series erscheinen 126 Literaturverzeichnis [jac79] F. Jacquet, A.Blondel, Proceedings of the study of an ep facility for Europe, ed. U.Amaldi, DESY 79/48 (1979) 393 [jac00] M.-C. Jacquet, Measurement of Absolute Jet Energies in the H1 Liquid Argon Calorimeter,I X. Int. Conf. on Calorimetry in Part. Phys. { Anne- cy (2000), wird in Frascati Physics Series erscheinen [kat97] J.Katzy, Dissertation, Ruprecht{Karls{Universit  at Heidelberg (1997) [kel98] N.Keller et al., H1 Internal Note, H1-08/98-550 (1998) [ker94] S.Kermiche, Dissertation, Universite de Paris-sud, Centre d'Orsay (1994) [kie91] C.Kiesling, P.Ribarics, H1 Interner Bericht, H1-04/91-172 (1991) [kle99] Max Klein, private Mitteilung (2000) [kot88] G.L.Kotkin, S.I. Polityko, A. Schiller,V.G. Serbo, Z. Phys. C 39 (1988) 61 [kra98] T.Kr  amerk  amper, Dissertation, Universit  at Dortmund (1998) [kra92] M.W.Krasny, W.Placzek, H. Spiesberger, Z. Phys., C53 (1992) 687 [kwi91] A.Kwiatkowski, H. Spiesberger, H.J.M  ohring, Zeitschrift f  ur Physik C 50 (1991) 165 [kwi92] A.Kwiatkowski, H. Spiesberger, H.-J.Moehring, Comp. Phys. Comm. 69 (1992) 155 [len99] V. Lenderman, H1 Internal note, H1-08/99-575 (1999) [lon92] L. L  onnblad, Comp. Phys. Comm. 71 (1992) 15 [lum97] QPECTAC, Programm der H1{Luminosit  atsgruppe [mar98] R.Maracek, Dissertation, Kosice (1998) [mar93] A.D.Martin, W.J. Stirling, R.G.Roberts, Phys. Lett. B306 (1993) 145; B309 (1993) 492 [mo69] L.W.Mo, Y.S.Tsai, Rev. Mod. Phys. 41 (1969) 205 [nac86] O.Nachtmann, Ph  anomene und Konzepte der Elementarteilchenphysik, Friedr. Vieweg&Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig (1986) [nau98] J.Naumann, Diplomarbeit, Universit  at Dortmund (1998) Literaturverzeichnis 127 [nmc95] NMC Kollaboration, M.Arneodo et al., Phys. Lett. B 364 (1995) 107 [nmc97] NMC Kollaboration, M.Arneodo et al., Nucl. Phys. B 483 (1997) 3 [ols97] Data Quality Check Meeting Minutes, Editor J.Olsson H1 Data Quality Check Meeting 18.02.97, Bericht von C. Issever H1 Data Quality Check Meeting 21.02.97, Bericht von C. Issever H1 Data Quality Check Meeting 11.03.97, Bericht von C. Issever H1 Data Quality Check Meeting 25.03.97, Bericht von C. Issever H1 Data Quality Check Meeting 15.04.97, Bericht von M.Fleischer H1 Data Quality Check Meeting 22.04.97, Bericht von C. Issever H1 Data Quality Check Meeting 06.05.97, Bericht von C. Issever H1 Data Quality Check Meeting 27.05.97, Bericht von R. Stamen H1 Data Quality Check Meeting 22.07.97, Bericht von C. Issever H1 Data Quality Check Meeting 19.08.97, Bericht von C. Issever [pam68] W.K.H.Pamofsky, Proceedings of the 14th Int. Conf. on High{Energy Physics, Vienna (1968) 23 [pan93] A.Panitch, P.Marage, H1 Interner Bericht, H1-05/93-297 (1993) [pan94] A.Panitch, H1 Interner Bericht, H1-08/94-373 (1994) [poe96] R.P  oschl, Diplomarbeit, Universit  at Dortmund (1996) [poe00] R.P  oschl, Dissertation, Universit  at Dortmund (2000) [pro95] R.Prosi, H1 Interner Bericht, H1-03/95-433 [rey69] E.Reya, Phys.Rept.69 (1981) 195 [schl98] S. Schleif, Doktorarbeit, Universit  at Heidelberg (1998); H1{Kollaboration, 29. ICHEP 1998, Vancouver, Abstract 534, Parallel- session 4, Plenarytalk 6 (1998) [sch92] G.A. Schuler, H. Spiesberger, Prooceedings of the Workshop Physics at HERA, vol 3., Eds. W.Buchmueller und G. Ingelman, DESY (1992) 1419 [sch96] B. Schwab, Dissertation, Ruprecht{Karls{Universit  at Heidelberg (1996) [ser98] S. Levonian, private Mitteilungen (1998-2000) [sjo87] T. Sj  ostrand, M.Bengtsson, Comp. Phys. Comm. 43 (1987) 367 [sjo92] T. Sj  ostrand, CERN-TH-6488 (1992) [sjo94] T. Sj  ostrand, Comp. Phys. Comm. 82 (1994) 74 128 Literaturverzeichnis [spa96a] H1 SpaCal-Group, Nucl. Instr. Meth A382 (1996) 395 [spa96b] H1 SpaCal-Group, Nucl. Instr. Meth. A374 (1996) 149 [spa97] H1 SpaCal-Group, Nucl. Instr. and Meth. A386 (1997) 397 [sta98] R. Stamen, Diplomarbeit, Universit  at Dortmund (1998) [tay69] R.E.Taylor, Proceedings of the 4 th Int. Symp. on Electron and Photon Interactions, Liverpool (1969) 251 [wal99] R.Wallny, private Mitteilung (1999) [web94] B.R.Webber, Cavendish{HEP{94/17 (1994) [hep-ph/9411384] [weg91] A.Wegner, interner H1 Bereicht, H1{01/91{160 (1991) [wel94] H.P.Wellisch et al., interner H1 Bericht, H1{02/94{346 (1994) [whi90] L.W.Whitlow et al., Phys. Lett. B 250 (1990) 193 [whi92] L.W.Whitlow et al., Phys. Lett. B 282 (1992) 475 [wis98] C.Wissing, Diplomarbeit, Universit  at Dortmund, (1998). [zeu00] ZEUS Kollaboration, Phys. Lett. B 487 (2000) 53 [zwe64] G. Zweig, Cern Preprint 8182/TH 401 (1964)