Authors: Peter, Gerd
Title: Anforderungen an den Arbeitsschutz der Zukunft
Language (ISO): de
Abstract: Wer wolle es bestreiten - wir leben in einer Zeit des Überganges, der Transformationen von Gesellschaften in die Moderne sowie einer sprunghaften Erweiterung des realen Wirtschaftshandelns im Weltmaßstab. Daß derartige Übergänge oft als Krisen empfunden werden, ist eine Sache, daß sie auch Chancen bedeuten eine andere, bedarf aber der Überzeugungsarbeit. Was in einer solchen Epoche Zukunft nicht sein wird, ist eine einfache Verlängerung der Gegenwart (Volkholz 1992). Vielmehr tritt der offene Horizont Zukunft stärker hervor, damit aber auch die große Verantwortung für das, was wir gegenwärtig tun, welche Entscheidungen wir jetzt, in diesem Augenblick treffen. Auch der Arbeitsschutz in Deutschland ist von diesem Transformationsprozeß erfaßt und muß sich weiterentwickeln und behaupten. Dies gilt für die betriebliche wie außerbetriebliche Ebene gleichermaßen. Für die Entwicklung angemessener Bewältigungsstrategien nun ist es von nicht geringer Bedeutung, welches Bild man sich vom Arbeitsschutz macht, ob man also mehr das System Arbeitsschutz vor Augen hat, das unterschiedliche Funktionen durch verschiedene Leistungsbezüge erfüllt, oder ob man mehr die alltägliche Arbeitsschutzpraxis mit ihren vielen Einzelaktivitäten sieht, ob man mehr an Arbeitsschutz als Beruf, als professionelle Spezialistenaufgabe denkt oder mehr an das Gesundheitsbewußtsein der einzelnen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Um dieser Kompliziertheit und Vielschichtigkeit des Arbeitsschutzes konzeptionell Rechnung zu tragen, haben wir schon vor Jahren vorgeschlagen, Arbeitsschutz als Institution, als eine Institution der Arbeit zu fassen. Institutionen sind stabile soziale Einrichtungen und Strukturen, die zwischen systemischen Prozessen und der Vielheit alltäglichen Handelns angesiedelt sind, die diese verknüpfen, für die nötige Abstimmung sorgen, für Verhaltensstabilität und den nötigen Leistungstransfer. Rechtsvorschriften und Geldzahlungen, sicherheitstechnische Spezialisierung und Weiterentwicklung des Gesundheitsbewußtseins, vertrauter Umgang im Arbeitsalltag und konflikthafte Auseinandersetzungen in Ausschüssen und auf Tagungen, das alles macht Arbeitsschutzhandeln in diesem institutionellen Gefüge aus (Pröll 1991).
URI: http://hdl.handle.net/2003/27852
http://dx.doi.org/10.17877/DE290R-6619
Issue Date: 1993-06-15
Publisher: Westdeutscher Verlag
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