Authors: Flex, Florian
Title: Zentralörtliche Funktionsräume
Other Titles: Empirische Ermittlung und konzeptionelle Ausgestaltung am Beispiel der Planungsregion Düsseldorf
Language (ISO): de
Abstract: Das Zentrale-Orte-Konzept (ZOK) ist heute in allen Raumordnungsplänen und -programmen der Flächenländer in der Bundesrepublik Deutschland als Säule der Raumordnung verankert. Gegenüber anderen raumordnerischen Konzeptionen kann es ein Theoriefundament aufweisen, was die Bekanntheit und Nachvollziehbarkeit gegenüber anderen Fachplanungen und der Politik gestärkt hat. Darüber hinaus ist das Instrument der Zentralen Orte seit dessen erster Erlassung im Jahr 1965 fester Bestandteil des Raumordnungsgesetzes (ROG). Bereits seit längerer Zeit wird ihm insbesondere entgegengehalten, es sei als starres Ordnungsmodell mit seinem streng hierarchischen Aufbau nicht länger mit den tatsächlichen Mustern der Raumentwicklung kompatibel. Das deutsche Städtesystem zeichnet sich nicht mehr durch eine hierarchische Gliederung aus, sondern durch eine funktionsteilige Zusammenarbeit der Städte und Gemeinden, die auch im zunehmenden Maße durch funktionale Spezialisierungen von Umlandgemeinden geprägt ist. In solchen Zentrensystemen erscheint die Funktionszuweisung auf einzelne Zentrale Orte und ihnen zugehörige Versorgungsbereiche eher hinderlich für eine Gesamtentwicklung des Raumes. Das nordrhein-westfälische ZOK etwa wurde seit dem Ende der 1970er Jahre praktisch nicht mehr an die gewaltigen Veränderungsprozesse in der Siedlungsentwicklung angepasst; die Festlegung von Mittel- und Oberbereichen wurde mit dem Landesentwicklungsplan (LEP) 1995 eingestellt. Es wird demnach (auch) ein raumordnerischer Handlungsbedarf bei der Festlegung von Zentralen Orten in den verhältnismäßig dicht besiedelten Verdichtungsräumen angenommen, da sich die dortigen Zentrenstrukturen nicht mehr mit dem oben genannten, streng hierarchischen ZOK abbilden lassen. Anhand des Untersuchungsraumes der Planungsregion Düsseldorf untersucht die vorliegende Arbeit, ob die Strukturvariante des zentralörtlichen Funktionsraums für transkommunale Standorträume in Frage kommt und wie diese Strukturvariante konkret konzeptionell auszuformen ist. Vor dem Hintergrund dieser Problemstellung ergibt sich folgende Hauptforschungsfrage: Wie können die empirisch feststellbaren, transkommunal ausgeprägten zentralörtlichen Standortbereiche in der landesplanerischen Praxis in ein normatives Zentrale-Orte-Konzept überführt werden? Bezogen auf die empirische Erfassung der zentralörtlichen Standortcluster ist aufgrund der oben unterstellten Bedeutung der Hierarchiestufe nicht länger nur die Frage nach der Ermittlung der zentralörtlichen Standortcluster relevant, sondern auch, auf welchen Hierarchiestufen transkommunale Standorträume auftreten. Diese Frage soll für den Untersuchungsraum dieser Arbeit, den Planungsraum Düsseldorf, beantwortet werden. In diesem Zusammenhang wird bei der Verwendung einer Abgrenzungsvariante entlang der Gemeindegrenze aufgrund der Einbeziehung von ganzen politischen Gemeinden ein „Hierarchieproblem“ in solchen Fällen unterstellt, wenn die gesamte Nachbargemeinde in ihrer territorialen Erstreckung Teil des zentralörtlichen Funktionsraums würde, aber nur in einem marginalen Teilbereich entsprechende Funktionscluster aufweist. In diesem Kontext kommt die Arbeit zu dem Schluss, es gelte zwei Auslöser für einen analytischen Funktionsraum (also für transkommunale Standorträume) in der Literatur zu unterscheiden. Einerseits kann dieser durch eine Verlagerung einer Einrichtung über die Gemeindegrenze (des ursprünglichen Zentralen Ortes) in eine Standortgemeinde hervorgerufen werden, die eine geringere Hierarchiestufe aufweist als das transkommunale Standortcluster. Andererseits kann damit ein Standortnetz von Einrichtungsclustern gleicher Hierarchiestufe beschrieben sein, das sich über mehrere Standortgemeinden erstreckt und gemeinsam einen Bereich versorgt.
Subject Headings: Zentraler Wortort
Funktionsraum
Raumordnung
Subject Headings (RSWK): Deutschland / Raumordnung / Zentraler Ort /
URI: http://hdl.handle.net/2003/34890
http://dx.doi.org/10.17877/DE290R-16938
Issue Date: 2015-11
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