Evli-Fründt, Rumeysa2026-02-032026-02-032025http://hdl.handle.net/2003/4471310.17877/DE290R-26480Der Straßenverkehr ist nicht nur ein wesentlicher Faktor für Treibhausgasemissionen, sondern auch eine der Hauptquellen von Umgebungslärm. Während die Reduzierung des CO2 Ausstoßes im Verkehrssektor durch das Klimaschutzgesetz zunehmend politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich diskutiert wird, bleibt die langfristige Entwicklung des Straßenverkehrslärms - der jedoch auch physiologische und psychische Gesundheitsprobleme verursachen kann - weit weniger beachtet. Zwar wird häufig darauf hingewiesen, dass die Maßnahmen zur Emissionsminderung auch positive Auswirkungen auf die Lärmbelastung haben könnten, doch eine systematische und langfristige Betrachtung der tatsächlichen Auswirkungen fehlt bislang. Die vorliegende Dissertation untersucht die Entwicklung des Straßenverkehrslärms in Deutschland für den Zeithorizont 2050 unter Berücksichtigung der aktuell diskutierten Planungs- und Entscheidungsprozesse. Sie stellt zugleich ein Instrument für die zukünftige Stadtplanung unter dem Gesichtspunkt der Lärmbekämpfung dar. Mithilfe der Szenariotechnik werden die für den Straßenverkehrslärm relevanten Schlüsselfaktoren untersucht und die vorhandenen nationalen Szenarien einbezogen, um zwei unterschiedliche Zukunftsszenarien für den Zeithorizont 2050 zu entwickeln. Das Referenzszenario beschreibt die zukünftige Entwicklung, wenn keine weitergehenden Entscheidungen getroffen und Maßnahmen ergriffen werden. Was zur Folge hat, dass die Klimaschutzziele verfehlt werden. Im Stabilitätsszenario werden ambitionierte Maßnahmen umgesetzt, um die Ziele im Bereich Gebäude und insbesondere Verkehr zu erreichen. Die Daten dieser Szenarien werden durch statistische Analysen und Berechnungen in quantitative Prognosedaten überführt, die als Berechnungsgrundlage für den zukünftigen Straßenverkehrslärm relevant sind. Dazu werden städtebauliche Übersichtspläne als Grundlage für die Prognosemodelle simuliert. Diese befassen sich mit den aktuellen Planungssituationen in der Bestandsentwicklung allgemeiner Wohngebiete unterschiedlicher siedlungsstruktureller Kreisstypen. Aufbauend darauf werden die Prognosemodelle für das Referenz- und das Stabilitätsszenario unter Anwendung der quantifizierten Prognosedaten simuliert. Sowohl für die aktuelle als auch für die zukünftige Planungssituation werden Schallimmissionspläne berechnet und miteinander verglichen. Im Vergleich zur aktuellen Planungssituation zeigen die Prognosemodelle insgesamt nur geringfügige – teilweise gerade noch wahrnehmbare – Pegeldifferenzen. Dies zeigt, dass sich der Straßenverkehrslärm bis zum Jahr 2050 weder durch die zukünftigen Entwicklungen wahrnehmbar verschlechtern noch durch zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen wahrnehmbar verbessern wird. Die Lärmbelastung bleibt somit ein städtebauliches und vor allem gesundheitliches Problem in Deutschland.deStädtebaulicher SchallschutzPrognosemodelle 2050Straßenverkehrslärm690Prognosemodelle für den Straßenverkehrslärm mit einem Zeithorizont 2050 als Grundlage für die Entwicklung von Maßnahmen zur städtebaulichen LärmminderungPhDThesisLärmschutzStädtebauVerkehrslärm