ATMo² Report 1: Mobilitätsverhalten in Nordrhein-Westfalen

Sonstige Titel

Gestaltung und erste Ergebnisse der Ausgangsbefragung

Zusammenfassung

Mobilität in urbanen Räumen steht zunehmend im Spannungsfeld zwischen notwendigen ökologischen Transformationen, begrenzten Verkehrskapazitäten und etablierten Alltagsroutinen. Obwohl in der Rhein-Ruhr-Region vielfältige Alternativen zum privaten Pkw vorhanden sind, bleibt dieser für viele Wege weiterhin das dominante Verkehrsmittel. Das Projekt ATMo² setzt hier an und zielt darauf ab, Reisende durch evidenzbasierte und individuelle Anreize dabei zu unterstützen, vorhandene Alternativen stärker in Betracht zu ziehen und informiertere Entscheidungen bei der Verkehrsmittelwahl zu treffen. Der vorliegende Report beschreibt die Gestaltung der Ausgangsbefragung des Projekts sowie erste Ergebnisse. Die theoretische Grundlage hierfür bilden zwei sich ergänzende Modelle des Mobilitätsverhaltens, die einerseits subjektive Nutzenkalkulationen, Situationswahrnehmungen und Kontextfaktoren sowie andererseits Routinen, Mobilitätssozialisation, Werteorientierungen und soziale Normen berücksichtigen. Auf dieser Basis wurde ein mehrsprachiger Fragebogen entwickelt, der zentrale Dimensionen des Mobilitätsverhaltens, der Verkehrsmittelverfügbarkeit, der Präferenzen und möglicher Verhaltensänderungen erfasst. Die Befragung wurde über verschiedene Online- und Offline-Kanäle verbreitet. Insgesamt konnten 1.174 vollständige Antworten generiert werden; besonders erfolgreich waren dabei die Ausspielung über soziale Medien sowie über das Portal Verkehr.NRW. Die ersten deskriptiven Ergebnisse zeigen eine Stichprobe, die hinsichtlich Alter, Bildungsabschluss und Haushaltseinkommen nach oben verzerrt ist und sich beabsichtigt räumlich deutlich auf Nordrhein-Westfalen konzentriert. Zugleich wird sichtbar, dass den Befragten häufig verschiedene Verkehrsmittel zur Verfügung stehen, der Pkw jedoch über die betrachteten Wegezwecke hinweg weiterhin das meist genutzte Hauptverkehrsmittel bleibt. Damit bestätigen die Ergebnisse die Relevanz eines Ansatzes, der nicht nur die objektive Verfügbarkeit von Verkehrsmitteln, sondern auch Routinen, Wahrnehmungen, Präferenzen und soziale Kontextfaktoren in den Blick nimmt.
Urban mobility is increasingly shaped by the tension between necessary ecological transformations, limited transport capacities and established everyday routines. Although a wide range of alternatives to the private car is available in the Rhine-Ruhr region, the car remains the dominant mode of transport for many trips. This is the starting point of the ATMo² project, which aims to support travelers in considering existing alternatives more strongly by means of evidence-based and individual incentives, enabling better-informed decisions regarding transport mode choice. This report describes the design of the project’s baseline survey and presents first results. Its theoretical foundation consists of two complementary models of mobility behavior, addressing subjective utility calculations, perceptions of situations and context factors on the one hand, and routines, mobility socialization, value orientations and social norms on the other. Based on these considerations, a multilingual questionnaire was developed to capture central dimensions of mobility behavior, transport availability, preferences and potential behavioral change. The survey was disseminated through several online and offline channels. In total, 1,174 complete responses were collected; dissemination via social media and the Verkehr.NRW portal proved particularly successful. The first descriptive results show a sample biased towards higher age, educational attainment and household income, with an intended clear spatial concentration in North Rhine-Westphalia. At the same time, they indicate that respondents often have access to several transport options, while the private car remains the most used main mode of transport across the trip purposes considered. These results confirm the relevance of an approach that considers not only the objective availability of transport modes, but also routines, perceptions, preferences and social context factors.

Beschreibung

Inhaltsverzeichnis

Schlagwörter

ATMo2, Mobilitätsverhalten, Nudging, Verhaltensänderung, Mobilität

Schlagwörter nach RSWK

Nordrhein-Westfalen, Mobilität

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