Authors: Neubach, Barbara
Title: Psychische Kosten von Formen der Selbstkontrolle bei der Arbeit
Other Titles: Entwicklung, Rekonzeptualisierung und Validierung eines Messinstruments
Language (ISO): de
Abstract: An immer mehr Arbeitsplätzen wird heute ein kontrolliertes und zielorientiertes Verhalten von den Beschäftigten erwartet: Betrieblicherseits geforderte Verhaltensweisen sollen gezeigt und gleichzeitig spontane Verhaltenstendenzen unterdrückt werden. Dies erfordert eine mehr oder weniger bewusste Verhaltenssteuerung. Ergebnisse aus der Grundlagenforschung lassen vermuten, dass ein derart kontrolliertes Verhalten mit psychischen Kosten verbunden ist. In der Arbeits- und Organisationspsychologie ist aber über die Auswirkungen tätigkeits-bedingter Selbstkontrolle bislang wenig bekannt. In der vorliegenden Arbeit werden zwei Messinstrumente entwickelt und validiert, um die am Arbeitsplatz geforderte Selbstkontrolle - im Sinne einer Hemmung habitueller Reaktions-tendenzen - mittels Fragebogen zu erfassen und ihre Beanspruchungswirksamkeit zu bewerten. Dabei wird zum einen geforderte Selbstkontrolle als übergreifendes Konstrukt operationalisiert, zum anderen wird emotionale Dissonanz als geforderte Emotionskontrolle, und damit als Teilaspekt der Selbstkontrolle, rekonzeptualisiert. Die Konstruktion der Skalen und eine erste Einschätzung der Validität erfolgen in der ersten Studie anhand von Befragungs- und Fehlzeitendaten von 266 Mitarbeitern in Einrichtungen der stationären Altenpflege. In einer zweiten Studie erfolgt die Kreuzvalidierung anhand von Quer- und Längsschnittbefragungsdaten von 144 Mitarbeitern einer Krankenkasse. Die Analysen zeigen, dass die Skala emotionale Dissonanz gute psychometrische Eigenschaften aufweist. Sie verfügt - im Sinne eines belastenden Aufgabenmerkmals - den Befunden zufolge über konvergente und diskriminante Validität. Emotionale Dissonanz erwies sich in Regressionsanalysen zur Vorhersage von Indikatoren der Beanspruchung in beiden Stichproben, sowohl im Querschnitt als auch im Längsschnitt als signifikanter Einzel-prädiktor. Dies spricht für die Vorhersagevalidität der Skala. Ihr Effekt auf die Beanspruchungen war auch dann statistisch bedeutsam, wenn der Einfluss von biografischen Variablen und einer Reihe weiterer Arbeitsmerkmale kontrolliert wurde. Dies spricht für die inkrementelle Validität. Die Skala geforderte Selbstkontrolle weist ebenfalls gute psychometrische Gütekriterien auf. Es finden sich eine Reihe von Hinweisen auf die Validität der Skala, die aber letztlich noch nicht als gesichert angenommen werden kann. Die Beanspruchungswirksamkeit der geforderten Selbstkontrolle wird in signifikanten Wechselwirkungen bei der Vorhersage von Indikatoren der Beanspruchung deutlich, Haupteffekte sind in den hier untersuchten Stichproben allerdings nicht zu beobachten.
Subject Headings: Arbeitsbelastungen
Emotionale Dissonanz
Burnout
Fehlzeiten
URI: http://hdl.handle.net/2003/20033
http://dx.doi.org/10.17877/DE290R-199
Issue Date: 2005-01-11
Publisher: Universität Dortmund
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