Authors: Steinke, Stefan
Title: Untersuchung des Energieeinsparungspotenzials in eingebetteten Systemen durch energieoptimierende Compilertechnik
Language (ISO): de
Abstract: In der Arbeitswelt und in der Freizeit hat die Nutzung von mobilen elektronischen Geräten wie Handys oder PDAs in den letzten Jahren stark zugenommen. Die Funktionen dieser Geräte nehmen sowohl in der Anzahl als auch in der Komplexität weiter zu, wodurch die Kapazitätsgrenze der Akkus häufiger erreicht wird. Dies schränkt die Anwender ein und führt zu der Motivation, den Energieverbrauch zu reduzieren. Außerdem sind andere neue mobile Applikationen zukünftig nur realisierbar, nachdem der Energieverbrauch vorab weiter reduziert wurde. Neben der bekannten Optimierung der Hardware der Geräte auf Energieverbrauch liefert der steigende Anteil der Software ein neues Potenzial zur Energieeinsparung. Das Ziel dieser Arbeit ist die systematische Untersuchung dieses Energieeinsparungspotenzials bei der Ausführung der Applikationssoftware, welches durch modifizierte oder neue Compilertechniken erreicht werden kann.Zu Beginn der Arbeit werden die Grundlagen des Energieverbrauchs untersucht und daraus Ansatzpunkte für die Energiereduzierung durch Software entwickelt. Innerhalb des betrachteten Entwurfsablaufs eingebetteter Systeme liefert die Phase der SW-Synthese die Möglichkeit, Einfluss auf den generierten Maschinencode zu nehmen. Im Compiler liegen ausreichende Informationen zur Abschätzung des späteren Energiebedarfs vor, wenn ein entsprechendes Energiemodell integriert wird. Das in dieser Arbeit neu vorgestellte Energiemodell berücksichtigt die Unterschiede im Energieverbrauch in Abhängigkeit von den ausgeführten Instruktionen, ihren verwendeten Funktionseinheiten, den Zugriffen auf verschiedene Speicher sowie den Bitmustern der über Busse transportierten Daten. Diese Eigenschaften sind eine notwendige Voraussetzung zur umfassenden Untersuchung des Potenzials bei der Codegenerierung.Die verschiedenen Bestandteile und Phasen eines Compilers werden auf der Basis dieses Energiemodells systematisch betrachtet und auf ihr Einsparungspotenzial und die mögliche Integration des Optimierungsziels des Energieverbrauchs hin untersucht. Die Phasen im Front-End des Compilers bieten wenig Ansatzpunkte, da noch kein Bezug zu den Maschineninstruktionen und dem jeweiligen Energieverbrauch hergestellt werden kann. Den Schwerpunkt bilden somit die Phasen im Back-End mit der Instruktionsauswahl, der Instruktionsanordnung, der Registerallokation und den maschinenabhängigen Optimierungen.Im Detail werden die Phasen und Optimierungen betrachtet, in denen der Energieverbrauch einen Einfluss auf die Verarbeitung hat und die energiesparenden Optimierungen ausführlich beschrieben, die den größten Effekt aufzeigen. Insbesondere die Zugriffe auf den Speicher weisen einen hohen Anteil am Gesamtenergieverbrauch auf, so dass sich hieraus ein großes Potenzial ergibt. Daher bilden Optimierungen zur effizienteren Nutzung des Speichers den Schwerpunkt der Untersuchungen. Neben der Anwendung bekannter Optimierungen zur effizienteren Nutzung der Prozessorregister werden neue Optimierungen vorgestellt, die eine effiziente Nutzung kleiner, frei adressierbarer Onchip-Speicher unterstützen. Die bisher eingesetzten Caches beinhalten eine Hardwaresteuerung zum Einlagern von häufig verwendeten Programmteilen und Daten. Dieser Mechanismus kann die Programmausführung nennenswert beschleunigen, verbraucht aber in der zusätzlichen Hardware relativ viel Energie für häufige Adressvergleiche. Die Einbeziehung der während des Compilerlaufs vorliegenden Informationen bei der Entscheidung für die Programmteile und Daten, die in den Onchip-Speicher verlagert werden, bietet ein hohes Energieeinsparungspotenzial. Das dafür notwendige Verfahren wird sowohl als statische Variante mit einer festen Zuordnung von Programmteilen und Daten zum Hauptspeicher und Onchip-Speicher beschrieben als auch in einer erweiterten Variante mit integriertem Umkopieren der Blöcke während des Programmablaufs.Als Abschluss der Arbeit wird untersucht, wie alternative Codierungen auf Bussen zur Reduzierung des Energieverbrauchs genutzt werden können.Insgesamt konnte mit dieser Arbeit das Energieeinsparungspotenzial durch einen Compiler in seinen jeweiligen Phasen aufgezeigt werden, sowie neue Techniken, die die Speicherzugriffe effizienter generieren, vorgestellt werden. Der Energieverbrauch einer Applikation lässt sich dadurch in den betrachteten Fallbeispielen um ca. 50% gegenüber heute eingesetzten Systemen reduzieren.
Subject Headings: Eingebettete Systeme
Compiler
Code-Generierung
Energieeinsparung
Scratchpad
Optimierungstechniken
Energieoptimierung
Integer linear programming
RISC Prozessor
Embedded Systems
compiler
codegeneration
energy reduction
scratchpad
optimization techniques
energy optimization
integer linear programming
RISC processor
URI: http://hdl.handle.net/2003/2769
http://dx.doi.org/10.17877/DE290R-14716
Issue Date: 2003-01-27
Publisher: Universität Dortmund
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