Authors: Menne, Martina
Title: Der Einfluss von Organisationsstrukturen auf Investitionsentscheidungen
Language (ISO): de
Abstract: Die Dissertation untersucht den Einfluß der funktionalen und der divisionalen Organisationsstruktur auf den Investitions-entscheidungsprozeß und die damit zusammenhängenden sachlichen und personellen Koordinationsprobleme. Die volkswirtschaftliche und die betriebswirtschaftliche Investitionstheorie können die in Unternehmungen zu treffenden Investitionsentscheidungen nur sehr eingeschränkt unterstützen. Beide Theorierichtungen vernachlässigen, daß Investi-tionsentscheidungen in Unternehmungen als komplexe, multipersonale Prozesse zu begreifen sind, die in mehreren Pha-sen ablaufen und an denen mehrere Personen oder Gruppen mit zum Teil konfliktären Zielsetzungen beteiligt sind. Daher muß insbesondere die betriebswirtschaftliche Investitionstheorie um Erkenntnisse der Verhaltensforschung und Organi-sationstheorie erweitert werden. Im Sinne des instrumentellen Organisationsbegriffes ist die Organisation Mittel zum Zweck der arbeitsteiligen Errei-chung des Sachziels der Unternehmung. Demzufolge muß die Struktur der Gesamtunternehmung bzw. ihrer Teilbe-reiche von den organisationsspezifischen Eigenarten des Sachziels bestimmt werden. Die Untersuchung der Charakte-ristika von Investitionsentscheidungsprozessen führt in diesem Zusammenhang zu dem Ergebnis, daß die divisionale Organisationsstruktur hinsichtlich der erfolgreichen Initiierung und Implementierung von Investitionsprojekten der funk-tionalen Organisationsstruktur überlegen ist. Da organisatorische Regelungen im Hinblick auf eine erfolgreiche Aufgabenerfüllung nur indirekt über die Entscheidun-gen der beteiligten Unternehmungsmitglieder wirken, ist eine Verhaltenssteuerung unumgänglich. Bereits in kleinen Un-ternehmungen kann die Vielzahl der konkreten Objektentscheidungen nicht mehr von der obersten Leitungsinstanz allein bewältigt werden, so daß eine Delegation von Entscheidungskompetenzen an nachgeordnete Mitarbeiter notwendig ist. Die Delegation bietet insbesondere hinsichtlich der Entscheidungsgüte eine Reihe von Vorteilen, birgt aber auch das Risiko, daß Entscheidungsträger nicht die ihnen gesetzten Ziele, sondern abweichende individuelle Ziele verfolgen. Die Vorgabe von expliziten und impliziten Verhaltensnormen sowie eine zielorientierte Motivation der Entscheidungsträger vermindern das Delegationsrisiko.Trotz des höheren Innovations- und Motivationspotentials der Spartenorganisation wird die Delegation von Investitions-entscheidungen in der divisionalen Organisationsstruktur restriktiv gehandhabt. Der Grund für diese Haltung liegt weni-ger im Investitionsbereich selbst, sondern in der damit verbundenen, aus rechtlichen und ökonomischen Gründen zen-tralisierten Finanzierungsfunktion. Mit Hilfe des Konzeptes der pretialen Lenkung des Kapitaleinsatzes in Verbindung mit der Kapitalwertmethode werden Wege aufgezeigt, wie das aus der Inanspruchnahme gemeinsamer Ressourcen resultie-rende sachliche Koordinationsproblem gelöst werden kann. Der Einbezug der Risikosituation verdeutlicht die Relevanz subjektiver Urteile und Einstellungen bei Investitionsentschei-dungen und führt somit unmittelbar zur personellen Komponente des Koordinationsproblems. Dessen Ursachen liegen in Interessenkonflikten und asymmetrischer Informationsverteilung, die in Risiko- und Ungewißheitssituationen dem Dele-gationsempfänger diskretionäre Handlungsspielräume eröffnen und die Gefahr ihrer opportunistischen Ausnutzung ber-gen. Da direkte Kontrollen der Entscheidungsträger kaum Erfolg versprechen, ist eine indirekte Steuerung der Entscheidun-gen über Anreizsysteme anzustreben, die einen Entscheidungsträger im eigenen Interesse veranlassen, in Einklang mit den Unternehmungszielen zu handeln. Vor dem Hintergrund von Investitionsentscheidungen erlangen Anreizsysteme zur Förderung der Planungsgenauigkeit herausragende Bedeutung. Mit entsprechenden Erfolgsbeteiligungssystemen auf Basis monetärer Bemessungsgrundlagen werden Möglichkeiten zur Steuerung dezentraler Investitionsentscheidungen in Spartenorganisationen aufgezeigt. Die in der Dissertation diskutierten organisatorischen Maßnahmen dienen der Steigerung der Innovationsfähigkeit bei Investitionsentscheidungen, die beschriebenen Anreizsysteme der Steigerung der Innovationsbereitschaft der Entschei-dungsträger. Unternehmungen, die auf diesen Wegen Kreativität und Leistungsbereitschaft fördern wollen, müssen im Gegenzug ein gewisses Maß an Autonomie und Vertrauen gewähren, um das, was sie delegieren, auch zu ermöglichen. Insofern stellt der am Ende der Arbeit erörterte Vertrauensmechanismus als Organisationsprinzip eine rationale Verhal-tensalternative dar.
Subject Headings: Organisationsentwicklung
URI: http://hdl.handle.net/2003/2896
http://dx.doi.org/10.17877/DE290R-13805
Issue Date: 2001-02-02
Publisher: Universität Dortmund
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