Integration kurdischer Geflüchteter in die Sekundarstufe I

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Eine multidimensionale Analyse sprachlicher, psychosozialer und struktureller Herausforderungen

Zusammenfassung

Diese Dissertation untersucht die Integration kurdischer Geflüchteter in die Sekundarstufe I des deutschen Bildungssystems und analysiert die damit verbundenen sprachlichen, psychosozialen und strukturellen Herausforderungen aus einer multidimensionalen Perspektive. Vor dem Hintergrund der Fluchtbewegungen seit 2015 wird argumentiert, dass kurdische Schüler*innen aufgrund ihrer spezifischen historischen, politischen und kulturellen Erfahrungen besonderen Integrationsbarrieren ausgesetzt sind. Die Studie basiert auf einem Mixed-Methods-Ansatz, der quantitative Daten von 220 kurdischen Schüler*innen in Nordrhein-Westfalen mit qualitativen Interviews kombiniert. Die quantitativen Analysen umfassen Reliabilitätsprüfungen, t-Tests, ANOVA- und Korrelationsanalysen, während die qualitativen Daten mittels thematischer Analyse ausgewertet wurden. Dadurch wird ein umfassendes Verständnis sowohl objektiver Bildungsbedingungen als auch subjektiver Erfahrungen ermöglicht. Die Ergebnisse zeigen, dass unzureichende Deutschkenntnisse, fehlende kontinuierliche Sprachförderung sowie strukturelle Ungleichheiten im föderalen Bildungssystem zentrale Hindernisse darstellen. Darüber hinaus wirken sich psychische Belastungen, die auf Flucht- und Kriegserfahrungen zurückzuführen sind, erheblich auf schulische Leistungen und soziale Integration aus. Diskriminierungserfahrungen, Identitätskonflikte und mangelnde interkulturelle Sensibilität im schulischen Kontext verstärken diese Problemlagen zusätzlich. Auf Basis des Integrationsmodells von Ager und Strang (2008) sowie des Konzepts des „monolingualen Habitus“ (Gogolin, 2009) wird Integration als ein mehrdimensionaler Prozess verstanden, der über sprachliche Kompetenzen hinaus soziale Teilhabe, Sicherheit und kulturelle Zugehörigkeit umfasst. Die Arbeit leistet einen Beitrag zur Schließung bestehender Forschungslücken, indem sie die spezifischen Erfahrungen kurdischer Geflüchteter sichtbar macht, die in der bisherigen Forschung häufig homogenisiert wurden. Abschließend werden evidenzbasierte Handlungsempfehlungen formuliert, die den Ausbau nachhaltiger Sprachförderprogramme, Trauma sensible pädagogische Ansätze, interkulturelle Lehrkräftequalifizierung sowie die institutionelle Verankerung psychosozialer Unterstützungsstrukturen umfassen. Ziel ist es, eine inklusivere und gerechtere Bildungsintegration für kurdische Geflüchtete im deutschen Schulsystem zu fördern.

Beschreibung

Inhaltsverzeichnis

Schlagwörter

Kurdische Geflüchtete, Bildungsintegration, Sekundarstufe I, Sprachförderung, Psychosoziale Integration, Bildungssystem Deutschland, Migration und Bildung

Schlagwörter nach RSWK

Kurdischer Flüchtling, Sekundarstufe 1, Integration

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