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Peer Helping am Ganztagsgymnasium in NRW.

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Eine empirische Studie zur Motivationsförderung durch individuelles Lernen in Gemeinschaft in den Selbstlernzeiten

Zusammenfassung

Die vorliegende Dissertation untersucht das Potenzial von Peer Helping zur Förderung der Lernmotivation in Selbstlernzeiten am Ganztagsgymnasium. Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen, wachsender Heterogenität und der Weiterentwicklung gymnasialer Lehr- und Lernkulturen wird der Frage nachgegangen, wie Individuelle Förderung und gemeinschaftsorientiertes Lernen in ganztägigen Strukturen miteinander verbunden werden können. Im Fokus steht das sogenannte Markt-Modell des Peer Helpings, in dem Schüler*innen eigenverantwortlich die Rollen von Helfenden und Hilfeempfangenden übernehmen und ihre Lernprozesse kooperativ gestalten. Die theoretische Grundlage bildet die Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan, die motiviertes Lernen durch die Befriedigung der Grundbedürfnisse nach Autonomie, Kompetenz und sozialer Eingebundenheit erklärt. Die Studie ist als Mixed-Methods-Untersuchung mit Schüler*innen der Jahrgangsstufe 5 an Ganztagsgymnasien in Nordrhein-Westfalen angelegt. Sie umfasst zwei quantitative Teilstudien mit Prä-Post-Design, in denen die situative bzw. die allgemeine Lernmotivation mithilfe standardisierter Skalen erhoben wurden, sowie eine qualitative Interviewstudie. Für die qualitative Untersuchung wurde ein Analysemodell entwickelt, das die Strukturmerkmale des Peer Helpings im Markt-Modell mit den motivationalen Grundbedürfnissen der Selbstbestimmungstheorie verbindet. Die Ergebnisse zeigen, dass Peer Helping im unmittelbaren Lernkontext motivationsförderlich wirkt. Insbesondere das Erhalten von Unterstützung geht mit einer höheren situativen Lernmotivation einher. Die qualitativen Befunde verdeutlichen darüber hinaus die Bedeutung von Kompetenzerleben, Anerkennung, Autonomie und Zugehörigkeit für die motivationalen Erfahrungen der Lernenden. Langfristige Effekte auf die allgemeine Lernmotivation konnten hingegen nicht nachgewiesen werden. Die Arbeit leistet einen Beitrag zur Ganztagsschulforschung, zur Anwendung der Selbstbestimmungstheorie im Kontext peer-gestützten Lernens sowie zur Diskussion einer zukunftsorientierten gymnasialen Lehr- und Lernkultur. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Peer Helping ein vielversprechender Ansatz ist, um Motivation, Verantwortung und Gemeinschaft im schulischen Lernen miteinander zu verbinden.

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Peer-Group, Ganztagsschule, Gymnasium, Lernen, Motivation

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