„Ich lasse den Song raus“
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Sprachbildliche Rekonstruktionen von Schüler:innenvorstellungen zu Komposition
Zusammenfassung
Die kumulative Dissertation untersucht Vorstellungen von Schüler:innen zu Komposition und reagiert damit auf eine anhaltende Diskrepanz zwischen der im musikpädagogischen Diskurs betonten Relevanz des Komponierens und seiner randständigen Rolle in der schulischen Praxis. Auf Basis eines konstruktivistischen Lernverständnisses adaptiert die Arbeit das aus der Naturwissenschaftsdidaktik stammende Konstrukt der Schüler:innenvorstellungen für das Fach Musik. Komposition wird dabei nicht als abgrenzbarer Wissensgegenstand, sondern als ästhetische, prozesshafte und erfahrungsorientierte Praxis verstanden; entsprechende Vorstellungen werden als körper- und erfahrungsbasierte mentale Konstrukte gefasst, die sich vor allem in sprachlichen Bildern manifestieren.
Den theoretischen Rahmen bildet die Theorie des erfahrungsbasierten Verstehens (Gropengießer) auf Grundlage der Kognitiven Linguistik (Lakoff & Johnson), nach der menschliche Kognition metaphorisch strukturiert ist. Metaphern eröffnen so einen Zugang zu impliziten Vorstellungen. Konzeptionell orientiert sich die Arbeit an den Prämissen des Modells der Didaktischen Rekonstruktion, das die Erfassung der Lernerperspektiven, die fachliche Klärung des Kompositionsbegriffs und die didaktische Strukturierung wechselseitig aufeinander bezieht. Die empirische Grundlage bilden episodische Interviews (Flick) mit 16- bis 18-jährigen Schüler:innen, die mittels systematischer Metaphernanalyse (Schmitt) ausgewertet werden.
Die Ergebnisse zeigen facettenreiche, weder einheitliche noch widerspruchsfreie Vorstellungen: Komposition wird über prozess- und produktbezogene metaphorische Konzepte strukturiert und überwiegend unbefangen als zugängliche ästhetische Praxis verstanden. Diese Vorstellungen bewegen sich – analog zum kompositionspädagogischen Diskurs – in Spannungsfeldern zwischen abendländischem Werkbegriff und schulischer Praxis, die sich als didaktisch produktive Ausgangspunkte erweisen. Damit leistet die Arbeit einen Beitrag zur Etablierung einer musikpädagogischen Vorstellungsforschung.
Beschreibung
Inhaltsverzeichnis
Schlagwörter
Kognitionslinguistik, Kognitive Konstrukte, Musikunterricht, Systematische Metaphernanalyse, Unterrichtsforschung, Vorstellungen, Didaktische Rekonstruktion
