Möglichkeiten und Grenzen von Wissenstransfer

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Eine empirische Untersuchung des Austauschs zwischen der Wissenschafts- und Hochschulforschung und den Wissenschaftsministerien in Deutschland

Zusammenfassung

Die kumulative Dissertation untersucht den Wissenstransfer zwischen der akademischen Wissen-schafts- und Hochschulforschung (WiHo-Forschung) und den Senatsbehörden und Landesministe-rien für Wissenschaft (Wissenschaftsministerien) in Deutschland. Obwohl der Wissenstransfer zwi-schen Forschung und politischen Akteuren bereits in verschiedenen Feldern untersucht wurde (z. B. Karcher et al., 2024; Pütz & Brassel, 2021; Thune et al., 2023), ist der Transfer speziell zwischen der WiHo-Forschung und wissenschafts- und hochschulpolitischen Akteuren bislang empirisch un-terbeleuchtet. Die vorliegende Arbeit schließt diese Lücke, indem sie die Perspektiven beider Seiten analysiert. Konzeptionell stützt sich die Dissertation auf ein prozessuales, interaktionales Verständnis von Wis-senstransfer, das Austausch als zentrale Bedingung für die Entstehung und Nutzung von Wissen hervorhebt (Schneider, 1996; Wilkesmann et al., 2009; Wilkesmann & Wilkesmann, 2018, 2019). Vor diesem Hintergrund stellt die Dissertation zwei Forschungsfragen: (1) Welche Erkenntnisse über Wissenstransfer eröffnen die Sichtweisen von WiHo-Forschern und Ministerialbeschäftigten? (2) Welche Kontexte prägen diese Sichtweisen? Für die Beantwortung dieser Fragen wurden 22 Experteninterviews und zwei Online-Befragungen mit Ministerialbeschäftigten und WiHo-Forschern durchgeführt und ausgewertet. Die Analysen zei-gen, dass Wissenstransfer grundsätzlich als relevant betrachtet wird, die Möglichkeit für den Aus-tausch jedoch durch spezifische Kontexte begrenzt wird. Auf Seiten der Ministerialbeschäftigten führen enge zeitliche Taktungen, Ad-hoc-Anfragen und administrative Zuständigkeiten dazu, dass Formen des Austauschs anschlussfähig erscheinen, die sich unmittelbar in bestehende Arbeitsab-läufe integrieren lassen. Für WiHo-Forscher wirken befristete Beschäftigungen, Qualifikations- und Lehranforderungen sowie selektive Zugänge zu wissenschafts- und hochschulpolitischen Arenen als zentrale Faktoren, die Transferaktivitäten einschränken und oftmals auf anlassbezogene Situati-onen begrenzen. Diese Sichtweisen verdeutlichen, dass zeitlich-organisatorische Rahmenbedin-gungen, Rollenverständnisse und -erwartungen sowie Zugänge zu relevanten Austauscharenen den Wissenstransfer zwischen der WiHo-Forschung und den Wissenschaftsministerien prägen. Die Dissertation trägt zu einem erweiterten Verständnis von Wissenstransfer bei, indem sie zeigt, welche Möglichkeiten und Grenzen sich aus diesen Kontexten für einen anschlussfähigen Aus-tausch zwischen der WiHo-Forschung und den Wissenschaftsministerien ergeben.
The cumulative dissertation investigates knowledge transfer between academic science and higher education research and the senate departments and state ministries responsible for science and higher education (science ministries) in Germany. While knowledge transfer between research and policy has been examined in various fields (e. g., Karcher et al., 2024; Pütz & Brassel, 2021; Thune et al., 2023), transfer specifically between higher education research and actors in science and higher education policy has received limited empirical attention. This dissertation addresses this gap by analyzing the perspectives of both sides. The dissertation draws on a procedural, interactional understanding of knowledge transfer that em-phasizes exchange as a key condition for the creation and use of knowledge (Schneider, 1996; Wilkesmann et al., 2009; Wilkesmann & Wilkesmann, 2018, 2019). Against this backdrop, the dis-sertation pursues two research questions: (1) What insights into knowledge transfer emerge from the perspectives of higher education researchers and ministry officials? (2) Which contexts shape these perspectives? To answer these questions, the dissertation relies on qualitative and quantitative data. It includes 22 expert interviews with ministry officials and higher education researchers, as well as two nationwide online surveys conducted with both groups. The analyses show that although knowledge transfer is generally considered relevant, opportunities for meaningful exchange are constrained by specific contextual conditions. For ministry officials, tight timelines, ad hoc requests, and administrative re-sponsibilities lead to a preference for forms of exchange that can be directly integrated into existing workflows. For higher education researchers, fixed-term employment, qualification and teaching requirements, and selective access to science and higher education policy arenas act as key fac-tors that restrict transfer activities and often confine them to occasion-driven interactions. Taken together, these perspectives illustrate how temporal and organizational structures, role expectations, and access to relevant arenas shape the conditions under which knowledge transfer occurs. The dissertation contributes to an expanded understanding of knowledge transfer by demonstrating which opportunities and limitations arise from these contexts for a meaningful and viable exchange between higher education research and the science ministries.

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Inhaltsverzeichnis

Schlagwörter

Wissenstransfer, Wissenschafts- und Hochschulforschung, Ministerialverwaltung

Schlagwörter nach RSWK

Wissenschaftstransfer, Hochschulforschung, Ministerialverwaltung

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