Authors: Kuhlmann, Andrea
Title: Gemeindeorientierte Gesundheitsförderung für ältere Menschen - zwischen kommunaler Verantwortung und Selbstverpflichtung
Other Titles: Eine Untersuchung in ausgewählten kommunalen Gesundheitskonferenzen in Kreisen und kreisfreien Städten in Nordrhein-Westfalen
Language (ISO): de
Abstract: Ausgehend von demografischen und epidemiologischen Veränderungen erfährt eine gesundheitsfördernde Gestaltung der Lebenswelt „Gemeinde“, die für den Gesundheits- und Autonomieerhalt älterer Menschen von besonderer Bedeutung ist, zunehmend Beachtung. Auch wenn empirische Nachweise dafür bislang weitgehend ausstehen, erscheint plausibel, dass auf diese Weise individuelle Gesundheitsgewinne erzielt werden können und auch die Finanzierung (vor-)pflegerischer kommunaler Versorgungsstrukturen positiv beeinflusst werden kann. In den letzten Jahren hat insbesondere die praktische Umsetzung gemeindeorien-tierter Gesundheitsförderung für ältere Menschen eine nicht unerhebliche Ausweitung erfahren. Eine systematische Auseinandersetzung damit einhergehender kommunaler Planungs-, Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse ist bislang jedoch nicht erfolgt. Mit der vorliegenden Arbeit soll ein Beitrag dazu geleistet werden, diese Lücke zu schließen. In Nordrhein-Westfalen besetzen die kommunalen Gesundheitskonferenzen (kGK), die das Thema Gesundheitsförderung für ältere Menschen zunehmend bearbeitet haben, eine zentrale Schnittstelle zwischen Kommunalverwaltung und gesundheitsförderlichem Versorgungssystem. Im Rahmen dieser Arbeit erfolgte deshalb eine Betrachtung der kGKn in NRW mit dem Ziel, kommunale Erfahrungen und Gestaltungsmöglichkeiten zu ermitteln, aufzubereiten und zu analysieren. Unter Berücksichtigung gerontologischer und gesundheitswissenschaftlicher Theorie- und Forschungsbezüge interessierten dabei insbesondere Erfahrungen zur politischen Unterstützung und zur Bearbeitung des Themas, zum Aufbau (intersektoraler) Kooperationsstrukturen und zu Möglichkeiten der Gestaltung von Beteiligungs- und Mitwirkungsprozessen für ältere Bürger. Für die Untersuchung wurde ein exploratives und qualitatives Vorgehen gewählt und leitfa-dengestützte Experteninterviews (n=15) mit Geschäftsstellenleitungen ausgewählter kGKn in Kreisen und kreisfreien Städten in NRW geführt, die im Zeitraum von 2004 bis 2009 einschlägige Vorhaben der gemeindeorientierten Gesundheitsförderung für ältere Menschen realisiert haben. Die inhaltsanalytische Auswertung der Gespräche orientierte sich am Verfahren der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring. Für eine Einordnung und Bewertung der Ergebnisse wurde ein Analyserahmen gewählt, dem die Stufen des Public-Health-Action-Cycle, Dimensionen des Community Capacity und der Community Readiness zugrunde lagen. Dieser ermöglichte eine zusammenfassende Betrachtung der berichteten Erfahrungen und umfasste folgende Dimensionen: Sensibilisierung, Steuerung, kommunalpolitischer Beschluss, Assessment/Lagebeschreibung, policy-development, Assurance, Umsetzung der Maßnahmen, Evaluation, Leitung und Führung sowie Bürgerbeteiligung. Bei der Bewertung zeichneten sich verschiedene Problemfelder und Innovationspotenziale ab; unter Berücksichtigung der Repräsentanz und Relevanz im Material wurden für die weitere Diskussion der Ergebnisse vier Schwerpunkte gesetzt. Neben der 1) Einschätzung der kommunalpolitischen Bedeutung gemeindeorientierter Gesundheitsförderung für ältere Menschen erfolgte eine 2) Auseinandersetzung mit Fragen zur Übernahme kommunaler Planungs- und Gestaltungsaufgaben und einer seniorenbezogenen ganzheitlichen kommunalen Versorgungsplanung. Mit dem Schwerpunkt „Bearbeitungsformen gemeindeorientierter Gesundheitsförderung für Ältere“ wurde eine 3) Analyse der bisherigen Arbeitsweise der kGKn und 4) möglicher Alternativen vorgenommen. Um eine nachhaltige und systematische Umsetzung gemeindeorientierter Gesundheitsförderung für ältere Menschen zu befördern, erscheint die Verankerung dieses Themas und ent-sprechender Zuständigkeiten innerhalb der Kommunalverwaltung zukunftsweisend. Mit den in den kGKn in NRW etablierten Kommunikations- und Kooperationsstrukturen und der dort vorhandenen fachlichen und methodischen Expertise bestehen dafür auf kommunaler Ebene grundsätzlich gute Voraussetzungen. Diese sollten jedoch durch die Einrichtung eigenständiger kommunaler Zuständigkeiten beispielsweise innerhalb der lokalen Gesundheitsämter ergänzt werden, will man langfristig eine gesundheitsförderliche – verwaltungsinterne wie – externe - Infrastruktur auch für ältere Menschen in Städten und Gemeinden etablieren.
Subject Headings: Ältere Menschen
Gemeinde
Gesundheitsförderung
Kommunale Gesundheitskonferenzen
Nordrhein-Westfalen
URI: http://hdl.handle.net/2003/29840
http://dx.doi.org/10.17877/DE290R-3178
Issue Date: 2012-12-20
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