Authors: Stetinova-Popitz, Katerina
Title: Dysfunktionale Internet- und Computerspielnutzung im Jugendalter unter besonderer Berücksichtigung der Eltern-Kind-Beziehung
Language (ISO): de
Abstract: Hintergrund: Die Nutzung des Internets ist in unserer Gesellschaft alltäglich geworden. Das Spielen von Computerspielen stellt ein weitverbreitetes Phänomen in der Jugend dar. Ab wann eine klinisch auffällige Internet- und Computerspielnutzung beginnt, wird in der aktuellen Forschung kontrovers diskutiert (Drogenbeauftrage der Bundesregierung, 2016). Im Jahr 2013 erhielt die Forschungsdiagnose „Internet Gaming Disorder“ Einzug in das „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders“ (APA, 2013), welches der nosologischen Einordnung in das Konzept der Verhaltenssucht (Wölfling, Müller, 2009) zuzuordnen ist. Im deutschsprachigen Raum wird zudem das Konzept der „Beziehungs- und Verhaltensstörung“ vertreten, welches die individuellen Entwicklungsprozesse unter Rückbezug der Bindungstheorie in den Fokus rückt. Fragestellung: Im Rahmen der Arbeit wurde die Fragestellung des direkten und indirekten Einflusses der aktuell vorliegenden Eltern-Kind-Beziehung auf die dysfunktionale Internet- und Computerspielnutzung formuliert. Es wurde angenommen, dass sich Jugendliche, welche eine auffällige oder eine abhängige bzw. dysfunktionale Internet- und Computerspielnutzung aufweisen, in ihrem Beziehungserleben und ihrer Identifikation zu den Eltern von Jugendlichen mit einer unauffälligen Internetnutzung unterscheiden. Zudem wurde angenommen, dass Jugendliche mit einer auffälligen oder abhängigen bzw. dysfunktionalen Internet- und Computerspielnutzung häufiger Verhaltensprobleme, emotionale Probleme, Symptome von Hyperaktivität, Probleme mit Peers und eine geringe Selbstkongruenz aufweisen. Ein Zusammenhang der erlebten Beziehung zu den Eltern auf die emotionalen Probleme und Verhaltensauffälligkeiten, Probleme mit Peers sowie der geringen Selbstkongruenz wurde vermutet. Methodik: 2324 Jugendliche zwischen 11 und 21 Jahren (Durchschnittsalter 15.4 Jahre) wurden mittels der Screeninginstrumente ISS-20, CSAS, EBF-KJ, FIT und SDQ zu ihrer Internet- und Computerspielnutzung sowie der Eltern-Kind-Beziehung und ihren Stärken und Schwächen befragt. Ergebnisse: Innerhalb der Substichprobe der Computerspieler (n = 1763) erleben 4% ihr Spielen als dysfunktional und 8,3% als auffällig. Nach den Abhängigkeitskriterien werden 2,1% als abhängig klassifiziert und 7,8% als auffällig. Innerhalb der Substichprobe der Internetnutzer wurden 0,4% als abhängig identifiziert und 1,3% als auffällig. Zwischen den Nutzergruppen konnten in einigen Bereichen der Eltern-Kind-Interaktion Unterschiede ermittelt werden. Es konnte eine statistisch signifikante negative Korrelation zwischen der erlebten Beziehung zu den Eltern und der dysfunktionalen Internet- und Computerspielnutzung identifiziert werden. Innerhalb der Gruppen ließen sich Unterschiede in Ausprägung der Verhaltensprobleme, Probleme mit Peers, Hyperaktivität und der Selbstkongruenz finden. Mittels eines Strukturgleichungsmodells konnten die theoretisch angenommenen direkten und indirekten Einflüsse der erlebten Beziehung zu den Eltern auf die dysfunktionale Computerspielnutzung teilweise bestätigt werden. Diskussion: Insgesamt erwiesen sich die ermittelten statistisch signifikanten Zusammenhänge als sehr gering bis moderat. Zudem liegt keine Normalverteilung vor, sodass die Nutzergruppen unterschiedliche Probandengrößen aufweisen. Mittels spezifischer statistischer Testverfahren wurde versucht, auf die vorliegenden Bedingungen einzugehen. In der zukünftigen Forschung wäre es dementsprechend wichtig die klinisch relevanten Subgruppen stärker in den Fokus zu setzen.
Subject Headings: Internet gaming disorder
Dysfunktionale Computerspielnutzung
Computerspielabhängigkeit
Internetsucht
Eltern-Kind-Beziehung
Subject Headings (RSWK): Online-Sucht
Computerspiel
Eltern-Kind-Beziehung
URI: http://hdl.handle.net/2003/36868
http://dx.doi.org/10.17877/DE290R-18867
Issue Date: 2017
Appears in Collections:Soziale und Emotionale Entwicklung in Rehabilitation und Pädagogik

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