Biotopverbundplanung mit Least-Cost-Analysen
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Date
2010-09-10
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Abstract
Im Rahmen dieser Arbeit wird die Landschaftskonnektivität innerhalb der Metropole Ruhr
mit Hilfe von Least-Cost-Analysen modelliert. Die Modellergebnisse sind als
naturschutzfachliche Grundlage zur Fortentwicklung des Systems der Regionalen Grünzüge
im Rahmen des künftigen Regionalplanes Metropole Ruhr geeignet. Zentrale Ergebnisse der
Least-Cost-Analysen sind:
- Günstigste Korridore für einen den strukturellen Verbund zusammenhängender
Freiflächen repräsentierenden künstlichen Anspruchstyp „Segers vulgaris“
- Günstigste Korridore für ein Spektrum von 15 unterschiedlichen ökologischen
Anspruchstypen, welche die naturschutzfachliche Zielsetzung eines funktionalen
Biotopverbundes reflektieren
Während die ermittelten Korridore strukturell zusammenhängender Freiflächen den
bestehenden Regionalen Grünzügen entsprechen, weichen die funktionalen
Biotopverbundkorridore erheblich von den Regionalen Grünzügen ab. Abweichungen
bestehen dort, wo Habitatansprüche eher in der angrenzenden Bebauung als innerhalb des
Regionalen Grünzuges erfüllt werden. Die günstigsten Korridore aller ökologischen
Anspruchstypen verlassen die Regionalen Grünzüge in Bereichen großflächiger
Ackernutzung.
Neben der Ableitung von entsprechenden Planungshinweisen werden im Rahmen von
Sensitivitätsanalysen auch methodische Aspekte des Einsatzes von Least-Cost-Analysen zur
Modellierung von Landschaftskonnektivität untersucht. Auf diese Weise werden räumlich
differenzierte Aussagen in Bezug auf den Einfluss der Kalibrierung der Kostensets auf die
Ergebnisse bzw. in Bezug auf der Modellierung innewohnende Unsicherheiten getroffen.
Anhand einer abschließenden Evaluation wird diskutiert, in welchem Maß das Modell die
Anforderungen erfüllt, welche sich aus dem vorgesehenen Einsatz zur Berücksichtigung der
Erfordernisse der strukturellen und der funktionalen Landschaftskonnektivität im Rahmen des
künftiges Regionalplanes Metropole Ruhr ergeben.
Seit Oktober 2009 hat der Regionalverband Ruhr wieder die Aufgabe, einen einheitlichen
Regionalplan für sein Verbandsgebiet aufzustellen. Der künftige Regionalplan Metropole
Ruhr wird gleichzeitig die Funktion eines Landschaftsrahmenplanes haben. Die
Weiterentwicklung des Systems der Regionalen Grünzüge wird eine Hauptaufgabe sein.
Die historische Funktion des Systems der Regionalen Grünzüge bestand in der Überwindung
von negativen städtebaulichen und gesundheitlichen Folgen der Industrialisierung. Heute
strukturieren sie den Agglomerationsraum und dienen als regionales Freiraumverbundsystem
der Erholung der Bevölkerung. Darüber hinaus stellen sie ein regionales
Biotopverbundsystem dar, welches die landesweiten Verbundkorridore entlang des Ruhrtals
und der Lippeaue durch den Ballungsraum hindurch miteinander verknüpfen soll.
Biotopverbundsysteme wie das der Regionalen Grünzüge bilden den konzeptionellen Kern
des Wandels von einem auf den Gebietsschutz beschränkten Naturschutz hin zu einer
flächendeckenden Strategie. Hierbei steht die Landschaftskonnektivität im Fokus. Sie
beschreibt die ökologischen Beziehungen zwischen durch anthropogene Landnutzung
voneinander getrennten Lebensräumen. Bisher erfolgt Biotopverbundplanung in Nordrhein-
Westfalen jedoch nicht auf Basis einer Analyse der Landschaftskonnektivität, sondern nahezu
ausschließlich anhand des naturschutzfachlichen Wertes einzelner Flächen.
Description
Table of contents
Keywords
Biotopverbund, Least-Cost-Analysen, Modellierung, Metropole Ruhr