Synthese und Funktion von Thiostreptonderivaten
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Struktur-Wirkungsuntersuchungen und Zielstrukturaufklärung
Zusammenfassung
Die Thiopeptid-Naturstoffe sind eine Gruppe von strukturell komplexen, makrozyklischen Peptiden,
die sehr hohe Wirkung gegen Gram-positive Bakterien aufweisen. Die potentesten Vertreter stellen
sub-nanomolare Hemmstoffe der GTPase-assoziierten Region des Ribosoms dar. Diese Region ist
für die dynamische Interaktion des Ribosoms mit verschiedenen Proteinfaktoren während des
Translationszyklus essentiell, so dass ihre Inhibierung zum Abbruch des Translationsvorgangs und
Absterben der Bakterien führt. Die Thiopeptidbindestelle der GTPase-assoziierten Region zeichnet
sich strukturell und funktional durch das enge Zusammenwirken von Protein- und RNAKomponenten
aus. Die Thiopeptide wechselwirken hier kooperativ mit dem L11-Protein und mit
der 23S rRNA. Mit dieser Eigenschaft stellen sie eine Besonderheit unter den antibakteriellen
Hemmstoffen dar. Bislang sind nur wenige Beispiele von Inhibitoren bekannt, die gleichzeitig mit
Protein- als auch mit RNA-Komponenten wechselwirken. Die Bindestelle der GTPase-assoziierten
Region des Ribosoms wird derzeit von keinem therapeutisch eingesetzten Antibiotikum ausgenutzt.
Ein detaillierteres Verständnis der Bindeeigenschaften kann daher zur Entwicklung von neuen
ribosomalen Wirkstoffen beitragen.
Beschreibung
Inhaltsverzeichnis
Schlagwörter
Thiopeptide, Thiostrepton, Malaria, Proteasom-Inhibitor, Antibiotika, Biosynthese
