Chemisch-biologische Untersuchungen der Aktivität von Thiopeptidantibiotika an der 70S ribosomalen GTPase-assoziierten Region
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Zusammenfassung
Die Klasse der Thiopeptidantibiotika ist eine Gruppe hochmodifizierter makrozyklischer
Polythiazolylpeptide. Sie zeigen nanomolare antibiotische Aktivität gegen einen Vielzahl
Gram‐positiver Pathogene, wie z.B. den multiresistenten Staphylococcus aureus (MRSA).
Trotz ihrer hochpotenten antibakteriellen Wirksamkeit, wird bisher keines der Thiopeptide
in der Humantherapie eingesetzt. Thiopeptide inhibieren das bakterielle Translationssystem
durch die Störung der 70S ribosomalen GTPase assoziierten Region (GAR).
Thiopeptidantibiotika, mit ihrem berühmtesten Vertreter Thiostrepton (1), binden an einen
konservierten und hoch‐dynamischen Komplex des ribosomalen Proteins L11 (rplK) und der
23S rRNA. Die Beeinflussung der Konformation von L11 führt hierbei entweder zu einer
Blockade oder Stimulierung der Aktivität ribosomaler GTPasen. Die bemerkenswerte
Aktivität gegen eine klinisch bisher ungenutzte, bakterielle Zielstruktur sowie das exakte
Verständnis dieser Kleinmolekül‐RNA‐Protein‐Interaktion war die Triebfeder zur detaillierten
Analyse dieser interessanten und vielversprechenden Naturprodukte.
Beschreibung
Inhaltsverzeichnis
Schlagwörter
Thiopeptidantibiotika, Ribosom, RNA-Protein-Komplex, GTPase-assoziierte Region
