Situiertes Normenverständnis in Bezug auf beispielgebunden ikonische Beweise
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Entwicklungen im Rahmen eines Aushandlungsprozesses im Eingangssemester der nicht-gymnasialen Lehramtsausbildung an der Technischen Universität Dortmund
Zusammenfassung
Im Rahmen dieser Arbeit wurde eine Intervention entwickelt zur Förderung des situierten Verständnisses beweisspezifischer Normen im Eingangssemester der nicht-gymnasialen Lehramtsausbildung an der Technischen Universität Dortmund. Diese wurden im Rahmen dieser Arbeit spezifiziert zu den Normen der Vollständigkeit, der logischen Struktur, der Kohärenz und der Allgemeingültigkeit. Der Fokus lag dabei auf der Betrachtung beispielgebunden ikonischer Beweise, die mit konkreten ikonischen Beispieldarstellungen arbeiten. Die Intervention wurde im Sinne eines Aushandlungsprozesses zwischen Lehrenden und Lernenden gestaltet, welcher zum Ziel hatte, ein möglichst hohes Maß an interpersoneller Übereinstimmung zu erreichen in Bezug auf das situierte Normenverständnis.
Die Analyse der entsprechenden Vorerhebungen auf Lehrendenseite zeigte einen starken Fokus auf die Beweisschritte der Voraussetzung, der Operation und des Endergebnisses, die sich aus der didaktischen Beweiskonzeption operativer Beweise ergeben. In der darauf aufbauenden Intervention auf Lernendenseite diskutierten die Studierenden in Kleingruppen Beweisversuche, welche die Normen im auf Lehrendenseiten etablierten Verständnis verletzen. Gezielte Impulse sollten den Fokus der Diskussion auf die Normen sowie auf die Betrachtung der Beweisschritte lenken.
In einem Mixed-Methods-Design wurden zunächst in einer qualitativen Analyse die intra- und interpersonellen Entwicklungen der Verständnisse in den Kleingruppendiskussionen untersucht. In der quantitativen Analyse der Vor- und Nacherhebung zur Intervention wurde dies abgeglichen mit dem auf Lehrendenseite intendierten Normenverständnis, um Aufschluss darüber zu erhalten, inwieweit das oben beschriebene Ziel der Intervention erreicht wurde und um Ansätze für die Weiterentwicklung der Intervention zu erhalten.
Dabei zeigte sich in den Diskussionen auf Lernendenseite ein situiertes Normenverständnis, welches mit dem auf Beweisschritte fokussierenden Verständnis auf Lehrendenseite übereinstimmt und sich auch quantitativ bestätigen ließ. Eine Fokuslenkung allein auf die Beweisschritte führte dabei jedoch noch nicht zu einem vertieften Verständnis der Normen. Dies wurde in den Diskussionen erst durch die Betrachtung und das Herstellen von Kohärenz und die explizite Einbeziehung der Voraussetzung erreicht. Das Verständnis der Allgemeingültigkeit und der logischen Struktur zeigten sich dabei als komplex strukturierte Konstrukte, die sich aus dem Zusammenspiel verschiedener Kohärenzebenen ergeben. Die Kohärenz selbst wurde in den Diskussionen eigenständig als Norm etabliert.
Beschreibung
Inhaltsverzeichnis
Schlagwörter
Normen, Normenverständnis, generische Beweise, beispielgebundene Beweise, ikonische Beweise, Situiertheit, Aushandlungsprozesse, Hochschuldidaktik
Schlagwörter nach RSWK
Mathematikunterricht, Beweis, Schulübergang, Hochschule, Lehramtsstudent
