Toxikokinetik von östrogenartig wirkenden Industriechemikalien und Phytoöstrogenen
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Date
2001-05-21
Authors
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Universität Dortmund
Abstract
Toxikologische Wirkungen sogenannter "Xenoöstrogene" sind Gegenstand intensiver Diskussionen unter Fachleuten der Wissenschaft und in der Öffentlichkeit. Es besteht prinzipiell Einigkeit darüber, daß solche Stoffe in hohen Dosen in endokrine Regelkreise eingreifen können ("Potential"). Kontrovers diskutiert wird jedoch die Frage, welche Gefährdungen unter realistischen Expositionsszenarios von solchen Stoffen ausgehen ("Potenz"). In der in vivo-Situation ist für die relative biologische Wirksamkeit aufgenommener Stoffe neben deren Rezeptoraffinität ihre Toxikokinetik entscheidend. Um grundlegende toxikokinetische Parameter zu generieren, wurden zunächst analytische Verfahren zur Bestimmung der ausgewählten Xenoöstrogene in biologischem Material etabliert bzw. optimiert. In weiblichen DA/Han Ratten wurde nach Einmalgabe i.v. und p.o. die Toxikokinetik von p-tert-Octylphenol, Bisphenol A und Daidzein untersucht. Aus den Konzentrations-Zeit-Verläufen im Blut nach i.v.-Applikation wurden terminale Halbwertszeiten der Stoffe berechnet. Nach oraler Gabe unterschiedlich hoher Dosen wurden für alle Stoffe die Bioverfügbarkeiten bestimmt. Alle Blutspiegelkurven zeigen mehrgipflige Verläufe, die mit einer enterohepatischen Rezirkulation der Substanzen in Verbindung gebracht werden. Die Substanzen unterliegen alle einem ausgeprägten first-pass-Effekt und werden im Zuge des Phase-II-Metabolismus zu Glucuroniden und Sulfaten umgesetzt. Separate Experimente zeigen ferner, daß p-tert-Octylphenol und Daidzein bzw. deren Konjugate in erheblichem Umfang über die Galle ausgeschieden werden.
Zusammenfassend läßt sich sagen, daß ausgehend von den im Rahmen des Verbundprojektes ermittelten toxikokinetischen Befunden und Literaturdaten für keinen der Prüfstoffe eine ausgeprägte Bioakkumulation zu erwarten ist.
Description
Table of contents
Keywords
Endokrine Disruptoren, Xenoöstrogene, Toxikokinetik, Daidzein, P-tert-Octylphenol, Bisphenol A, Hormone