Hände hoch! – Ergebnisse einer empirischen Studie zur Rolle von Gesten in sozialen mathematischen Erkenntnisprozessen
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Date
2015
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Publisher
Gesellschaft für Didaktik der Mathematik
Abstract
Prozesse der Konstruktion mathematischen Wissens in sozialer Interaktion
lassen sich nach Bikner-Ahsbahs durch die drei kollektiven epistemischen
Handlungen des Sammelns mathematischer Einheiten, des Verknüpfens
dieser Einheiten, und des Sehens mathematischer Strukturen beschreiben
(SVSt-Modell, Bikner-Ahsbahs, 2005). Bisher wurden solche epistemischen
Prozesse vor allem auf Basis sprachlicher Äußerungen untersucht. Soziale
Interaktionen bestehen jedoch aus weitaus mehr als nur aus Sprache allein.
Eine Berücksichtigung der nicht-sprachlichen Mittel kann somit zu einem
besseren Verständnis sozialer Lernprozesse führen. Gesten scheinen eine
besondere Rolle spielen, wenn mathematisches Wissen noch nicht explizit
zugänglich ist (siehe z.B. Arzarello & Edwards, 2005). Diesem Ansatz folgend
beschäftigte sich das hier vorgestellte Promotionsprojekte (gefördert
von der Zentralen Forschungsförderung der Universität Bremen) mit der
Frage, wie Gesten zu Prozessen mathematischer Wissenskonstruktion in
sozialer Interaktion beitragen können, um Bikner-Ahsbah‘ bestehende
Theorie epistemischer Prozesse um eine semiotische Perspektive zu erweitern.
Dieser Beitrag stellt einige Ergebnisse des Projektes zusammengefasst
dar. Es wurden folgende Teilfragen gestellt:
- Wie tragen Gesten in sozialen Prozessen mathematischer Wissenskonstruktion
dazu bei mathematische Objekte darzustellen? Wie
spielen sie hierbei mit Sprache und Inskriptionen zusammen?
- Wie tragen Gesten dazu bei epistemisch zu handeln? Welche förderlichen
Arten des Gestengebrauchs lassen sich feststellen?