Diagnostische Prozesse und Ressourcen von Mathematiklehrpersonen
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Date
2014
Authors
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Publisher
Gesellschaft für Didaktik der Mathematik
Abstract
Im Unterricht gibt es zahlreiche Situationen, in denen diagnostische Tätigkeiten von Lehrkräften notwendig sind und verschiedene Kompetenzen erfordern. Schrader (2006) definiert diagnostische Kompetenz als die „Fähigkeit eines Urteilers, Personen zutreffend zu beurteilen“ (ebd., S. 95). Im Mathematikunterricht bezieht sich Diagnose neben der Beurteilung von Personenmerkmalen auch auf die Einschätzung von Lern- und Aufgabenanforderungen (z.B. Brunner et al., 2011). Während die Bedeutung diagnostischer Kompetenz für den Mathematikunterricht als hoch eingestuft wird (Helmke et al., 2004; Anders et al., 2010), wird Lehrkräften eine unzureichende Ausbildung diagnostischer Kompetenz bescheinigt (Krauss & Brunner, 2011). Als Indikator diagnostischer Kompetenz dient dabei häufig die Genauigkeit eines Urteils (Veridikalität). Allerdings bestehen noch Wissenslücken im Hinblick auf die Struktur und die Genese diagnostischer Urteile, ein empirisch fundiertes und überprüftes Modell diagnostischer Kompetenz fehlt bislang (Schrader, 2011; Anders et al., 2010).