Blindseilgeometrie

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Gesellschaft für Didaktik der Mathematik

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Eine Gruppe von 8-10 Personen mit verbundenen Augen. Ein langes Seil. Und eine Geometrieaufgabe, die zu lösen ist: Wie lässt sich ein Seil in Form eines möglichst großen Sechsecks ablegen – ohne dabei die Augen zu benutzen? Die Idee zur Blindseilgeometrie stammt ursprünglich vom Interaktionsspiel "Seilquadrat", welches in der Pädagogik bekannt ist (siehe z.B. Reiners 2004, S. 112). In diesem Spiel werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit verbundenen Augen an einem an den Enden zu einem Ring verknoteten Seil platziert und erhalten die Aufgabe, mit dem Seil ein Quadrat zu bilden. Sie erreichen dies durch Sprechen mit anderen Teilnehmern, indem sie zunächst herausfinden, wie sie zueinander stehen, um sich und das Seil anschließend in die richtige Form zu bringen. Auf diese Weise sollen neben einer Veränderung der Wahrnehmung Kommunikation und Kooperation in der Gruppe geschult werden. Die Präzision des Quadrats wird beim "Seilquadrat" jedoch nur durch Schätzen erreicht. Die Blindseilgeometrie erweitert dieses Konzept, indem die geometrischen Objekte nicht nur ungefähr ausgelegt, sondern durch die Nutzung ihrer mathematischen Eigenschaften möglichst präzise konstruiert werden sollen. Wie in der unten vorgestellten Lösung deutlich wird, unterscheidet sich diese Art der Konstruktion von der üblichen Zirkel-und-Lineal-Konstruktion in gewisser Hinsicht. Der Schwerpunkt der Blindseilgeometrie bleibt jedoch, wie beim Seilquadrat, ein pädagogischer, sie bietet darüber hinaus jedoch einen ungewöhnlichen neuen Blickwinkel auf die Geometrie.

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