Altersgerechte Stadtentwicklung
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Date
2011-03-09
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Abstract
Der demographische Wandel führt zu einem Anstieg des Anteils älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung
und lässt Fragen einer altersgerechten Gestaltung der Städte und ihrer Quartiere an Bedeutung gewinnen. Was
eine altersgerechte Stadtentwicklung ausmacht, welche Akteure hierfür verantwortlich sind und wie sich deren
Handeln beschreiben und erklären lässt, sind zentrale Forschungsfragen dieser Arbeit. Für ihre Bearbeitung wird
eine aufgaben- und akteursorientierte Vorgehensweise entwickelt, mit der Akteure und ihr Handeln untersucht
werden können. Den theoretischen Rahmen hierfür legen die analytische Governance-Perspektive, der analytische
Ansatz des akteurszentrierten Institutionalismus sowie Modelle und Erkenntnisse aus der akteurstheoretischen
Soziologie.
Der ausgewählte Forschungsansatz erfordert eine Auseinandersetzung mit den Aufgaben einer altersgerechten
Stadtentwicklung, die über die vier Handlungsfelder ‚Wohnen‘, ‚Unterstützung und soziale Integration‘, ‚Öffentlicher
Raum und Mobilität‘ sowie ‚Nahversorgung‘ operationalisiert wird. Basis hierfür sind insbesondere Erkenntnisse
aus der ökologischen Gerontologie zu den Wechselwirkungen zwischen der baulichen und sozialen Umwelt
und dem Leben älterer Personen, der sozialwissenschaftlichen Altersforschung zu den Charakteristika und den
Lebenslagen der ausdifferenzierten Lebensphase Alter sowie Studien und Modellvorhaben, die sich mit den Ansprüchen
und Anforderungen älterer Menschen an die Stadtentwicklung auseinandergesetzt haben.
Die Handlungsfelder werden durch unterschiedliche Rahmenbedingungen geprägt, die in Form von formellen
Institutionen und prägenden Entwicklungstrends herausgearbeitet werden. Die Rahmenbedingungen dienen der
Identifikation von relevanten Akteuren, bieten Erklärungsansätze für ihr Handeln und erlauben eine Einordnung
der Fallstudienergebnisse.
Kern der Dissertation ist die empirische Untersuchung von Akteursaktivitäten im Untersuchungsraum Bielefeld
mit Hilfe eines offenen und qualitativen Forschungsansatzes. Die definierten Handlungsfelder und Aufgaben
dienen hierbei als zentrale Aufmerksamkeitsdirigenten. Auf Basis von Dokumentenanalysen und leitfadengestützten
Interviews mit Expertinnen und Experten werden die vor Ort aktiven Akteure und ihre Handlungsansätze
untersucht. Der Schwerpunkt der Bielefeld-Fallstudie liegt dabei auf den Handlungsfeldern ‚Wohnen‘ sowie ‚Unterstützung
und soziale Integration‘, in denen ausgewählte Akteure und ihre Aktivitäten vertiefend betrachtet
werden. Die zentralen Ergebnisse der Fallstudie werden gegliedert nach den Akteursgruppen Kommune, Wohnungswirtschaft
und soziale Dienstleister aufbereitet. Nach einer Diskussion der Ergebnisse hinsichtlich ihrer
Übertragbarkeit, bilden sie die Grundlage für die Formulierung von Empfehlungen an die drei genannten
Akteursgruppen. Als generelles Ergebnis ist festzuhalten, dass viele private und öffentliche Akteure auf eine
altersgerechte Stadtentwicklung Einfluss nehmen und dabei zwar von gesetzlichen Vorgaben und prägenden
Trends, etwa auf dem Wohnungs- oder Pflegemarkt, abhängig sind, sich in den Handlungsfeldern einer altersgerechten
Stadtentwicklung jedoch erhebliche Spielräume bieten. Handlungsorientierungen, Handlungsressourcen,
interne Strukturmerkmale und die für einen Akteur tätigen Einzelpersonen lassen sich als relevante
akteursspezifische Einflussfaktoren benennen.
Den Abschluss der Arbeit bilden eine zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen, ein Resümee zur
Anwendung des akteurs- und aufgabenbezogenen Ansatzes sowie die Formulierung weiteren Forschungsbedarfs.
Description
Table of contents
Keywords
Alter, Wohnen, Planungstheorie, Governance, akteurzentrierter Institutionalismus, Stadtentwicklung, demographischer Wandel