Belastungsfaktoren und Handlungsstrategien nach Resektionen von Mundhöhlenkarzinomen
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Date
2002-08-01
Authors
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Publisher
Universität Dortmund
Abstract
Die Erkrankung an Mundhöhlenkarzinomen bedeutet für betroffene Patienten häufig massive Funktionsverluste und Veränderungen ihrer bisherigen Lebensweise.Funktionsstörungen und Auffälligkeiten ergeben sich bei den Abläufen der Nahrungsaufnahme, des Sprechens und beim äußeren Erscheinungsbild. Als zusätzliche Belastung für den Patienten tritt die Grunderkrankung Krebs hinzu. Die vorliegende Untersuchung verfolgte das Ziel, Belastungsfaktoren und deren Bedeutung, die sich aus dieser Erkrankung für die Betroffenen ergeben, zu erheben. Um die subjektiven Bedeutungsstrukturen hervorzuheben, wurde als Erhebungsinstrument das narrative Interview eingesetzt. Insgesamt wurden 14 Interviews mit 6 Frauen und 8 Männern geführt. Die Auswertung erfolgte nach inhaltsanalytischen Kriterien. Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass es sich bei der Erkrankung an Mundhöhlenkarzinomen um ein lebensveränderndes Ereignis handeln kann.Die Verarbeitung dieses Ereignisses kann somit auch als längerfristiger Prozess betrachtet werden. Als Auswirkung der Funktionsverluste begleiten insbesondere Ängste, Unsicherheiten, Scham und Trauer die Patienten. Vermeidungsverhalten und Isolierungstendenzen treten als häufige Konsequenz auf die erlittene Schädigung auf. Starke Beziehungsgeflechte einerseits, aber auch aktives Verhalten und Selbstbewusstsein scheinen die Verarbeitung günstig zu beeinflussen. Auf Grund der Bedeutungsstärke der psychosozialen Faktoren bei schwerwiegenden Erkrankung bzw. chronischen Defektzuständen, ergibt sich somit für therapeutische Handlungskonsequenzen eine stärkere Berücksichtigung dieser Faktoren. Die Berücksichtigung der Individualität einer jeden Krankengeschichte sollte hierbei als zusätzliches Kriterium wesentlich sein.
Description
Table of contents
Keywords
Psychosoziale Belastung, Lebensveränderung, Emotionale Verarbeitung, Psychosoziale Konsequenzen, Therapeutische Relevanz