Emanzipation durch mathematische Bildung - eine Illusion?

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2015

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Gesellschaft für Didaktik der Mathematik

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Diskurse zum Sinn und Zweck des Mathematikunterrichts beziehen sich in der Mathematikdidaktik in der Regel auf den Bildungsbegriff der Aufklärung (vgl. Winter 1995; Heymann 1996). Mathematikunterricht wird dort legitimiert als Beitrag zur Emanzipation des Einzelnen mit dem Ziel einer eigenverantwortlichen und rational begründeten Lebensführung. Mathematik bietet sich dafür an als praktische Fähigkeit, aber auch als „Orientierung“ in der Welt, als „Verstärker des Alltagsdenkens“ und als kulturelles Bindemittel (Heymann 1996). Inwieweit solche normativen Konzeptionen mathematischer Bildung beschreiben können, was tatsächlich im Unterricht geschieht, ist jedoch fraglich, hat die pädagogische Idealisierung mathematischer Bildung die gängige Praxis doch gerade nicht im Blick – oder wenn, dann nur als mangelhafter Zwischenhalt zum Bildungsideal. Einen kritischeren und näher an der gegenwärtigen Praxis orientierten Blick auf mathematische Bildung wagen sozialkritische Beiträge, die oft soziologisch inspiriert sind. Im Folgenden soll die Bedeutung solcher Beiträge für das Ideal einer Emanzipation durch mathematische Bildung diskutiert werden.

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