Identifizierung geeigneter Flächen für Hochwasserrückhaltebecken und Versiegelungsverbotszonen: Eine GIS-basierte Analyse im Ahrtal
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Date
2022-08-01
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Die folgenschwere Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 verdeutlicht die Notwendigkeit zur Verbesserung der Hochwasser- und Überflutungsvorsorge in den betroffenen Regionen des Ahrtals. Ziel der Arbeit ist es, unter Verwendung einer multikriteriellen Bewertungsmethodik auf regionaler Maßstabsebene, potentielle Standorte für Hochwasserrückhaltebecken und Versiegelungsverbotszonen zu identifizieren. Durch eine Erhöhung der Wasserspeicherkapazitäten in der Landschaft und eine Reduzierung der weiteren Versiegelung in hochwassergefährdeten Bereichen sollen bei zukünftigen Starkregenereignissen die Schäden in den betroffenen Regionen des Ahrtals minimiert
werden. Die angewandte Methodik stützt sich auf kriterien- und indikatorenbasierte Analysen mit einem Geo-Informationssystem (GIS) und einer mathematischen Optimierung mittels Compromise Programming (CP). Dies dient der transparenten und nachvollziehbaren Kompromisslösung verschiedener Belange. Die Gewichtungen der einzelnen gewählten Kriterien und Indikatoren basieren auf Erkenntnissen einer Feldforschung im März 2022 und auf dem Fachwissen von Expert:innen unter Verwendung der Gewichtungsmethode Analytic Hierarchy Process (AHP). Im Zuge der Feldforschung konnten die ermittelten Flächen hinreichend überprüft werden. Insgesamt konnten zwölf Standorte für Hochwasserrückhaltebecken, welche eine Fläche von 150 ha aufweisen, sowie acht potentielle Versiegelungsverbotszonen mit einer Fläche von 57,78 ha identifiziert werden. Die Diskussion zu den Analyseergebnissen und den ermittelten Flächen kann beispielsweise als Abwägungsgrundlage bei der Verbesserung der Hochwasservorsorge dienen. Des Weiteren stellt die konzipierte Bewertungsmethodik ein reproduzierbares Schema für die Standortsuche der gewählten Hochwasser- und Starkregenvorsorgemaßnahmen in vergleichbaren Regionen dar.