Stadtentwicklung
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Item Die Steuerung der Siedlungsentwicklung(2025) Eichhorn, Sebastian; Siedentop, Stefan; Diller, ChristianDie vorliegende kumulative Dissertation untersucht die Wirksamkeit regionalplanerischer Steuerungsansätze zur nachhaltigen Flächennutzung in Deutschland und leistet einen Beitrag zum bislang begrenzt erforschten Bereich quantitativer Mess- und Evaluationsmethoden im deutschen Kontext. Es wird analysiert, wie Mess- und Evaluationsmethoden dazu beitragen können, die Zielsetzungen und Wirkungen der Regionalplanung messbar zu machen und die Effektivität und Effizienz bei der Umsetzung regionalplanerischer Aufgaben zu unterstützen. Mithilfe eines Mehrebenen-Regressionsansatzes wird die Wirksamkeit regionalplanerischer Steuerungsansätze auf die Entwicklung von Wohnbauflächen analysiert. Dabei werden sowohl der Einfluss der regionalplanerischen Regulierung als auch der von Interessengruppen und weiteren Kontextfaktoren betrachtet. Auf Grundlage des Konzepts des Transit-Oriented Development (TOD) und des Node-Place-Ansatzes wird der regionalplanerische Steuerungsansatz zur Ausrichtung der Siedlungsentwicklung auf den ÖPNV untersucht. Es kommt eine ex-ante Analyse zum Einsatz, mit der Haltepunkte des schienengebundenen Regionalverkehrs hinsichtlich ihrer Eignung für eine bauliche Entwicklung bewertet und klassifiziert werden, um eine integrierte Siedlungs- und Verkehrsentwicklung zu fördern. Mit Hilfe einer ex-post Analyse wird der regionalplanerische Steuerungsansatz zum Vorrang der Innen- vor Außenentwicklung untersucht. Anhand kleinräumiger flächendeckender Geodaten wird die Wohnbautätigkeit in Deutschland über einen Zeitraum von über 30 Jahren nach Innen- und Außenentwicklung klassifiziert und quantifiziert sowie in Bezug auf räumliche Trends und soziodemografische, siedlungsstrukturelle und planerische Einflussfaktoren tiefergehend analysiert. Neben der Analyse bestehender regionalplanerischer Steuerungsansätze zeigt die Dissertation auf, dass methodische und technologische Innovationen in der Raum- und Wirkungsanalyse – wie die entwickelten Mess- und Evaluationsmethoden – entscheidende Beiträge zur Förderung einer ressourcenschonenden Regionalentwicklung leisten können. Die Dissertation zeigt, wie Mess- und Evaluationsmethoden eine daten- und evidenzbasierte Raumplanung unterstützen können, die langfristige Nachhaltigkeitsziele mit objektiven und validen Datengrundlagen verknüpft.Item Unfallgeschehen von Pedelecs und konventionellen Fahrrädern im Vergleich(2025) Panwinkler, Tobias; Scheiner, Joachim; Gerlach, JürgenUnsere Gesellschaft steht aktuell vor großen Herausforderungen. Um sich Themen wie dem Klimawandel und dem Demographischen Wandel zu stellen, werden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten grundsätzliche Veränderungen notwendig sein. Ein zentraler Bereich ist hierbei die Mobilität. Hier setzt diese Dissertation an und untersucht, wie es um die Verkehrssicherheit eines neuen Verkehrsmittels steht, das das Potential hat, einen Beitrag zu einem zukunftsfähigen Mobilitätsangebot zu leisten: dem Pedelec 25, einem Fahrrad mit elektrischem Hilfsmotor. Die zentrale Fragestellung dazu lautet: „Welche Strukturen und Besonderheiten weist das Unfallgeschehen von Pedelecs 25 auf und inwiefern unterscheidet es sich von jenem der konventionellen Fahrräder?“. Zur Beantwortung wird die Frage in Teilfragen zerlegt, die in drei peer reviewed Papers beantwortet werden. In der Rahmen-schrift werden diese miteinander verbunden und darauf basierend die zentrale Frage ab-schließend beantwortet. Zusammengefasst wird in der Dissertation gezeigt, dass Unfälle unter Beteiligung eines Pedelecs 25 im Durchschnitt schwerer sind als jene konventioneller Fahrräder. Zudem konnten eigene Schwerpunkte (Alleinunfälle, Außerorts-Unfälle, Unfälle älterer Nutzender) im Unfallgeschehen dargestellt werden. Pedelec-spezifische Ursachen konnten beschrieben (schwere Veletzungen insbesondere zu erwarten bei Ursachen, die sich auf Nutzende oder Straßengestaltung beziehen sowie auf Gefällstrecken oder bei technischen Defekten) und spezifische räumliche Muster mit entsprechenden Schwerpunkten dargestellt werden (Regionen mit erheblichen Höhenunterschieden, touristischer Nutzung sowie ländliche Regionen). Dazu werden geeignete Maßnahmen beschrieben, die das Potential haben diese Risken soweit zu reduzieren, dass der positive Nutzen und – last but not least – der Spaß am Radfahren überwiegen.Item Mobilitätsverhalten und -einstellungen als Determinanten oder Effekte der Raumstruktur am Wohnort(2024) Schimohr, Katja; Scheiner, Joachim; Heinen, Eva; Lanzendorf, MartinIn der Verkehrsforschung wurde bereits hinreichend beobachtet, dass ein Zusammenhang zwischen Raumstruktur und Mobilitätsverhalten besteht. Bewohner*innen urbaner Quartiere nutzen häufiger aktive Modi und den ÖPNV, während Bewohner*innen suburbaner oder ländlicher Gebiete stärker auf den Pkw angewiesen sind. Doch nach wie vor stellt sich die Frage, inwiefern diese Unterschiede direkt auf die gebaute Umwelt oder auf einen Effekt residenzieller Selbstselektion zurückzuführen sind. Die vorliegende Untersuchung befasst sich mit dieser Fragestellung anhand einer Panelerhebung unter umziehenden Haushalten in Deutschland, die vor sowie nach ihrem Umzug zu ihrem Quartier, Mobilitätseinstellungen und Mobilitätsverhalten befragt wurden. Die Analyse geht in drei Schritten vor und untersucht folgende Aspekte: 1. Die Bedeutung residenzieller Dissonanz bei der Motivierung von Umzugsentscheidungen, 2. Die Rolle von Wegedistanzen bei Wohnstandortentscheidungen, sowie 3. Der Einfluss von Mobilitätseinstellungen auf die Wohnstandortwahl und Änderungen in Mobilitätseinstellungen und -verhalten nach dem Umzug. Methodisch bedient sich die Arbeit Regressionsmodellen und Strukturgleichungsmodellen. Die Analyse deutet darauf hin, dass Zusammenhänge zwischen Mobilitätseinstellungen und Umzugs- sowie Wohnstandortentscheidungen vorhanden, aber schwach ausgeprägt sind: Residenzielle Dissonanz hat keinen nachweisbaren Einfluss auf die Entwicklung eines Umzugswunsches. Residenzielle Selbstselektion ist nur indirekt im Sinne einer Präferenz für urbane oder weniger urbane Wohnlagen zu beobachten. Während diese Präferenz in Verbindung mit Mobilitätseinstellungen steht, scheinen sich Mobilitätseinstellungen nicht direkt auf die Wohnstandortwahl auszuwirken. Der Zusammenhang zwischen urbanen Raumstrukturen und einer höheren Nutzung von aktiven Modi, auch indirekt über kürzere Wegedistanzen vermittelt, bestätigt sich auch in dieser Untersuchung bei der Betrachtung von Mobilitätsänderungen nach dem Umzug. Umgekehrt steigen nach Umzügen in weniger urbane Wohnlagen die ÖPNV und die Pkw-Nutzung. Mobilitätseinstellungen stellen sich als auffallend stabil dar und werden durch die Veränderung der Raumstruktur nach einem Umzug nur eingeschränkt im Sinne residenzieller Determination beeinflusst. So sind keine systematischen Änderungen in den Einstellungen gegenüber dem Pkw, ÖPNV und Radverkehr zu beobachten. Die Einstellungen gegenüber dem Fußverkehr verbessern sich hingegen tendenziell nach Umzügen in urbanere Gebiete. Weiterhin werden der verwendete Datensatz sowie die Untersuchungsmethodik kritisch diskutiert. Aufbauend auf den Erkenntnissen sowie den Einschränkungen der Analyse werden Schlussfolgerungen für die Forschung und die Planungspraxis formuliert: Zur Förderung nachhaltiger Mobilität in urbanen Wohnorten sind einerseits Maßnahmen sinnvoll, die sich auf die Einstellungen dissonanter urbaner Bewohner*innen fokussieren und andererseits die Einschränkung der Rahmenbedingungen für die Pkw-Nutzung inklusive des Parkens. Eine weitere Handlungsempfehlung besteht in der Erschließung weniger urbaner Wohnlagen mit Infrastrukturen für Alternativen zum Pkw, insbesondere mit dem ÖPNV. Zusätzlich besteht aus verkehrsplanerischer Sicht ein verstärkter Bedarf an Wohnraum in urbanen Lagen. Weiterer Forschungsbedarf ergibt sich insbesondere in der Berücksichtigung zusätzlicher räumlicher Perspektiven: Einerseits ist die Bestimmung des relevanten Bezugsrahmens für residenzielle Selbstselektion essentiell für zukünftige Untersuchungen. Andererseits kann die Betrachtung von Regionen mit weniger angespannten Wohnungsmärkten die Ergebnisse dieser Untersuchung ergänzen. Auch die Durchführung von Befragungen mit mehreren Befragungswellen nach dem Umzug kann weiterführende Einblicke in die untersuchte Thematik liefern.Item Why perceptions matter – Interaktion zwischen gebauter Umwelt, individuellen Einstellungen und Mobilitätsverhalten im urbanen Quartier mit dem Fokus auf wahrgenommene Erreichbarkeit(2024) Vlugt, Anna-Lena van der; Scheiner, Joachim; Wittowsky, DirkDas übergeordnete Ziel und die Leistung der vorliegenden Dissertation liegen in der Untersuchung der Vielfältigkeit von Erreichbarkeiten und deren subjektiver Wahrnehmung. Durch die Wahl eines Multi-Methoden-Ansatzes und der integrierten Analyse der objektiven und wahrgenommenen fußläufigen Erreichbarkeit in Zusammenhang mit dem realisierten Mobilitätsverhalten, verknüpft die vorliegende Dissertation die Perspektiven der Verkehrsforschung und -planung mit der sozialpsychologischen Perspektive. So können kleinräumige Erreichbarkeitsanalysen erweitert und ein besseres Verständnis des Ursachen- und Wirkungsgefüges von Raumstrukturen, individueller Wahrnehmung und Mobilität ermöglicht werden. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurden die Zielgruppen der Menschen ab 65 Jahren sowie Familien mit Kindern unter 15 Jahren hinsichtlich ihrer wahrgenommenen fußläufigen Erreichbarkeit in zwei urbanen Quartieren in den Hamburger Stadtteilen Bahrenfeld und Barmbek-Nord untersucht. Die empirischen Bausteine der vorliegenden Arbeit umfassen eine kleinräumige Bestandsaufnahme und eine quantitative Personenbefragung, inklusive einem Wegetagebuch, in den ausgewählten Untersuchungsräumen. Die vorliegende Arbeit leistet mit ihren Ergebnissen einen wichtigen Beitrag für die Erreichbarkeitsforschung, indem sie aufzeigt, wie Wahrnehmungen der Erreichbarkeit erfasst, operationalisiert und analysiert, wie Determinanten der wahrgenommenen Erreichbarkeit identifiziert und in ein planungspraktisches Tool übersetzt werden können. Die Arbeit erweitert demgemäß die wissenschaftliche und planungspraktische Perspektive auf die Erreichbarkeitsforschung und -planung, unterstützt langfristig eine inklusive und fußgängerfreundliche Stadtplanung und kann einen Beitrag zu Erkenntnissen von Wirkmechanismen zur Nutzungsverlagerung vom Pkw hin zum ÖV, Fahrrad und dem Zufußgehen leisten, immer vor dem Hintergrund: Why and how perceptions matter!Item Erhebungsmethodik und Datensatzbeschreibung einer Panelbefragung von Umziehenden im Projekt Stawal(2024-11-18) Schimohr, Katja; Huber, Oliver; Scheiner, JoachimItem Ansatzpunkte für eine Mobilitätstransformation in Stadt und Umland(2024-07) Allert, Viktoria; Böhme, Uwe; Gödde, Jan; Krasilnikova, Nadeszda; Nikscha, Fabian; Ruhrort, Lisa; Scheiner, JoachimItem Arrival neighbourhoods as spaces of integration?(2024) Hans, Nils; Siedentop, Stefan; Schmiz, AntonieBuilding on scientific debates on the function of ethnically segregated urban neighbourhoods, this thesis spotlights newcomers’ arrival processes. Using the traditional arrival neighbourhood Dortmund-Nordstadt as an example, it analyses the everyday practices of newcomers and established migrants in accessing and sharing arrival-specific resources as well as the spaces in which encounters and resource exchanges take place. The thesis, which is based on three sub-studies, shows that certain arrival infrastructures and brokering practices located in arrival neighbourhoods can play a key role in facilitating newcomers’ access to resources. Alongside the many formal (municipal and civil society) advisory and support institutions, this study revealed that access to resources is often gained through social connections established in non-formal semi-public spaces, such as cafés, shops and service facilities or places of worship. Established migrants in these semi-public spaces often act as arrival brokers, significantly contributing to a newcomer’s arrival process. These findings demonstrate that traditional arrival neighbourhoods offer a variety of resource access opportunities for newcomers. These result from the existence of a vast range of knowledge and experience shared by a very diverse local population, as well as from a wide range of arrival-related infrastructures which, beyond their primary functions, offer opportunities for exchange and access to social networks. By highlighting the relevance of non-formal infrastructures and brokering practices at the local level, this thesis contributes to a better understanding of the role of place for migrant arrival.Item Mobile Arbeit als Nischeninnovation für nachhaltige Mobilität: Eine sozio-räumliche Betrachtung(2023) Krasilnikova, Nadezda; Levin-Keitel, Meike; Othengrafen, FrankDiese Dissertation ist kumulativ; ihr Kern besteht aus drei Studien, die wissenschaftliche Publikationen ergeben. Ziel der Dissertation ist es, die Potenziale mobiler Arbeit für eine nachhaltige Mobilität aus einer sozio-räumlichen Perspektive zu untersuchen. Theoretisch basiert die Arbeit auf drei Grundlagen: dem relationalen Raumverständnis (Läpple 1991; Sturm 2000), dem Mehrebenenmodell sozio-technischer Transformation (Geels 2002) und dem Quadruple-Helix-Ansatz (Carayannis & Campbell 2010). Empirie beruft auf dem suburbanen Raum der Region Hannover. Um das Forschungsziel zu erreichen, wurden eine konzeptionelle und zwei empirische Studie herangezogen. Die konzeptionelle Studie fokussiert vor allem auf die systematische Typisierung von Co-Working-Spaces hinsichtlich ihrer sozio-räumlichen Voraussetzungen und Auswirkungen auf suburbane und ländliche Räume. Die erste empirische Studie untersucht mit Hilfe eines Mixed-Methods-Designs die Potenziale mobiler Arbeit im Kontext nachhaltiger Mobilität in Burgwedel, einer Gemeinde in der Region Hannover, in der mehrere Unternehmen angesiedelt sind. Dazu wurden Interviews mit Unternehmen (n=10) und eine Online-Befragung mit Beschäftigten (n=367) durchgeführt. Die zweite empirische Studie beschäftigt sich mit innovativen Kooperationsprozessen unterschiedlicher Akteure und thematisiert die Rolle der Kommunalverwaltung in der Mobilitätswende. Dazu wurden zwei Fokusgruppen in Seelze und Neustadt am Rübenberge in der Region Hannover durchgeführt. Als Ergebnis der Dissertation kann festgehalten werden, dass mobiles Arbeiten raumsensibel ist und Potenziale für nachhaltige Mobilität gesteuert werden sollten.Item Stadtstruktur, Wohnstandortwahl und Alltagsmobilität(2024-05) Frank, Susanne; Gerwinat, Verena; Scheiner, Joachim; Schimohr, Katja; Wismer, AnnikaItem Funktionale Entmischung und gewerbliche Gentrifizierung in der reurbanisierten Stadtregion(2024-04) Heider, Sebastian; Siedentop, StefanIn diesem Working-Paper werden die Ergebnisse einer breit angelegten Analyse der deutsch- und englischsprachigen Fachliteratur zu Themen der industriellen Verdrängung und gewerblichen Gentrifizierung vorgestellt. Die Analyse erfolgte im Rahmen des DFG geförderten Forschungsvorhabens „The Big Sort. Funktionale Entmischungsprozesse in der reurbanisierten Stadtregion“, welches seit Januar 2023 an der TU Dortmund (Fakultät Raumplanung, Fachgebiet Stadtentwicklung) bearbeitet wird. Thematisiert werden Fragen des Verständnisses von gewerblicher Verdrängung, anzutreffende Erscheinungsformen dieses Phänomens, Methoden und Techniken der empirischen Forschung, relevante ursächliche Faktoren sowie soziale und ökonomische Wirkungen auf Ebene von Quartieren, Kommunen und Stadtregionen.Item Von der Erreichbarkeitsexplosion zur Mobilitätsarmut(2024-02) Scheiner, Joachim; Hölzel, David; Hülz, Martina; Mattioli, GiulioDie wissenschaftliche und politische Diskussion um die Auswirkungen von eingeschränkter Erreichbarkeit und Mobilität auf soziale Teilhabe ist im Kontext von sozialen und sozialräumlichen Ungleichheit in Mobilität und Erreichbarkeit entstanden. Der Beitrag führt in die entsprechende (wissenschaftliche) Diskussion ein. Zunächst wird das Phänomen der Mobilitätsarmut in den Kontext der extremen Zunahme an Mobilität und Erreichbarkeit im 20. Jahrhundert gestellt. Wir argumentieren, dass in der Diskussion um Grunddaseinsfunktionen die Mobilität in den Rang eines Grundbedürfnisses "erhoben" wurde und damit das Daseinsvorsorgeprinzip der Erreichbarkeit durch räumliche Nähe in den Hintergrund gerückt ist. Um Ungleichheiten zu reduzieren und für alle eine angemessene Teilhabe zu ermöglichen, sollten sich Raum- und Verkehrsplanung an den Prinzipien der Gerechtigkeit und Suffizienz orientieren, nicht an der Nutzenmaximierung. Dies bedeutet, dass bei planerischen Entscheidungen zunächst stets der Nutzen für die am wenigsten Privilegierten im Mittelpunkt stehen sollte, etwa für diejenigen, die unter Erreichbarkeits- oder/und Mobilitätsarmut leiden. Suffizienz in der Mobilität bedeutet, dass die staatliche Vorsorge sich auf die Gewährleistung der Befriedigung von Grundbedürfnissen beschränken soll. Nach dieser normativen Diskussion werden Grundkonzepte (Dimensionen, Indikatoren, Risikofaktoren) zur Untersuchung erreichbarkeits- und mobilitätsbezogener Exklusion sowie beispielhafte empirische Studien vorgestellt. Aus der Diskussion werden Schlussfolgerungen vor dem Hintergrund gegenwärtiger Verkehrspolitik gezogen.Item Indikatoren für Berufpendelanalysen(2010-06) Guth, Dennis; Holz-Rau, Christian; Maciolek, MarkusDas seit März 2008 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) geförderte Forschungsprojekt „Räumliche Erreichbarkeiten und die Dynamik der Pendlerverflechtungen in Deutschland und der Schweiz, 1970-2005“ zielt auf eine räumlich differenzierte Analyse der Pendlermobilität seit den 1970er Jahren. Methodische Grundlage dieses Projekts bilden Indikatoren der raumbezogenen Pendlerforschung, die eine Abschätzung der Berufsverkehrsentwicklung im Zeitverlauf ermöglichen. Das vorliegende Arbeitspapier diskutiert die Anwendung zentraler Kennziffern anhand des Beispiels von Nordrhein-Westfalen. Weiterer Gegenstand dieses Beitrags ist eine Erläuterung der relevanten Datenquellen des Forschungsprojekts (Pendlerdaten der Volkszählungen sowie der Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit). In diesem Zusammenhang wird auf typische Schwierigkeiten bei der Analyse zeitlicher Entwicklungen des Berufsverkehrs eingegangen, die insbesondere aus den unterschiedlichen Erfassungskonzepten der Daten resultierenItem Generationsübergreifende Mobilitätsbiografien - Soziodemografische Analyse der Erhebung(2014-01) Döring, Lisa; Albrecht, Janna; Holz-Rau, ChristianIn der letzten Dekade hat sich in der Mobilitätsforschung ein starkes Interesse an Mobilitätsbiografien entwickelt. An der TU Dortmund wurden in den Jahren 2007 bis 2012 wesentliche mobilitätsbiografische Elemente von Studierenden der Raumplanung, ihren Eltern und Großeltern quantitativ erhoben. Mit diesem Datensatz sind im Rahmen des DFG-Projektes „Mobility Biographies: A Life-Course Approach to Travel Behaviour and Residential Choice“ Analysen zu Lebenslauf-, Sozialisations- und Kohorteneffekten in Verkehrshandeln und Wohnstandortwahl geplant. Das Ziel dieses Arbeitspapieres ist es, den Datensatz soziodemografisch zu beschreiben und Besonderheiten und Gemeinsamkeiten im Vergleich zu nationalen Daten zu erfassen. Es gibt einen Überblick über den Rücklauf nach Personengruppe und Erhebungsjahr, das Vorhandensein persönlicher Bezugspersonen im Datensatz (für Sozialisationseffekte wichtig), die Altersstruktur, Geburtsjahre, Bildung, Erwerbstätigkeit sowie die Staatsangehörigkeit der Befragten. Wie durch das Befragungsdesign erwartet, repräsentieren die Befragten nicht bundesdeutsche Durchschnittswerte oder Verteilungen. Generelle gesellschaftliche Entwicklungen wie die Bildungsexpansion und die zunehmende Erwerbstätigkeit der Frau werden jedoch im Datensatz abgebildet. Trotz der starken Selektivität der befragten Personen eignet sich der Datensatz, um biografische Ereignisse und intergenerationale Effekte zwischen Familienmitgliedern in Mobilitätsbiografien zu untersuchen.Item Generationsübergreifende Mobilitätsbiografien - Dokumentation der Datengrundlage(2014-01) Scheiner, Joachim; Sicks, Kathrin; Holz-Rau, ChristianIn den vergangenen Jahren hat sich in der Verkehrsforschung der mobilitätsbiografische Ansatz etabliert. Dieser untersucht die Stabilität und Veränderung des Verkehrshandelns von Personen im Kontext von deren Lebensläufen und den damit assoziierten Schlüsselereignissen, Lern- und Alterungsprozessen. An der Technischen Universität Dortmund wird seit 2007 in jedem Studierendenjahrgang der Raumplanung eine Befragung durchgeführt. Dabei werden wesentliche Elemente der Mobilitätsbiografie der Studierenden sowie ihrer Eltern und Großeltern erfasst. Die Daten erlauben eine Vielzahl von Analysen, etwa Vergleiche zwischen den drei Generationen (Kohorteneffekte), den Einfluss von Eltern auf ihre Kinder (Sozialisationseffekte) oder den Einfluss von Schlüsselereignissen der Haushalts-, Familien-, Erwerbs- und Wohnbiografie (Lebenslaufeffekte) auf das Verkehrshandeln. Die Analysen erfolgen im Rahmen des DFG-Projekts "Mobility Biographies: A Life-Course Approach to Travel Behaviour and Residential Choice". Das vorliegende Arbeitspapier dokumentiert die Datenerhebung, Dateneingabe und Struktur des Datensatzes.Item Einflussfaktoren der Wohnstandortwahl: der ländliche Raum im Fokus(2013-07) Scheiner, Joachim; Bauer, Uta; Wohltmann, HeikeDas Arbeitspapier untersucht die Einflussfaktoren von Wohnstandortverlagerungen, insbesondere mit Blick auf Umzüge an zentralere Standorte, die eine bessere Teilhabe und Versorgung ermöglichen. Die empirischen Analysen basieren auf zwei Datensätzen: einer regionalen Wanderungsbefragung aus dem Projekt Intermobil Region Dresden und der bundesweiten Laufenden Bevölkerungsumfrage des BBR. Der Fokus liegt auf dem ländlichen Raum. Aus Regressionsmodellen wurden Potenziale für Wohnstandortverlagerungen an zentralere Standorte ermittelt. Die mittleren Potenziale betragen nach den BBR-Daten in ländlichen Kreisen jährlich 1,6%, in kleinen Gemeinden 1,3%. Auch wenn dies nicht unerheblich ist, sprechen die bundesweiten Daten insgesamt eher gegen Reurbanisierungstrends und für eine weitere Dezentralisierung. Dies lässt Zweifel daran aufkommen, dass die gegenwärtig beobachteten Reurbanisierungstendenzen auf Wohnwünschen der breiten Bevölkerung beruhen.Item Modellierung historischer Reisezeiten im motorisierten Individualverkehr in Deutschland(2010-10) Killer, Veronika; Guth, Dennis; Holz-Rau, Christian; Axhausen, Kay W.Die Straßeninfrastruktur ist während der letzten 40 Jahre stark ausgebaut worden. Der vorliegende Bericht beschreibt die Datengewinnung zur Abbildung der historischen Reisezeiten und Netzdistanzen im motorisierten Individualverkehr von 1970 bis 2006 in Deutschland.Item CO2-Steuer - Worüber streitet die Politik überhaupt?(2019-03) Holz-Rau, Christian; Mattioli, GiulioArbeitspapier beschreibt als eine wesentliche Ursache den ausgebliebenen Anstieg der Kraftstoffpreise, zu dem nach Bundesverkehrswegeplan (BVWP) auch die Erhöhung der Mineralölsteuer beitragen sollte. Stattdessen blieb die Mineralölsteuer nominal unverändert und liegt 2019 unter Berücksichtigung der Geldentwertung real um 18 ct/l niedriger als 2003 (letzte Mineralölsteuererhöhung) und 10 ct/l niedriger als 2010 (Basisjahr der BVWP-Prognose). Mit der jetzt vorgeschlagenen CO2-Steuer wird das Kraftstoffpreisniveau der BVWP-Prognose für das Jahr 2030 nicht einmal annähernd erreicht. Die Umsetzung dieser sogar interministeriell abgestimmten BVWP-Grundlage würde dem Klima also mehr nutzen als ein politischer Streit über die CO2-Steuer im Verkehr. Ob sie dann Mineralölsteuer oder CO2-Steuer heißt, ist egal.Item Die Pendlerdatei(2011-11) Guth, Dennis; Thurm, AnjaDas vorliegende Arbeitspapier beschreibt „die Pendlerdatei“, die am Fachgebiet Verkehrswesen und Verkehrsplanung im Zuge dreijähriger Projektarbeit entstanden ist. Die Datei dient der Rekonstruktion des über- und innergemeindlichen Pendelgeschehens über eine Spanne von knapp vier Dekaden und ist einzigartig in ihrer Detaillierung und Vollständigkeit. Das Arbeitspapier bietet methodische und technische Hintergrundinformationen, die für ihre sachgemäße Handhabung erforderlich sind.Item Kommunale Gebietsreformen und Vergleichbarkeit von Gemeindestrukturdaten(2010-11) Guth, DennisVeränderungen im gemeindlichen Gebietszuschnitt stellen Analysen auf der Grundlage gemeindebezogener Strukturdaten unterschiedlicher Zeitpunkte regelmäßig vor Probleme. Das vorliegende Arbeitspapier informiert über die kommunalen Gebietsreformen der 1960er und 1970er Jahre in Westdeutschland. Wesentliches Ziel dieses Beitrags ist die Erläuterung und Bereitstellung einer Schlüsseltabelle zur Anpassung gemeindlicher Änderungen für Zeitreihenanalysen. Diese digitale Referenz enthält für ausgesuchte Bundesländer eine Vielzahl der Umkodierungen seit 1970. Die Datei stellen wir auf Nachfrage zur Verfügung.